Der demographische Winter Europas
1. Der Geburtenrückgang
"Demographischer Winter in Europa"! An diese Formulierung des großen französischen Demographen G.F. Dumont erinnerte ich mich, als ich auf der Seite 8, keineswegs als Aufmacher, einer großen Österreichischen Zeitung las: "Zuwanderung könnte Vergreisung stoppen". Worum geht es? Folgende Daten einer UNO-Studie über die Entwicklung in Europa werden aufgelistet:
Manche sagen: Nicht so schlimm, weil in dieser Zeit kommen die Ostländer zur EU und dabei werden ohnehin viele Arbeitskräfte einströmen – also gerade rechtzeitig, jetzt, wo wir diese Leute brauchen.
Ist das so? Die Statistik besagt: Auch die Ostländer leiden an einem dramatischen Geburtenrückgang. Wenn die Leute aus begreiflichen, wirtschaftlichen Gründen in den Westen strömen, entsteht im Osten erst recht ein gefährliches Vakuum und noch mehr Armut. Vor allem aber: Wie soll das gehen? 6 Millionen pro Jahr in die jetzige EU: Wenn man nur die Erwerbstätigen rechnet, reicht zum Beispiel ganz Ungarn nicht, um den Menschen-Bedarf der EU für ein Jahr zu decken! So wünschenswert es aus verschiedenen Gründen wäre, wenn wir uns auf Osteuropäer mehr oder weniger beschränken könnten, es wird gar nicht anders gehen, als daß ein Großteil der benötigten Arbeitskräfte aus dem Süden kommt. Selbstverständlich bringen diese Menschen "sich selbst" mit, mit ihrer Religion, mit ihren Anschauungen, mit ihren Bräuchen und natürlich auch mit ihren vielen Kindern. Schon möglich und sogar wahrscheinlich, daß auch ihre hohe Geburtenrate im europäisch-kinderfeindlichen Klima allmählich absinken wird – aber zunächst einmal werden sie bis auf weiteres mehr Kinder haben als die Einheimischen. Schon jetzt bestünden in manchen Regionen, so hörte ich, die Geburten "halbe-halbe" aus deutschen und türkischen Kinder. Nicht gegen Türken und nichts gegen Muslime! Nur kann es nicht verboten sein, über die Gründe der Entwicklung und über die künftigen Folgen für alle, für die Europäer und für die Zuwanderer, nachzudenken.
2. Ursachen
Was die Ursachen betrifft, ist die Diagnose mehr als einfach: In Europa redet man seit Jahren nur davon, wie überbevölkert "die" Erde sei und wie notwendig es ist, Verhütung zu lernen, Verhütung zu üben, Verhütung zu praktizieren. Für die "Verhütungs-Panne Kind" haben wir ein liberales Abtreibungs-Gesetz. Alle sagen das: die Politiker, die Medien, die Lehrer in der Schule, und auch Geistliche, die dem Zeitgeist verfallen sind. Kinder sollten nur als "Wunsch"-Kinder gezeugt werden, und damit meint man im Grunde Kinder, die ein "persönliches Kinder-Bedürfnis" abdecken, weil ein "ungewolltes Kind" müßte man leider mißhandeln – das ist doch gut verständlich, nicht wahr? Aber Kinder bedürfen der Liebe, um Liebe und Freude schenken zu können. Die erste Mißhandlung ist es, sie als Mittel zur Abdeckung des Kinderwunsches "haben" zu wollen.
3. Bevölkerungskontrolle in den armen Ländern
Weil wir selber keine Kinder haben wollen und es uns zu mühsam ist, sie großzuziehen, wollen wir im Namen der "Hilfe" für die kinderreichen Nationen diesen "Armen" helfen, auch keine Kinder mehr zu haben. Dafür zahlen die an Kindern armen, aber an allen materiellen Gütern so reichen Ländern viel Geld, damit die an Kindern reichen, materiell aber armen Länder auch noch kinderarm werden. Angeblich, damit es ihnen dann, wenn auch sie keine Kinder mehr haben, "besser" geht. Ob diese Rechnung aufgeht? Hand auf´s Herz: Ist es wahrscheinlich, daß die reichen Länder aus reiner Nächstenliebe Milliarden ausgeben für die Armen? Es wäre ein Novum in der Geschichte: Seit wann geben reiche Länder selbstlos und ohne Druck etwas her? Einzelne Reiche gab es immer, die Christen wurden und ihr Vermögen gaben, aber ganze Länder? "Zufällig" sind es vor allem Mittel zur Verhütung und Abtreibung, die die reichen Länder den Armen geben – wirklich zu ihrem Wohl? Ebenso "zufällig" ist es wohl, daß diese Pläne 1:1 den Naziprogrammen für die sich zu stark vermehrenden slawischen Völkern entsprechen. Seltsam! Wie, wenn auch die Motive irgendwie dieselben sind? Vielleicht ist das Ganze doch nur die Wiederholung einer noch älteren Geschichte:
"Aber die Söhne Israels waren fruchtbar, so daß das Land von ihnen wimmelte. Sie vermehrten sich und wurden überaus stark; sie bevölkerten das Land. In Ägypten kam ein neuer König an die Macht, der Josef nicht gekannt hatte.Er sagte zu seinem Volk: Seht nur, das Volk der Israeliten ist größer und stärker als wir. Gebt acht! Wir müssen überlegen, was wir gegen sie tun können, damit sie sich nicht weiter vermehren. Wenn ein Krieg ausbricht, können sie sich unseren Feinden anschließen, gegen uns kämpfen und sich des Landes bemächtigen." Heute würde man sagen: Sie könnten die Bodenschätze in ihrem Land selbst haben wollen...!
