| Kirchenentwicklung - Konservativismus oder Modernismus? |
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Andreas Laun Kirchenentwicklung - Konservativismus oder Modernismus? Velence-Ungarn 4. 8. 1999
Ganz klar sind die Begriffe nicht. Denn "Konservativismus" ist eine Haltung, die einen Menschen charakterisiert: Einer, der immer "konservare" will. Modernismus - als Gegenbegriff - ist dann die andere Haltung: Einer, der immer modern sein will. Mit beiden Haltungen kann man nicht einverstanden sein:
Mit einem Wort: Ein vernünftiger Mensch ist
Wenn wir die Begriffe auf die Kirche anwenden, ergibt sich, daß auch sie beides ist, modern und konservativ:
Insofern ist die Kirche "konservativ" und all ihre Re-Formen sind ein Wieder-Gewinnen der alten Form. So wie im Evangelium: Jesus, konfrontiert mit der Ehescheidung, reformiert die Einstellung der Zeit - im Namen dessen, was "von Anfang an" anders war, von Gott anders gedacht und gewollt war.
Gleichzeitig ist die Kirche modern, weil sie weiß, daß sie das pilgernde Volk auf dem Weg ist. Das bedeutet: Sie kommt immer wieder zu neuen Abschnitten des Weges, neue Aufgaben stellen sich und sie muß wachsen in der Erkenntnis Gottes. Darum hat auch das Konzil von den Zeichen der Zeit gesprochen, auf die wir schauen müssen: Die Kehrseite dieser "Zeichen der Zeit" ist die Einladung des Papstes zur "Reinigung des Gedächtnisses", das heißt, wir sollen keineswegs automatisch alles für gut halten, nur weil es in der Tradition geschehen ist. Manches in dieser "Tradition" war nicht gut, nicht vereinbar mit dem Gebot Gottes, nicht im Einklang mit dem Wohl des Menschen - nur vermeintlich "christlich". Darum müssen wir umdenken und dann auch neue Wege gehen:
Übrigens gilt besonders für manche dieser Themen: Was das im einzelnen heißt, kann nicht die Kirche sagen, sondern das ist Sache der Laien mit ihrer Kompetenz. Ich denke dabei z.B. an die Umwelt-Fragen oder auch daran, wie wir auf Weltprobleme der Unter-Entwicklung, der Armut, der Kriminalität eingehen.
In all diesen - und wohl noch anderen Bereichen - gilt es, einerseits das "Gedächtnis der Kirche" zu reinigen, andererseits mit der Kirche mitzugehen. Denn gerade in diesen Fragen erweist sich die Kirche als Pilgerin: Die die Wahrheit des Evangeliums tiefer erfaßt - und dieser neu und besser erkannten Wahrheit auch folgen muß: Sie muß dann modern sein, weil sie konservativ ist!
Ich bin kein Prophet, aber ich glaube, folgendes sagen zu können:
Die Krise ist ihrem Wesen nach eine Glaubenskrise, sie ist noch nicht vorbei und wir wissen nicht, was kommen wird. Im schlimmsten Fall kann es eine neue Spaltung geben. Angesichts dieser Krise müssen wir einerseits die Wahrheiten, die in Frage gestellt werden, noch besser darstellen (und versuchen, unsere Brüder und Schwestern zu gewinnen), andererseits dürfen wir uns nicht von den wesentlichen und wesentlicheren Wahrheiten ablenken lassen. Und: Wir müssen die Wahrheit leben, nicht nur behaupten. Das bedeutet z.B.: Angesichts der Infragestellung des 5. Gebotes Gottes - eine Infragestellung, die wie ein Rest des Geistes Hitlers ausschaut! - genügt es nicht, das "Evangelium vom Leben" zu verkünden, Christen müssen es leben und sich im Schutz des Lebens einsetzen. Neben der Krise gibt es viele Zeichen der Hoffnung. Ein besonders wichtiges Zeichen ist die Tatsache, daß viele neue Gemeinschaften heranwachsen - mit einem neuen Geist, der zwar manche alte Elemente aufnimmt, gleichzeitig neue Akzente setzt: z.B. in dem Wiederaufnehmen jüdischer Elemente! Auch aus Holland höre ich: Es wächst, nach dem Zusammenbruch eines wohl zu engen Katholizismus, eine neue Generation heran: Christen, die mit dem Papst in die Zukunft schauen! Ähnliche Erfahrungen machen wir auch in Österreich in den Priesterseminaren: Junge Leute kommen, die nicht alles besser wissen wollen, sondern die offen sind und einfach als Christen und Priester ihren Dienst tun möchten. Die Zukunft der Kirche und was die Kirche jetzt tun sollte, beschreibt Johannes Paul II. unter anderem in seiner Jubiläumsbulle. Johannes Paul II: fordert uns - die ganze Kirche - auf, die Schwelle zum 3. Jahrtausend mit dem Blick auf die Menschwerdung Gottes zu überschreiten und lädt uns dann ein, den Anfang des Epheserbriefes zu betrachten: EIN Ephesians 1:1 Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus, die an Christus Jesus glauben. 2 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. 3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. 4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; 5 er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, 6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; 7 durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade. 8 Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt 9 und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im voraus bestimmt hat: 10 Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist. HUN Ephesians 1:1 Pál, Jézus Krisztus apostola Isten Akaratjából, az Efézusban lévô És Krisztus Jézusban Hívô szenteknek. 2 Kegyelem néktek És békesség Istentôl, a mi Atyánktól, És az ùr Jézus Krisztustól. 3 Åldott legyen az Isten, És a mi Urunknak, Jézus Krisztusnak Atyja, a ki Megáldott minket minden lelki áldással a mennyekben a Krisztusban, 4 A szerint, a mint Magának Kiválasztott minket e benne Világ teremtetése elôtt, hogy legyünk mi szentek És feddhetetlenek e elôtte szeretet által, 5 Eleve Elhatározván, hogy minket a maga Fiaivá fogad Jézus Krisztus által az e Akaratjának Jó kedve szerint, 6 Kegyelme dicsôségének Magasztalására, a melylyel Megajándékozott minket ama Szerelmesben, 7 A kiben van a mi Váltságunk az e vére által, a bûnöknek Bocsánata az e kegyelmének Gazdagsága szerint, 8 Melyet nagy bôséggel közlött velünk minden bölcsességgel És értelemmel, 9 Megismertetvén velünk az e Akaratjának Titkát az e Jó kedve szerint, melyet eleve elrendelt Magában, 10 Az idôk teljességének rendjére nézve, hogy ismét egybeszerkeszt Magának mindeneket a Krisztusban, mind a melyek a mennyekben vannak, mind a melyek e földön vannak; Wir sollten nicht versuchen, krampfhaft modern oder krampfhaft konservativ zu sein, sondern einfach katholisch. Dabei sind wir in manchem modern, in anderem konservativ, aber immer darauf aus, Gottes Willen zu tun und die Zeichen der Zeit zu verstehen. |