Eine Leserin hat mir heitere Geschichten von Heiligen
geschickt. Die passen auch hierher Sie finden sie hier im
2. Teil unter dem Titel "Lachende Heilige und
Heilige zum Lachen"
Der Professor
Enttäuscht schaut der Herr Professor durch
das Fenster der Almhütte in die verregnete Landschaft. Die
Berge, auf die er gehen wollte, sind verhangen, er sieht nur weidende
Kühe: "Diese Kühe machen mich nervös!",
sagt er zu seiner Frau. Sie ist erstaunt: Es gibt doch nichts Beruhigenderes
als diese wiederkäuenden Tiere? Daraufhin er: "Aber sie
fressen so unsystematisch!"
Diese Geschichte erzählte mir seine Frau.
Sie hat keinen religiösen Hintergrund, aber ich finde, sie
ist so köstlich, dassich sie hier anführen wollte.
Die katholische Haltung zur Sünde
Ein Mann hat im Zorn seine Frau ermordet. Er bleibt unentdeckt,
und doch schlägt ihn furchtbar das Gewissen und die Gewissensbisse
treiben ihn unbarmherzig vor sich her. So sucht er Trost und Hilfe
und wendet sich dabei an einen Rabbi. "Rabbi, helfen Sie mir, ich
habe gemordet!" Der Rabbi weicht erschrocken zurück und fährt den
Mann scharf an: "Schwer ist Deine Sünde, und sie fordert Rache und
Vergeltung. Ich kann Dir nicht helfen, denn es heißt ‚Aug um Aug,
Zahn um Zahn'"
Ungetröstet stürzt der Mann davon. Der nächste, an den er sich
wendet ist ein Guru, einer der eingeweiht ist in die esoterischen
Lehren: "Großer Meister, helfen Sie mir, ich habe gemordet!" Der
große Guru unterbricht nur widerwillig seine Meditation und spricht
dann salbungsvoll die weisen Worte: "Mein Sohn, alles Leben ist
Schein. Es gibt weder gut noch böse. Durchschaue den Schein und
lassdich von Deinen Taten nicht beunruhigen, auch sie sind nur Schein!
Meditiere und erkenne dich selbst."
Nun, jedenfalls geht der Mann ungetröstet weg. Schließlich landet
er vor einem Beichtstuhl. Es brennt Licht, in seiner Unrast, geht
der Mann hinein und kniet nieder. Angstvoll stammelt er: "Bitte
helfen Sie mir. Ich habe gemordet!" Einen Augenblick ist es ganz
still hinter dem Gitter des Beichtstuhls, man hört, wie der Priester
schluckt. - Dann tönt seine sanfte, gütige Stimme aus der Finsternis
des Beichtstuhls: "Wie oft, mein Sohn?"
Diese Geschichte verdanke ich P. Karl Wallner vom Stift Heiligenkreuz.
Sie veranschaulicht treffend die Haltung der Kirche P. Wallner:
"Wo die Sünde nicht eingestanden wird, da muss die Kirche mahnen
und warnen. Wo die Sünde erkannt und bekannt wird, da ändert sich
das Verhalten der Kirche völlig: da wird sie zur barmherzigen Mutter,
die tröstet, verzeiht und aufrichtet."
Der gläubige Thomas
Von Thomas von Aquin, dem großen Kirchenlehrer des Mittelalters,
wird erzählt, es sei leicht gewesen, ihm einen Bären aufzubinden,
und so habe ein Mitbruder ihn überrascht, indem er plötzlich zum
Himmel zeigte und rief: "Schau, da fliegt ein Ochse!" Thomas drehte
den Kopf in die angegebene Richtung und schaute, aber sein Mitbruder
lachte: "Wie kannst Du nur glauben, dass ein Ochse wirklich fliegt?"
Thomas aber antwortete: "Mein Freund, ich glaube eher, dass ein
Ochse fliegen kann, als dass ein Mitbruder mich in die Irre führt."
Diesen Witz verwende ich gerne, um die zwei Bedeutungen des
"Glaubens" zu erklären: "Glauben" im Sinne eines Wahrscheinlichkeits-Urteils
bezüglich einer Sache, die man nicht wirklich weiß, sondern nur
ungefähr einschätzen kann; "Glauben" an eine Wahrheit auf Grund
dessen, der sie bezeugt: "Ich glaube dir, dass . . ."
