Willkommen in der Diözesanbibliothek Salzburg!

Wo sich Geschichte und Theologie von ihren besten Seiten zeigen

Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist die älteste Bibliothek in Salzburg. Sie beherbergt mehr als 150.000 Medien mit den Schwerpunkten Theologie, Philosophie, Geschichte und Salisburgensia. Als öffentliche Spezialbibliothek unterstützen wir Sie gerne bei Ihren Recherchen. Die d|b|s Diözesanbibliothek Salzburg ist mit ihrem umfangreichen Altbestand, einer Vielzahl von Handschriften, Inkunabeln und Frühdrucken sowie wertvollen Sondersammlungen eine bedeutende Kultureinrichtung der Erzdiözese Salzburg.

Unsere Schaustücke im Dommuseum

Seit Anfang Oktober 2019 haben Sie die Möglichkeit, ausgewählte Objekte aus unserem Bestand im Dommuseum Salzburg zu betrachten. In einer Vitrine unter dem Motto „Schätze aus der Diözesanbibliothek Salzburg“ finden Sie wechselnde Schaustücke zu unterschiedlichen Themenbereichen:

 

 

Darstellungen zur Hl. Erentrudis (Fest: 30. Juni)

17D 405 und Urs IV Fr I: Tugend-Spiegel Aller Zucht-liebenden Closter-Jungfrauen

Der zu seiner Zeit sehr populäre Kapuzinerprediger Prokop von Templin (1609–1680) verfasste auch ein Büchlein über die hl. Erentrudis als Vorbild für Klosterfrauen, gewidmet der damaligen Äbtissin des Stiftes Nonnberg, Johanna Franziska von Rehling (1629–1693), erschienen 1679 in Sulzbach. Ausgestellt sind zwei Exemplare des Werkes, damit auch das Faltblatt mit dem Stich des „wundertätigen Hauptes“ der Heiligen zu sehen ist.

Urs SA 29: Saltzburgische Gold-Gruben Oder kurtze Lebens-Beschreibungen der vornehmsten Saltzburgischen Heiligen

Die Autorenschaft der Saltzburgische Gold-Gruben Oder kurtze Lebens-Beschreibungen der vornehmsten Saltzburgischen Heiligen, wird dem Salzburger Hof- und Universitätsbuchdrucker und Verleger zugeschrieben. Der Anlass zu diesem 1682 in seinem Verlag erschienenen Büchlein war die vermeintliche Elfhundert-Jahr-Feier der Gründung des Erzbistums. Stecher und Zeichner der Kupferstiche sind nicht bekannt.

AR 90/5.9 Gespräch Zwischen Der Heiligen Ehrentraut, Einer gebohrnen Schottländischen Printzeßin, ... Und Dem berühmten Johann George Gichtel

David Faßmann (1685–1744) begann 1716 in Halle Theologie und Philosophie zu studieren, ging jedoch schon 1717 als Journalist und Schriftsteller nach Leipzig. 1725 wurde er an den Hof des Königs von Preußen berufen, kehrte aber 1731 wieder nach Leipzig zurück. Die Zeitgenossen waren von seiner Zeitkritik beeindruckt, die von ihm 1718 bis 1739 herausgegebenen Gespräche in dem Reiche derer Todten hatten ungewöhnliche Breitenwirkung und störten Kirche und Zensur. Dort findet sich in der 169. Entrevue von 1732 das Gespräch Zwischen Der Heiligen Ehrentraut, Einer gebohrnen Schottländischen Printzeßin, ... Und Dem berühmten Johann George Gichtel, ... dessen Titelblatt und Frontispiz (Kupferstich) hier gezeigt wird. Unter dem Kupfer ist zu lesen: Es ist die Frömmigkeit an jederman zu preißen. Es muß sie jeder Stand, Ort und Religion, Unschätzbar Liebens-werth, und unvergleichlich heißen. Wo diese fehlt, da fehlt der Tugend ihre Cron. Johann Georg Gichtel (1638–1710) war ein Mystiker und Spiritualist, die von ihm gegründete radikal-pietistische Gemeinde nannte sich Engelsbrüder, von anderen aber auch als Gichtelianer bezeichnet.

Die Exemplare mit der Urs-Signatur gehören zur Bibliothek der Ursulinen von Salzburg, AR 90/5.9 ist alter Bestand der Priesterhausbibliothek und 17D 405 ist durch Protonotar Johannes Neuhardt an die DBS gekommen.

Text: Bernhard Humpel, DBS

Fotos: Peter Rohrmoser, AES

Literatur:

Wilmont Haacke: Fassmann, David. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961

de.wikipedia.org/wiki/Prokop_von_Templin

www.sn.at/wiki/Johann_Baptist_Mayr_%28Buchdrucker%29