Erzdiözese Salzburg trauert um Alterzbischof Georg Eder
Termine zu
Trauerliturgien und Begräbnis
Stellungnahmen zum Tod des Alterzbischofs Georg Eder

Kondolenzbuch

Erzdiözese Salzburg trauert um Alterzbischof Georg Eder

SALZBURG (eds/wk – 19. 9. 2015) / Erst vor wenigen Wochen übersiedelte Alterzbischof Dr. Georg Eder von seinem Wohnhaus in das Altersheim Mattsee, weil er körperlich immer schwächer wurde. Heute hörte das Herz des Alterzbischofs auf zu schlagen. Seine Haushälterin Maridi Binder war bis zuletzt an seiner Seite.

Erzbischof Lackner: Danke für Bemühen und Ringen

Erzbischof Franz Lackner zeigte sich heute berührt vom Sterben des Alterzbischofs. "Gestern habe ich ihn noch besucht", berichtet er. Eder habe einen sehr friedlichen, ruhigen Eindruck gemacht. In den eineinhalb Jahren seiner Amtszeit in Salzburg war er Eder mehrmals begegnet. "In vielen Gesprächen lernte ich einen bescheidenen, innerlich versöhnten und frommen Priester kennen. Er war von einer besonderen Altersgüte geprägt, obwohl sein Leben als Mensch und Bischof von mancher Spannung gezeichnet war". Verzeihen und um Verzeihung bitten seien Georg Eder in seiner letzten Lebensphase wichtig gewesen. "Als sein zweiter Nachfolger danke ich Erzbischof Eder für alles Bemühen und Ringen im bischöflichen Hirtendienst", schließt Erzbischof Lackner.

Georg Eder wurde am 6. März 1928 am Gräblerbauernhof in Mattsee geboren. Nach der Volksschule in Mattsee kam das dritte von sechs Geschwistern 1946 in das erzbischöfliche Gymnasium Borromäum in Salzburg. Nach der Matura trat Eder in das Priesterseminar der Erzdiözese Salzburg ein, wo er auch Generalsenior war, und studierte in Salzburg Theologie.


Von Erzbischof Rohracher zum Priester geweiht

Am 15. Juli 1956 empfing Georg Eder in der Pfarrkirche St. Andrä in Salzburg von Erzbischof Dr. Andreas Rohracher die Priesterweihe. Nach ersten Seelsorgserfahrungen in Zell am See ernannte Rohracher ihn 1960 zum bischöflichen Sekretär. In den Folgejahren setzte Eder seine theologischen Studien fort und schloss diese 1964 mit einer bibelwissenschaftlichen Doktorarbeit ab. 1965 erfolgte die Berufung als Pfarrer von Lofer, gleichzeitig war der junge Priester Ministrantenseelsorger.

Von 1968 bis 1970 war der Geistliche Generalsekretär für die Anliegen des Tiroler Anteils der Erzdiözese in Wörgl. 1970 wurde er Pfarrer von Altenmarkt, 1981 Dechant des Dekanates Altenmarkt.

1988 zum Erzbischof gewählt

Am 21. Dezember 1988 wählte das Domkapitel von Salzburg Dr. Georg Eder aus einem Dreiervorschlag des Vatikans zum Erzbischof von Salzburg. Die Ernennung durch Papst Johannes Paul II. erfolgte am 17. Jänner 1989. Die Bischofsweihe und Amtseinführung von Erzbischof Dr. Georg Eder fanden  am 26. Februar 1989 mit seinem Vorgänger Dr. Karl Berg im Dom zu Salzburg statt. Am 15. August 1989 fand im Salzburger Dom die feierliche Investitur mit dem Pallium statt, das als Vertreter des Heiligen Vaters der Präfekt der Glaubenskongregation, der damalige Kardinal Joseph Ratzinger und spätere Papst Benedikt XVI. überreichte.

Erzbischof Eder musste sein Amt unter der schweren Hypothek antreten, dem erzkonservativen Flügel der Kirche zugeordnet zu werden. Er wollte eine geistige Erneuerung und rief 1991 zu einer "Novene 2000" auf: in den Jahren bis zur Jahrtausendwende sollte eine Neuevangelisierung greifen. Konkrete Entscheidungen stießen aber oft auf Widerspruch.

Diözesanforum und Papstbesuch

Eine positive Erfahrung war das Salzburger Diözesanforum, das im Herbst 1996 mit einem weitgehenden Konsens endete. Es kam zu einer Entspannung und zur Annäherung zwischen Bischof, Domkapitel, Klerus und aktiven Laien. Eder selbst erlebte durch das Diözesanforum "eine Klimaveränderung zum Besseren". Ein weiterer Höhepunkt des bischöflichen Wirkens von Erzbischof Eder war der zweite Besuch von Papst Johannes Paul II. in Salzburg am 19. Juni 1998.

2002 bot Erzbischof Eder dem Heiligen Vater aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt an. Mit Annahme des Rücktritts am 23. November 2002 durch Papst Johannes Paul II. wurde Erzbischof Eder Apostolischer Administrator der Erzdiözese. Am 10. Jänner 2003 erfolgte die Emeritierung. Seine Nachfolge trat Alois Kothgasser an. Den Ruhestand verbrachte der Alterzbischof bis vor wenigen Wochen in seinem Haus in Mattsee. Sofern es seine Gesundheit zuließ, feierte er größere Feste im Salzburger Dom mit.

In einer ersten Stellungnahme würdigte Kardinal Christoph Schönborn den Verstorbenen Alterzbischof als "glaubwürdigen Christ" in einer schwierigen Phase des Lebens der Katholischen Kirche Österreichs. Er habe stets seine "ehrliche, aufrechte Art geschätzt".

Aufbahrung in der Domkrypta, Begräbnis am Samstag, 26. 9.
Der Leichnam des Verstorbenen wird am Dienstag, 22. September, von Mattsee nach Salzburg überführt und um 17 Uhr am Domportal vom Domkapitel empfangen und dann in der Domkrypta aufgebahrt. Ab Mittwoch, 23. September wird täglich um 7 Uhr dort das Totenoffizium und um 19 Uhr der Seelenrosenkranz gebetet.

Das Begräbnis, zu dem zahlreiche Bischöfe aus Österreich und den Nachbarländern erwartet werden, beginnt am Samstag, 26. September, um 10 Uhr, im Salzburger Dom. Anschließend Beisetzung in der Domkrypta.

Download Parte

Nach oben

Nach oben