Giampaolo Babetto

Babetto Monstranz

Argenti. Silber

30. Juni - 31. August 2014

In der neuen Reihe der Schatzausstellungen zeigt das Dommuseum heuer zeitgenössische liturgische Geräte sowie Schmuck und andere Arbeiten des italienischen Künstlers Giampaolo Babetto.

 

Giampaolo Babetto

 

Giampaolo Babetto (* Padua 1947) zählt zur sogenannten „Schule von Padua“ und zu den wichtigsten Schöpfern italienischen Autorenschmucks. Er lebt und arbeitet in Arquà Petrarca in den Colli Euganei. Er unterrichtete unter anderem an der Rietveld Academie in Amsterdam (1979, 1983), am Royal College of Art in London (1990) sowie an der Sommerakademie in Salzburg (1998) und hatte Einzelausstellungen im Stedelijk Museum in Amsterdam (1977), im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg (1993), im Palazzo Pitti in Florenz (2007) und in der Pinakothek der Moderne in München (2010). In Salzburg zeigten ihn die Galerien Thaddäus Ropac (1991), Heike Curtze & Suse Wassibauer (2000) sowie Zell am See (2001).

 

Argenti. Silber

 

Giampaolo Babettos Werk spiegelt zeitgenössische Kunstrichtungen wie Konkrete Kunst und Minimal Art. Er fügt seine Schmuckstücke aus abstrakten Elementen zusammen, kombiniert Edelmetall mit unüblichen Materialien wie Kunststoff oder bestäubt es mit Pigment in leuchtenden Farben. Er selbst spricht von „puren“ Formen.

 

In seinen freien Arbeiten greift er auf natürliche Formen wie Äste zurück, verarbeitet Werke alter Kunst oder das Motiv des Kreuzes. Zeichnungen bereiten seine Schöpfungen vor und zeigen die Schritte ihrer Entstehung.

 

Zwischen 2006 und 2008 schuf Giampaolo Babetto zwölf liturgische Geräte für die Jesuitenkirche St. Michael in München. Zunächst entstanden fünf Patenen, zwei Schüsseln, zwei Kannen für Wasser und Wein sowie ein Kelch. Die Zahl der Messbesucher und Kommunionsteilnehmer in St. Michael ist so hoch, dass viele große Gefäße nötig waren. Die Kannen für Wasser und Wein haben ein Fassungsvermögen von einem Liter.

 

2008 folgte die Monstranz, die in ihrer Schlichtheit und Größe zu den eindrucksvollsten zeitgenössischen Schöpfungen auf dem Gebiet des liturgischen Geräts gehört. Ihre Gestalt erinnert an eine barocke Strahlenmonstranz, aber die Formen sind reduziert. Die Strahlen sind vierkantige Silberstäbe, auf ihnen liegen silberne, teilweise mit rotem oder schwarzem Pigment bestäubte Streifen.

 

Die liturgischen Geräte sind im Südoratorium im Raum des Domschatzes, der Schmuck in der Kunst- und Wunderkammer zu sehen.

Babetto Becher
Giampaolo Babetto, Becher, 2010, Silber.
Babetto Ring
Giampaolo Babetto, Ring, 2013, Weißgold, Pigment.
Babetto Monstranz
Giampaolo Babetto, Monstranz, 2008, Silber, Pigment, Bergkristall, Kirchenstiftung St. Michael, München
Courtesy of Galerie Fred Jahn, Munich, Foto: Haydar Koyupinar, München