Das Geheimnis der Frau
Aus irgendeinem (bösen) Grund hatte sich der Teufel verpflichtet,
einem Mann einen Dienst zu erweisen. Er prahlte: "Wünsch dir nur,
was immer du willst, ich bin mächtig . . !" Darauf der Mann: "Bau
mir eine Autobahn von Wien nach New York." Aber das war dem Teufel
dann doch zuviel und er forderte den Mann auf, einen zweiten, anderen
Wunsch zu äußern. Darauf dieser: "Mach, dass ich eine Frau wirklich
verstehen kann." Der Teufel wurde unruhig, kratzte sich am Kopf
und meinte dann beflissen: "Nun, wie viele Fahrbahnen soll sie eigentlich
haben, deine Autobahn?"
Als der fromme Herr das hohe Amt übernahm,
seufzte er gottergeben: "Eine wahre Kreuzigung!" Die Jahre vergingen,
und als er sein Amt abgeben sollte siehe da, er wollte nicht
recht. Kommentar eines Beobachters: "Erst sagen sie, das Amt sei
eine Kreuzigung, aber merkwürdig, bei der Kreuzesabnahme will
dann keiner mehr so recht . . ."
Den Witz verdanke ich Prälat Prof. Hörmann,
meinem früheren Chef an der Universität Wien. Er erzählte
mir ihn anlässlich eines Rektorenwechsels.
Der Guru
Die alte Jüdin will unbedingt nach Indien zum berühmten
Guru Sai Ula. Alle Mitglieder ihrer Familie raten ihr ab, aber sie
besteht darauf: Sie fährt zum Guru!
Schließlich ist es so weit, sie landet in Indien,
nimmt den Zug und fährt zum Guru. Dort angekommen, meldet sie sich
an und bekommt die Auskunft: Zuerst müsse sie 4 Wochen fasten, jeden
Tag im Fluß baden und sie die ganze Zeit über schweigen und meditieren.
Dann solle sie wiederkommen, man werde schon sehen.
Die alte Dame akzeptiert alles. Nach Ablauf der
Prüfungszeit geht sie wieder zum Schalter und sagt: "Ich möchte
zum Guru Sai Ula". Der zuständige Mann überprüft mißtrauisch ihre
Papiere und lässt sich nochmals bestätigen, ob sie wohl alle Bedingungen
erfüllt habe . . . Schließlich sagt er: "Gut, aber Sie dürfen nur
4 Worte sprechen!"
Die Frau nickt, und man führt sie zum Guru. Dieser
sitzt, in ein kostbares Seidentuch gehüllt und mit verschränkten
Füßen, auf einem Polster, schaut mit verlorenem Blick durch sie
hindurch. Die alte Dame aber geht entschlossen auf ihn zu und bleibt
vor ihm stehen. Dann gibt sie dem Guru eine schallende Ohrfeige
und sagt: "Moischele, komm endlich heim!"
Theologen
ein Witz in drei Sätzen
Zwei Theologen treffen sich vor einer Kirche. Sagt
einer: Gehen wir hinein zum Beten!
Eigentlich ein trauriger Witz . . . Und natürlich
nicht ganz gerecht. Die folgende Geschichte paßt auch dazu:
Der
Segen des Rabbiners
Ein Mann kauft sich einen Ferrari und will unbedingt
einen Segen dafür. Er geht zu einem Rabbiner, aber der fragt ihn:
"Was ist ein Ferrari?" Nachdem es ihm erklärt worden ist, schüttelt
er den Kopf: Nein, dafür gäbe es bei ihm keinen Segen. Der Mann
ist unglücklich, aber seine Frau macht einen anderen Rabbi, diesesmal
einen liberalen ausfindig. Auch dieser hat eine Gegenfrage: "Ich
weiß, was ein Ferrari ist, aber was ist ein Segen?"
Diesen Witz verdanke ich Fritz Muliar
Fromm oder liberal?
Einer der Leibärzte von Kaiser Franz Joseph I.
war für seine liberalen Ansichten bekannt. Kaiserin Elisabeth bat
einen Bischof, mit ihm zu reden, damit er frömmer werde. Als die
Kaiserin nach einiger Zeit den Bischof wieder traf, fragte sie ihn,
ob er den Arzt schon bekehrt habe. Offenherzig bekannte der geistliche
Herr: "Nein Majestät, aber er hat mich ein bisserl liberaler gemacht!"
Den Witz verdanke ich dem Informationsblatt
der Salzburger Kirchenbeitrags-Stelle Danke!
