Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Heiligen Drei Könige

26. November 2005 - 8. Januar 2006

Das Dommuseum öffnet auch heuer wieder in der Weihnachtszeit und bereichert aus diesem Anlass seine ständige Ausstellung um Bilder der Heiligen Drei Könige.

Die Geschichte und die Verehrung der Heiligen Drei Könige

Die Bibel berichtet von „Sterndeutern aus dem Osten“, die nach Bethlehem kamen, um das neugeborene Jesuskind zu verehren. Als sie es gefunden und ihm gehuldigt hatten, „holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe [...] dar“ (Mt 2,11).

 

Die Kirchenväter des 2.-3. Jahrhunderts machten aus den „magoi“ des Bibeltextes drei Könige. Die Namen „Caspar“, „Melchior“ und „Balthasar“ sind erstmals im 5. Jahrhundert belegt. Kurz zuvor war im Orient eine ausführliche Legende entstanden. Im Mittelalter kamen geistliche Schauspiele hinzu, die die Geschichte ausführlich erzählten. Die bedeutendste abendländische Fassung der Legende schrieb Johannes von Hildesheim 1364.

 

Die drei Gaben wurden als Zeichen der dreifachen Würde Christi (König, Gott und Arzt) oder als Symbole von Tod, Auferstehung und Erlösung gedeutet. Denn die Pflanzenharze „Weihrauch“ und „Myrrhe“ wurden als Räucherwerk verbrannt, Myrrhe zudem zur Einbalsamierung und in der Medizin verwandt.

 

Die Reliquien der Heiligen Drei Könige wurden 1164 aus Mailand nach Köln überführt. Dort entwickelte sich eine lebhafte Verehrung, von der der Schrein, die Wallfahrten und zahlreiche Patrozinien in der ganzen Region zeugen. Dennoch ist der Kult von der katholischen Kirche nicht förmlich anerkannt.

 

eil sie den weiten Weg nach Bethlehem machten, gelten die Heiligen Drei Könige als Patrone der Reisenden und Pilger. Auf ihre Verehrung gehen Namen von Gasthäusern wie „Stern“ oder „Mohren“ zurück. Heute noch verbreitet ist der Heischebrauch der Sternsinger, der mit einem Haussegen verbunden wird.

Darstellungen der Heiligen Drei Könige

Die „Anbetung der Könige“ gehört zu den ältesten Themen der christlichen Kunst und findet sich schon auf spätantiken Sarkophagen. Die Huldigung an sich war eine geläufige Szene des damaligen politischen Lebens, die „Anbetung“ galt als erste öffentliche Erscheinung Christi.

 

Im Mittelalter kommt die „Anbetung der Könige“ in Bildfolgen des Christus- oder Marienlebens vor, insbesondere in Evangelien und auf Altären. Einzelne Dreikönigenaltäre gibt es vor allem im Gebiet des Erzbistums Köln und entlang der Rheinschiene.

 

Seit dem 12. Jahrhundert unterschieden die Künstler die drei Könige nach dem Alter, seit etwa 1300 auch nach der Rasse. Meist wurde der älteste, würdigste König kniend und ein stehender König als Schwarzer dargestellt. Darüber hinaus bereicherten die Künstler die Szene durch Gesten und Gefolge. So nimmt der kniende König die Krone ab, ein langer Zug schlängelt sich durch den Hintergrund, oder ein stehender König weist auf den Stern: „Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.“ (Mt 2,10)

 

In der Erzdiözese Salzburg ist das Dreikönigspatrozinium selten. In Kitzbühel gab es, einer Quelle des 15. Jahrhunderts zufolge, Reliquien. Mit der Verbreitung der Weihnachtskrippe, die die Jesuiten im 17.-18. Jahrhundert stark förderten, wurden Darstellungen des Zuges und der Anbetung der Könige auch im süddeutschen und österreichischen Raum sehr häufig.

 

Die Ausstellung gibt einen kurzen Überblick über die Darstellung und Verehrung der Heiligen Drei Könige vom 3. bis ins 18. Jahrhundert. Zu sehen sind Bilder von Sarkophagen, Buchmalereien, Druckgraphik, Gemälde und Skulpturen. Eines der herausragenden Werke ist das Gemälde des Rottmayr-Mitarbeiters Simon Benedikt Faistenberger aus Kitzbühel. Gebetszettel, Anrührbildchen und Kupferstiche des Schreins stehen für den Kult, ein Frühdruck für die mittelalterliche Legende.

Auferstehung der Toten und Anbetung der Könige (Sarkophagrelief), in: Antonio Bosio, Roma sotterranea novissima, Rom 1651, München, Bayerische Staatsbibliothek
Die Heiligen Drei Könige erblicken den Stern, Augsburg 1500, Köln, Dombauverwaltung.
Simon Benedikt Faistenberger, Anbetung der Könige, 1724, Kitzbühel.
Lienhard Astl, Werkstatt, Anbetung der Könige, um 1520, Stift Kremsmünster.
Hl. Drei Könige, um 1725, Kundl.