Neuerscheinung

 

Salzburg im Ersten Weltkrieg. Fernab der Front – dennoch im Krieg


Im Herbst 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal. Dies ist der Anlass dazu, zentrale Aspekte der Auswirkungen des Krieges auf Stadt und Land Salzburg in einer rund 450 Seiten umfassenden, reich illustrierten Publikation dazustellen. 

Zentrale Themen sind unter anderem die Erörterung des Alltags im Krieg, die Rolle der katholischen Kirche, die Veränderungen, die der Krieg im Zeichen „fehlender“ Männer für die Frauen brachte, die Untersuchung der verschiedenen Aspekte der Kriegspropaganda und deren Folgen für die darstellende Kunst, aber auch die Frage, wie im Sommer 1914 die Stimmung binnen weniger Wochen von einer weitgehenden Gleichgültigkeit zu einer bislang nicht bekannten Kriegsbegeisterung umschlagen konnte. Weitere Themen wie Medizin und Krieg, die Organisation der Lebensmittelversorgung und die Frage der Kriegsfinanzierung runden neben anderen Beiträgen diesen Band inhaltlich ab. Breiten Raum nimmt auch die Darstellung der Lebensbedingungen im Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslager Grödig im Süden der Landeshauptstadt Salzburg ein. Auf eine militärisch dominierte „Formationsgeschichte“ wurde ganz bewusst verzichtet, da hier oftmals schon in der Zwischenkriegszeit einschlägige Standardwerke entstanden (vgl. z.B. Max Ritter von Hoen, Geschichte des salzburgisch-oberösterreichischen K. u. k. Infanterie-Regiments Erzherzog Rainer Nr. 59 für den Zeitraum des Weltkrieges 1914–1918. Salzburg 1931). Den beiden Herausgebern Dr. Oskar Dohle (Direktor des Salzburger Landesarchivs) und Dr. Thomas Mitterecker (Leiter des Archivs der Erzdiözese Salzburg), die bereits über einschlägige Erfahrung in der Realisierung gemeinsamer Publikationsprojekte verfügen, geht es bei diesem Buch in erster Linie darum, möglichst viele Aspekte der Auswirkungen des Krieges auf die ganz konkrete Lebenssituation der Salzburgerinnen und Salzburger darzustellen. Dafür gelang es insgesamt 18 namhafte Expertinnen und Experten zur Mitarbeit zu gewinnen.
Da weder die hiesige Universität noch das Salzburg Museum, das auch auf einen Ausstellungskatalog verzichtet, eine größere Publikation zum Ersten Weltkrieg planen, hat das Buch Salzburg im Ersten Weltkrieg. Fernab der Front, aber den-noch im Krieg besondere Bedeutung, da es somit die einzige nennenswerte wissenschaftliche Publikation darstellt, in denen die Auswirkungen des Krieges im „Hinterland“ Salzburg in einem zeitgemäßen sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Diskurs erörtert werden.
Eine möglichst umfangreiche Illustration mit bislang unveröffentlichtem Bildmaterial in erster Linie aus den beteiligten Archiven wird zweifellos dazu beitragen, dass dieses Buch auch bei einem breiteren Leserkreis, über das reine Fachpublikum hinausgehend, auf Interesse stoßen wird.

Die Herausgeber: Oskar Dohle/Thomas Mitterecker


Oskar Dohle/Thomas Mitterecker (Hrsg.), Salzburg im Ersten Weltkrieg. Fernab der Front – dennoch im Krieg (Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs 22, Schriftenreihe des Archivs der Erzdiözese Salzburg 13, Schriftenreihe des For-schungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek 48), Wien–Köln–Weimar 2014.