Der andere Globus
Auf der Suche nach einem Auswanderungsland
es ist die schlimme Zeit der Nazis geht ein Jude in sein
Reisebüro. Zusammen mit dem Geschäftsmann dreht er den Globus in
alle Richtungen, aber auf welches Land er auch tippt, immer hat
es einen Haken: Da sind die "Quoten" schon erschöpft, dort nimmt
"man" überhaupt niemand mehr, erst recht keine Juden... Da schaut
der Jude auf und sagt mit einem traurigen Lächeln: "Haben Sie nicht
noch einen anderen Globus?"
Die Geschichte spiegelt eine bittere historische
Wahrheit: Auch die Länder, die heute hoch auf ihren moralischen
Rössern sitzen: Damals, als sie hätten helfen können, haben sie
sich weitestgehend verweigert. Die Dominikanische Republik und einige
andere wenige war eine rühmliche Ausnahme.
Der Glaube
Der Richter zum Angeklagten: "Was ist der Grund, dass Sie in die Bank eingebrochen sind?" Dieser mit großer Ernsthaftigkeit: "Mein starker Glaube!" Der Richter erstaunt: "Ihr Glaube?" "Aber ja, ich habe fest geglaubt, die Bank hätte keine Alarmanlage."
Don Bosco auf dem
Weg in die Psychiatrie eine wahre Geschichte
Vielleicht wegen seiner rätselhaften Träume jedenfalls,
das Gerede, Don Bosco sei nicht ganz normal, verstärkte sich und
so wollte man ihn untersuchen lassen. Don Bosco hielt gerade Religionsunterricht,
als zwei hohe Geistliche in einer geschlossenen Kutsche vorfuhren
und ihren Mitbruder zu einer Spazierfahrt einluden.
Einer der beiden öffnete den Kutschenschlag und drängte Don Bosco
einzusteigen. Aber der erkannte die Falle: Von innen konnte man
die Tür nicht mehr öffnen! Don Bosco machte gute Miene zu dem bösen
Spiel und sagte: "Gerne komme ich mit, aber nach Ihnen!" Da er sich
weigerte, zuerst einzusteigen, gaben die Herren nach, schließlich
wollten sie ihren Plan nicht missglücken lassen. Aber kaum waren
sie eingestiegen, warf Don Bosco den Kutschenschlag zu und rief
dem Kutscher zu: "Schnell, in die psychiatrische Klinik, die beiden
werden dort erwartet."
Da half nichts, die beiden wurden hingebracht. Da sie außer sich
vor Aufregung und Zorn waren, hielt man sie tatsächlich fest, bis
der Kaplan das Missverständnis klärte und sie freigelassen wurden.
Natürlich waren sie beleidigt, aber, es ist kaum zu glauben, später
wurden sie Freunde Don Boscos und einer von ihnen schloss sich sogar
seiner Gemeinschaft, den Salesianern an . . .
Bonifatius im Religions-Unterricht
Eine Leserin von "Kirche heute"schickte mir die folgenden
beiden Geschichten, die ich gerne weitergebe:
In Fulda hielt ein Bischof einen Religionsunterricht für Kinder ab und sprach auch über das Wirken des hl. Bonifatius. Am Ende fragte er: "Wer weiß, warum der hl. Bonifatius so gerne nach Fulda kam?" Nach tiefem Schweigen: "Weil seine Gebeine hier ruhen..."
Die Antwort des Kardinals
Zwei Frauen überlegten, wie sie wohl den Ablassein zweites Mal
ablegen könnten. Das Problem schien ihnen zu sein: Sie hatten eben
erst gebeichtet, jetzt also keine Sünden und zum Ablass brauche
es doch die Beichte . . . Sie wandten sich an Prof. Scheffczyk,
der zufällig in ihrer Nähe war, um Rat. Dieser drehte sich aber
um zu einigen Mitbrüdern und kam zum salomonischen Schluss: "Ja,
da müssen wir den armen Frauen doch noch zu einigen Sünden verhelfen..."
und lächelte in seiner gewinnenden, gütigen Art und Weise.
Inzwischen ist er Kardinal geworden er hat es wohl verdient,
wie man sieht...
Der Eintritt in den Himmel
Ein Clown kommt zum Himmelstor. Er hört, wonach gefragt wird: Hat
er Hungrige gespeist? Durstigen zu trinken gegeben? Kranke gepflegt
und Gefangene besucht? Da kommt die Reihe an ihn und er wird gerufen.
