erzbischof paris lodron (1619-1653)

staatsmann zwischen krieg und frieden

16. mai - 26. oktober 2003

Erzbischof Paris Lodron regierte Salzburg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Während der Krieg das Reich verwüstete und ein Drittel der Bevölkerung auslöschte, konnte Paris Lodron durch eine geschickte Politik Salzburg den Frieden bewahren.
Einerseits hielt er, ganz auf Selbständigkeit bedacht, Distanz zu den Krieg führenden Parteien und ließ Befestigungen in Stadt und Land errichten. Andererseits bemühte er sich um einen innenpolitischen Konsens, der alle Stände des Landes einband.
Durch die Fertigstellung und Ausstattung des Doms setzte Paris Lodron politisch Zeichen und künstlerisch Maßstäbe. Die Domweihe 1628 war ein prunkvolles Fest und eine selbstbewusste Machtdemonstration. Der Neubau wurde zum Vorbild für Kirchen in Bayern und Österreich.
Unter den Künstlern, die am Dom arbeiteten, sind an erster Stelle der Architekt Santino Solari (1576-1646) und der Maler Arsenio Mascagni (um 1570-1637) zu nennen. Neben ihren Werken sowie den vielerorts neu errichteten Altären prägen vor allem die prächtigen Goldschmiedearbeiten und Gewänder die Kunst jener Jahre.
Durch die Gründung der Universität 1622/1623 sowie die Förderung von Klöstern, Stiften und Bruderschaften brachte Paris Lodron trotz der schwierigen Zeit auch dem geistigen und geistlichen Leben Salzburgs einen Aufschwung.
In Anerkennung seiner Leistungen wurde Paris Lodron am Ende seines Lebens als Vater des Vaterlandes verehrt. Er ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten Erzbischöfe Salzburgs.

 

Die Ausstellung findet in den Oratorien im Obergeschoss des Doms statt. Die südlichen Räume sind dem geistlichen Oberhaupt, die nördlichen dem weltlichen Herrscher gewidmet, denn der Kirchenfürst hatte beide Funktionen.
Porträts aus allen Abschnitten zeichnen den Lebensweg Paris Lodrons nach. Ansichten der Städte und Pässe rufen die Befestigungswerke in Erinnerung, Waffen und Bilder den Krieg, vor dessen Hintergrund sich dieses Leben abspielte. Gemälde, Skulpturen, liturgische Gewänder und Geräte zeugen von der reichen Ausstattung, die die Kirchen und Stiftungen erhielten. Die silberne Madonna aus dem Domschatz (um 1620/1630) sowie die Szepter der Universität (1650/1655) geben einen Eindruck von dieser Pracht.
Zwei Installationen von Virgil Widrich werden die Themen der Ausstellung anschaulich, pädagogische Angebote werden sie praktisch erfahrbar machen. Konzerte runden das Programm ab. Der reich bebilderte Katalog enthält neben den Ausstellungsobjekten Aufsätze zu allen wichtigen Aspekten des Lebens und der Zeit Paris Lodrons.

 

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Museum Carolino Augusteum, unterstützt durch das Land und die Stadt Salzburg, die Paris-Lodron-Universität sowie den Raiffeisenverband Salzburg und die Salzburg AG.

 
Salzburg, Dom, Innenansicht nach Osten
J. Lencker, Madonna, 1620/25, Salzburg, Dom
Wappen Erzbischof Paris Lodrons