Den folgenden Text habe ich an die Presse und den ORF versandt:
Weihbischof
Andreas Laun
Salzburg
Dienstag, 30. Mai 2000
Betrifft: "Tatort" im ARD und ORF 1 am 28.5.2000
Ich protestiere schärfstens geben die bösartige Verdrehung der Geschichte in dem genannten Kriminalfilm mit der Behauptung, "der Vatikan" habe Nazi-Verbrechern absichtlich zur Flucht verholfen und Pius XII. hätte eine generelle Amnestie für diese Leute gefordert.
Wahr ist vielmehr:
Der im Film genannte Bischof Hudal war das einzige "braune" Schaf der katholischen Kirche in Bischofsrang, er wurde vom Papst gemaßregelt (u.a. weil er zum "Anschluß" eine Dankmesse halten wollte!) und er hat aus eigenem Antrieb und auf Grund seiner Verblendung manchen, von ihm für harmlos gehaltenen Leuten zur Flucht verholfen – aber ohne Auftrag des Papstes und ohne dessen Wissen. Zu behaupten, Hudal hätte im Aufrag "des Vatikans" und damit des Papstes Fluchthilfe für Nazi-Verbrecher betrieben, ist eine bösartige, völlig unbewiesene Behauptung, ebenso wie das, was von Pius XII. (auf der Verleumdungs-Linie von Hochhut liegend) gesagt wurde.
Auch die im Film nebenbei angebrachte Behauptung, nach der Statistik sei jeder Dritte im Kloster schwul, ist eine durch die Fakten absolut nicht gedeckte Verleumdung.
Schlimm ist, drittens, auch die Verhöhnung der Muttergottes am Ende des Films.