Der Engel liest im großen Buch des Lebens, runzelt die Stirne und
meint: "Da steht aber nicht viel Gutes von Dir!" Aber dann hellt
sich sein Gesicht auf: "Doch, da steht´s: Ich war traurig, und du
hast mich aufgeheitert... ich war mutlos, und du hast mir wieder
Mut gemacht... ich war niedergeschlagen, und du hast mich zum Lachen
gebracht... Komm, der Himmel steht dir offen."
"Lachende Heilige und Heilige
zum Lachen"
Franz von Sales
Ein Mann fragte ihn lauernd: "Was würden Sie tun, wenn ich Sie
auf die rechte Wange schlage?" Der Heilige antwortete lächelnd:
"Mein Freund, ich weiß, was ich tun sollte, nicht, was ich tun würde."
Eine Frau fragte den Bischof, ob schminken erlaubt sei. Er meinte:
"Es gibt fromme Leute, die sagen nein, andere sagen ja, ich schlage
daher einen Mittelweg vor: Schminken Sie doch nur eine Wange." (Keine
Sorge, das hat er nicht ganz ernst gemeint. Im Gegenteil, man weiß
von ihm, dass er gegenüber strengen Müttern das Verlangen der Töchter
nach Kosmetik verteidigte . . .)
Bernadette von Lourdes
Eine Schwester ertappte Bernadette, wie sie vor einer Statue des
heiligen Josef zu Maria betete, und tadelte sie: "Sie sind ja ganz
zerstreut!" Darauf Bernadette: "Das macht nichts, die beiden sind
ein Herz und eine Seele, und im Himmel gibt es ohnehin keine Eifersucht."
Bernadette musste einer Kranken die Augen eintropfen. Diese begann
darauf hin zu weinen. Bernadette lachte: "Ich gebe Ihnen einen Tropfen
und Sie geben mir so viele Tropfen zurück!"
Ein Bischof besuchte die damals kranke Bernadette. Er dachte, sie
sei eine Heilige und wollte seine kleine rote Bischofs-Mütze ("Pileolus")
durch ihre Berührung zu einer Reliquie machen. Darum ließ er sie
auf ihre Bettdecke fallen in der Hoffnung, sie würde sie ihm zurückgeben.
Als sie dazu keine Anstalten machte, sagte er schließlich: "Schwester,
wollen Sie mir nicht meinen Pileolus zurückgeben?" Daraufhin sie:
"Exzellenz, ich habe nicht darum gebeten Sie können ihn selbst
nehmen."
Philipp Neri
Als Jugendlicher im Internat kam er oft zu spät. Einmal fand er
nicht aus dem Bett . . . und sein Erzieher ermahnte ihn: "Wenn es
läutet, stell dir vor, du bist im Fegefeuer und Gott ruft dich .
. ." Am nächsten Tag war er wieder verspätet und seinem Präfekten
erklärte er das so: "Ja, ich dachte an das Fegefeuer. Dann aber
sagte ich zu mir selbst: Du hast schon so viele Dummheiten gemacht,
Du musst wohl länger im Fegefeuer bleiben und da bin ich
liegen geblieben..."
Einmal wurde der Heilige gerufen: Er sollte prüfen, ob eine bestimmte
Schwester, die im Ruf der Heiligkeit stand, wirklich heilig sei.
Die Aufgabe löste er so: Er wartete einen Tag ab, an dem es stark
regnete. Dann ging er, durch Schmutz und Schlamm stapfend, zum Kloster,
ließ die betreffende Schwester rufen und bat sie, ihm seine Schuhe
zu säubern. Die "Heilige" lehnte empört ab . . . Lächelnd ging Philipp
Neri wieder nach Hause.
Pfarrer von Ars
Der Bischof wollte ihn zum Domherrn machen und brachte ihm daher
den entsprechenden, kostbaren Umhang. Aber der Pfarrer wollte nicht
und verkaufte ihn für die Armen . . . Dem Bischof aber schrieb
er: Er möge Verständnis haben und ihm einen neuen schicken, um ihn
wieder verkaufen zu können. Aber da verstand der Bischof, und der
Pfarrer wurde doch kein Domherr.
Ein beleibter Priester sagte zu dem Pfarrer von Ars: "Wenn es zum
Sterben kommt, möchte ich mich an Ihrem Talar anhalten dürfen und
mit in den Himmel gehen." Aber der Heilige wehrte ab: "Besser nicht,
der Eingang ist so eng, dass wir zu zweit stecken bleiben würden."