Eines steht fest: Es ist leichter und entspricht mehr den eigenen Interessen, die Armen zu bekämpfen statt die Armut.
4. Kommende Probleme
Aber zurück nach Europa: Wir haben, das ist offenkundig, nicht eine Überbevölkerung, sondern eine schwere Unterbevölkerung. Aber unsere Regierungen wollen, Land auf, Land ab, Gratis-Verhütungs-Mittel austeilen, an wen auch immer, und geben Steuergeld aus, um noch mehr Verhütung zu propagieren. Es ist wahr, von manchen Kreisen werden sie dafür beklatscht und vor allem gewählt. Aber die Zeichen der Zeit haben sie nicht verstanden.
Welche Probleme haben wir zu erwarten? Wir brauchen sie nicht einmal mehr "erwarten", weil sie schon da sind und nur noch schlimmer werden: Man kann die Pensionen nicht mehr zahlen. Den Grund begreift jedes Kind: Geld kann weder Brot backen noch alte Menschen pflegen. Geld ist zwar notwendig, aber nur der eine Teil der Vorsorge. Es muß jemand in der Bäckerei da sein, der bäckt, und es bedarf der Hände und eines menschlichen Herzens, um alten Menschen ein würdiges Abschiednehmen von diesem Leben zu ermöglichen. Pensionen einzahlen ist unerläßlich, aber genauso notwendig ist die liebevolle "Einzahlung" männlichen Samens in den Schoß einer Frau, um Kinder zu zeugen und zu erziehen. Nur gezeugte Kinder können Wohlstand erhalten und jene Leistung erbringen, die die Alten miterhält.
150 Millionen Menschen zusätzlich in Europa, und die meisten von ihnen werden einen anderen Glauben und eine andere Kultur mitbringen! Da weder die Zuwanderer noch die Einheimischen lauter Heilige sind, wird es Probleme geben, unvermeidlich. Man kann jetzt schon voraussagen: Es wird schwere Spannungen geben zwischen Leuten, die mehr oder weniger Christen sind, mit jenen, die sich mit oft unerleuchtetem, aber glühendem Eifer zum Islam bekennen. Mehrheiten werden entstehen, politischer Einfluß wird sich bilden, und es kann leicht sein, daß in seit Menschengedenken christlichen Gebieten Europas in absehbarer Zeit muslimische Mehrheiten nicht nur wohnen, sondern auch das Leben bestimmen. Man kann antworten: "Soweit kommt es nicht." Ich antworte: Bitte, kümmern Sie sich um eine Studie, die die zitierten Zahlen widerlegt, ich wäre sehr erleichtert. Oder: "Ein friedliches Nebeneinander der Kulturen ist doch nicht schlimm." Zugegeben, wenn es wirklich friedlich ist, hätte es zwar nicht nur, aber auch gute Seiten. Nur – wird es wirklich so friedlich sein, wie angenommen wird? Es gibt Gründe zu zweifeln. Wieder andere sagen: "Soll Europa islamisch werden! Na und?" Ich fürchte, solche Leute wissen nicht, wovon sie reden, und sie werden erst aufwachen, wenn sie selbst das erste Mal betroffen sein werden. Vielleicht beginnt ihre Nachdenklichkeit bei einer Harmlosigkeit wie jener, die mir neulich eine Wiener Hausfrau erzählte: In einer alten Einkaufsstraße konnte sie nirgends Schweinefleisch kaufen, weil alle einschlägigen Geschäfte von Muslimen geführt werden. Zugegeben: Es soll uns nichts Ärgeres passieren als dieses Kuriosum. Nur – sind wir uns sicher, daß "nichts Ärgeres" geschehen wird?
5. Aufgabe der Kirche
Die Kirchen sollen, völlig richtig, die wahre Toleranz predigen. Aber sie sollten ebenso dazu auffordern, die Probleme beim Namen zu nennen und in allem Freimut darüber zu reden. Die heutige Tabuisierung ist schlimm, erst recht die Diskriminierung jedes Menschen, der sachlich darüber sprechen will, als "ausländerfeindlich" oder gar als halber Nazi. Wohlbemerkt, alle sollten zu diesem Dialog eingeladen werden, auch die Zuwanderer. Toleranz, Problembewußtsein, Gespräch und Klärung, auf welchen geistigen Grundlagen wir "multikulturell" in Frieden zusammenleben können – all das brauchen wir dringend.
Aber die Kirchen dürfen nicht bei diesen freilich wichtigen moralischen Forderungen stehenbleiben. Sie müssen auch, ebenso in Freimut, darüber nachdenken, wie sie den Zuwanderern von Christus erzählen können. Wenn jemand eine solche Missionsarbeit als "Aggression" diffamiert, müßte das die Verantwortlichen in der Kirche alarmieren. Denn der Kirche erste und vornehmste Aufgabe ist es, Jesus Christus als das Heil und Licht der Welt allen Menschen vor Augen zu stellen. Und daß sie das in Freiheit tun darf, ist ein Gradmesser für die Anerkennung der Menschenrechte. Wer behauptet, die Verkündigung Jesu sei gegen die Menschenrechte, gleicht jenen Leuten, die behaupteten, Jesus sei vom Teufel besessen: Er stellt die Wahrheit auf den Kopf. Das Gegenteil ist wahr: Wer für Jesus eintritt und wirbt, verteidigt den Menschen und seine Freiheit.