Benutzung des Archivs der Erzdiözese Salzburg


Das Archiv als Dokumentationsstelle für Unterlagen der kirchlichen Verwaltung steht, neben der Nutzung durch die kirchlichen Stellen, besonders auch allen jenen offen, die an kirchlicher, landesgeschichtlicher, heimat- und familiengeschichtlicher Forschung interessiert sind. Hier werden auch Anleitungen und Hilfestellungen für die Erstellung von Diplomarbeiten und Disserationen, Ortschroniken und Ausstellungen geboten.

Die Benutzung des Archivs ist im Einzelnen durch die Bestimmungen der "Rahmenordnung" (innerhalb der "Ordnung zur Sicherung und Nutzung der Archive der Katholischen Kirche in der Erzdiözese Salzburg", VBl 81, 1998, S. 154 ff.) näher geregelt. Die Benutzung der Pfarrmatriken und der Pfarrarchive  unterliegt gesonderten Regelungen.
Aus konservatorischen Gründen können Mikrofilme (Pfarrmatriken des Tiroler Teils und Musikalien), Fotos und Negative nur nach eintägiger Vorbestellung vorgelegt werden.

 

Rahmenordnung für die Benutzung des Archivs:


    1. Der Benutzer/Die Benutzerin des Archivs der Erzdiözese Salzburg hat seine/ihre Identität nachzuweisen und die Bestimmungen der Archiv-Ordnung durch Unterschrift als verbindlich anzuerkennen.

    2. Der Benutzer hat seine Forschungsziele dem Diözesanarchivar möglichst genau bekanntzugeben; der Archivar kann nur beraten, die Bearbeitung der Archivalien hat der Benutzer selbst zu leisten. Die not wendigen Vorkenntnisse (Schriftkunde, Sprache) werden vorausgesetzt.

    3. Die Möglichkeit zur Einsichtnahme in die Bestände ist ausnahmslos im Lesesaal unter Aufsicht eines Bediensteten gegeben. Ein Betreten der Speicherräume ist nicht gestattet. Entlehnungen von Archivalien an Privatpersonen sind ausgeschlossen. Entlehnungen an andere Archive, sonstige wissenschaftliche Einrichtungen, Museen oder für Ausstellungen sind in besonderen Fällen möglich, wenn der Entlehner vertraglich gewährleistet, dass die Archivalien sicher und sachgerecht verwahrt und unversehrt zurückgestellt werden. Die Archivalien sind vom Entlehner nach Maßgabe des Leihvertrages zu versichern. Überdies trägt der Entlehner die Kosten einer vorherigen Sicherungsverfilmung.

    4. Es werden nur geordnete und nicht schadhafte Archivalienbestände ausgegeben, die nicht unter die Archivsperre (= 50 Jahre nach Aktenschluss bzw. bei Personalia 50 Jahre nach dem Tod) oder unter sonstige Schutzbestimmungen fallen. Sondergenehmigungen sind in begründeten Fällen möglich. Der Antrag hierzu ist bei der Leitung des Archivs schriftlich einzubringen (gem. den "Grundsätzen zur Nutzung gesperrten kirchlichen Schrift- und Dokumentationsgutes aufgrund von Sondergenehmigungen", Pkt. 3).

    5. Der Benutzer verpflichtet sich, die vorgelegten Archivalien mit größter Schonung zu behandeln, in der vorhandenen Ordnung zu belassen und bei Rückgabe wieder ordnungsgemäß in die beschrifteten Schachteln bzw. Mappen einzureihen. Es ist streng untersagt, Vermerke etc. anzubringen, Archivalien als Schreibunterlage zu benutzen und geöffnete Archivalien oder Bücher aufeinanderzulegen.

    6. Die Anfertigung von Fotokopien ist nur mit Genehmigung in beschränktem Ausmaß möglich, sofern der Erhaltungszustand der Archivalien dies zulässt (Kopierkosten Format DIN A 4 € 0,25; DIN A 3 € 0,50; Readerprinter-Kopie € 0,70; näheres in der "Gebührenordnung für das Archiv der Erzdiözese Salzburg"). Fotokopien von Urkunden und Akten mit Siegel abdrücken sowie aus gebundenen Handschriften sind ausnahmslos verboten; dies gilt auch für Archivalien, die nur mit Sondergenehmigung benutzt werden dürfen. Bei gebundenen Handschriften besteht die Möglichkeit, die Anfertigung von Mikrofilmaufnahmen in Auftrag zu geben. Ein Anspruch darauf besteht nicht.

7. Die Ausgabe der Archivalien erfolgt zu den festgesetzten Aushebezeiten; die Anzahl der gleichzeitig auszugebenden Einheiten ist beschränkt. Der Einsatz von elektronischen Datenerfassungsgeräten im Lesesaal ist nach Vereinbarung möglich. Beim Verlassen des Lesesaales hat der Benutzer den Abbruch seiner Arbeit bekanntzugeben. Unterbricht der Benutzer Unterbricht der Benutzer die Arbeit, so hat er dies mit Angabe einer Reservierungsfrist mitzuteilen.

    8. Bei Veröffentlichungen ist jeder Benutzer verpflichtet, die aus den Beständen des Archivs verwendeten Archivalien zu zitieren ("AES, Bestand, Nr."). Editionen und Reproduktionen von Archivgut sind genehmigungspflichtig. Bei Veröffentlichung oder Vervielfältigung von Forschungsergebnissen, die aus Beständen des Archivs gewonnen werden, ist dem Diözesanarchiv unaufgefordert und kostenlos ein Belegexemplar zu übermitteln. Dies gilt auch für ungedruckte Diplomarbeiten und Dissertationen.  

    9. Der Benutzer verpflichtet sich, die einschlägigen Bestimmungen des Personenstandsgesetzes (BGBl 60/1987), Datenschutzgesetzes und Urheberrechtes zu beachten, und erklärt mit seiner Unterschrift, bei der Publikation von Forschungsergebnissen, die auf den zur Einsicht vorgelegten Materialien basieren, keine geschützten personenbezogenen Daten zu veröffentlichen. Zuwiderhandlungen hat der/die Benutzer/in selbst zu vertreten.

    10. Verstöße gegen die Benutzungsordnung können die sofortige Ausschließung von der weiteren Benutzung zur Folge haben.

Mit dieser Regelung tritt die Verordnung Nr. 134 aus dem Jahr 1978 außer Kraft.