Albertus Magnus
Der große Gelehrte war klein von Wuchs. Bei einer Audienz beim
Papst schaute es so aus, als knie er. Da forderte ihn der Papst
auf, sich doch endlich zu erheben, aber Albertus antwortete: "Will
Eure Heiligkeit gegen den Willen des Schöpfers kämpfen?"
Thomas Morus
Das Gebet des Thomas Morus um Humor
"Schenke mir eine gute Verdauung, Herr, und auch etwas zum Verdauen.
Schenke mir Gesundheit des Leibes, mit dem nötigen Sinn dafür, ihn
möglichst gut zu erhalten. Schenke mir eine heilige Seele, Herr,
die das im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Augenblick
der Sünde nicht erschrecke, sondern das Mittel findet, die Dinge
wieder in Ordnung zu bringen.
Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren
kennt, und kein Seufzen und Klagen, und lass nicht zu, dass ich
mir zu viele Sorgen mache, um dieses sich breitmachende Etwas, das
sich ich nennt.
Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz
zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben, und anderen
davon mitteile."
Thomas Morus wurde zur Hinrichtung gebracht. Bevor er das Gerüst
bestieg, wandte er sich an einen der Männer und bat ihn, ihm beim
Hinaufsteigen behilflich zu sein: "Beim Herunter wird das nicht
mehr nötig sein." Und als er seinen Kopf auf den Block legte, strich
er den Bart auf die Seite mit der Bemerkung: "Der hat doch nichts
angestellt..."
Teresa von Avila
Als es ihr einmal auf einer Reise sehr schlecht ging, blickte sie
zum Himmel auf: "Herr, mich wundert nicht, dass du so wenig Freunde
hast so wie du sie behandelst."
Getadelt, weil sie, eine fromme Frau, sich die Trauben sichtlich
schmecken ließ, antwortete sie trocken: "Ich glaube nicht, dass
Gott etwas so Gutes wie Trauben nur für Sünder gemacht hat."
Eine Variante der Geschichte geht so: Getadelt, weil sie ein Rebhuhn
aß, wies sie ihren Kritiker mit dem berühmten Satz zurück: "Wenn
Fasten, dann Fasten, wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn."
Erzählt wird auch, Teresa habe einen einflussreichen Mann um einen
Gefallen gebeten und dieser wollte statt eines Honorars nur die
Erlaubnis, sie auf die Wange zu küssen: Teresa meinte, so billig
habe sie noch nie etwas bekommen ohne Lachen?
Diskussionen über die Frage, wo man sie bestatten solle, wehrte
sie lachend ab: "Viele Missionare sind im Magen von Menschenfressern
gelandet und der Friedhof mancher Märtyrer war der Magen eines wilden
Tieres . . . also wozu reden?"
Teresa lag auf dem Sterbebett, die Schwestern bereiteten alles
vor, unter anderem ein geweihte Kerze und einen Ständer. Teresa
lachte: "Wenn der Herr mich holt, werdet ihr mir die Kerze mitgeben,
aber bitte nicht den Ständer, er ist zu hässlich . . ."
Padre Pio
Eine Frau hörte, wie ein Besuch ein "Doktor" bei
P. Pio angekündigt wurde. Da drehte sie nochmals um und bat: Kann
er nicht meine Tochter untersuchen, sie ist so krank? P. Pio schüttelte
den Kopf: "Leider, er ist Doktor der Philosophie." Enttäuscht wandte
sich die Frau ab: "Philosophie? Krankheiten gibt es . . . Aber daran
leidet meine Tochter nicht."
Leo XIII.
Einen Maler, der ein etwas verunglücktes Bild von ihm anfertigte,
bat der Papst, darunter zu schreiben: "Mattäus 14, 27 Leo
XIII." Der Mann ging heim und schaute nach. Dort steht: "Fürchtet
euch nicht, ich bin es!"
Einem Mann, der mit seinen Wünschen zum 95. Geburtstag den Wunsch
verband, ihm auch noch zum Hundertsten beglückwünschen zu können,
antwortete der Papst: "Warum nicht? Sie sind doch noch jung!"
Pius X.
Ein Kardinal traf den Papst an, wie er gerade einen Knopf annähte.
Er war verblüfft, aber der Papst erwiderte: "Wieso, ich bin doch
ein geborener Schneider (italienisch: Sarto)? Wundern sollte man
sich nur darüber, wie ich mir Nadel und Faden besorgt habe."
Benedikt XIV.
Den Vorschlag, die Fastenzeit in vier Abschnitten auf das Jahr
zu verteilen, wies der Papst zurück: "Wie ich die Leute kenne, würden
sie viermal Fasching feiern und nie fasten."
Johannes XXIII.
"Einmal kam der Nuntius Roncalli neben eine etwas gewagt gekleidete
Frau zu sitzen. Er schien es nicht zu bemerken. Am Ende des Mahles
reichte er ihr einen Apfel und, als sie abwehrte, sagte er: "Nehmen
Sie nur, auch Eva bemerkte erst, als sie den Apfel gegessen hatte,
dass sie unbekleidet war."
Im Vorbeigehen hörte Erzbischof Roncalli, wie zwei Mönche abfällige
Bemerkungen über ihn machten: "Wie kann ein so dicker Prälat durch
die enge Pforte des Himmels gelangen . . ?" Roncalli drehte sich
um: "Gott, der mir das Bäuchlein wachsen ließ, wird dafür sorgen,
dass ich auch durch das Nadelöhr komme."
Er war Papst geworden und sah zum ersten Mal die Besuchermengen:
"So viele Leute! Lasst mir doch Zeit, den Papstberuf zu lernen."
Er sagte: "Papst kann jeder werden, der Beweis bin ich!"
Zu seinen Leuten sagte er: "Ich bin kein bedeutender Papst, wie
meine Vorgänger, ich bin nicht schön, schaut meine Ohren an, aber
ihr werdet es gut bei mir haben."
"Applaudiert nicht, dann können wir uns länger unterhalten."
Nach dem Zeremoniell sollte der Papst allein essen. Er wehrte sich:
"Wie ein bestrafter Seminarist! Ich habe in der Bibel gelesen: Jesus
aß gerne in Gesellschaft!"
Als man ihm eine Briefmarke mit seinem Bild vorlegte, meinte er:
"Dass ich nicht schön bin, weiß ich, aber dass ich so hässlich bin,
habe ich auch nicht gewusst."
Eine Schwester stellte sich ihm als "Oberin der heiligen Dreifaltigkeit"
vor. Daraufhin der Papst: "Ich bin nur der Stellvertreter vom Sohn!"
Als er, selbst 77 Jahre alt, den Kardinälen das Konzil ankündigte,
rief ein 80jähriger begeistert: "Ich helfe Ihnen!" Darauf der Papst:
"Es wird viel Arbeit sein, überlasst es uns Jungen."
Als er in Gedanken an das Konzil nicht einschlafen konnte, sagte
er zu sich selbst: "Giovanni, wer regiert die Kirche, du oder der
hl. Geist? Also schlafe, Giovanni."
"Mein Schutzengel sagt mir oft: Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!"
Für die Papstmesse gab es die Vorschrift besonderer Ehrungen für
den Papst. Johannes XXIII. wollte, dass diese unterlassen werden.
Aber einer der Ministranten wehrte sich: "Ich werde Schwierigkeiten
mit dem Zeremoniar bekommen." Darauf der Papst: "Sag ihm: Ich und
der Papst haben diese Sonder-Ehrungen abgeschafft."
Johannes Paul II.
Zu Ehren des Papstes aus Polen mühte sich ein Prälat, polnisch
zu lernen. Stolz auf das, was er gelernt hatte, überraschte er den
Papst eines Tages mit dem Satz: "Wie geht es dem Hündchen heute?"
Der Papst lachte nur: "Wau, wau!"
Mutter Angelika
Von Mutter Angelika der amerikanischen Ordensfrau, die eine
Fernseh-Station aufgebaut hat wird folgende Anekdote erzählt:
Ein Mann erzählte ihr von seiner Bekehrung, meinte aber, er könne
nicht katholisch werden, weil es in der Kirche so viele Heuchler
gebe. Mutter Angelika zerstreute sein Bedenken: "Tun Sie es ruhig,
auf einen Heuchler mehr oder weniger in der Kirche kommt es auch
nicht mehr an . . ." Der zögernde Konvertit hat vielleicht nicht
gelacht, die Zuhörer sicher!
Mutter Teresa
Beeindruckt von dem, was er sah, sagte ein Mann zu Mutter Teresa:
"Nicht um viel Geld würde ich Ihre Arbeit tun wollen, Mutter Teresa."
Darauf sie: "Ich auch nicht!"