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Kleine Geschichte der Erzdiözese Salzburg

Die Erzdiözese Salzburg ist mit Abstand die älteste österreichische Diözese. Als Kirchenprovinz (errichtet 798 unter Erzbischof Arno) umfaßte sie einst das gesamte altbayrische Stammesgebiet, den Großteil des heutigen Österreich, weite Teile Ungarns, Tschechiens und der Slowakei. Sieben gegenwärtige Kirchenprovinzen sind ganz oder großteils aus dem Salzburger Metropolitansprengel hervorgegangen.

Zur heutigen Kirchenprovinz gehören die Diözesen Gurk-Klagenfurt, Graz-Seckau, Innsbruck und Feldkirch.

Das Erzstift als geschlossenes Territorium weltlicher Macht spielte bis zur Säkularisation 1803 nicht nur in der Auseinandersetzung zwischen den rivalisierenden Ländern Bayern und Österreich eine politische Rolle. Dem Salzburger Erzbischof kam gerade im Mittelalter eine außergewöhnlich bedeutende Stellung zu.

In seiner heutigen Ausdehnung geht das Gebiet der Erzdiözese Salzburg auf die Bulle "Ex imposito" von 1818 zurück. Durch die Säkularisation des Erzstiftes und durch die zwischenstaatlichen und innerösterreichischen Grenzverschiebungen gingen ihr viele Gebiete verloren. Sie drohte auf das kleine Territorium des Landes Salzburg, das damals nur ein "Kreis Salzachgau" des heutigen Oberösterreich war, beschränkt und in seiner Lebensfähigkeit bedroht zu werden. Papst Pius VII. entschied deshalb, daß die seit ältester Zeit zu Salzburg gehörenden Teile des heutigen Bundeslandes Tirol mit der Zillergrenze (sog. "Unterinntal") bei Salzburg bleiben. Weiters sollten die in Tirol liegenden Teile des aufgelösten Bistums Chiemsee zu Salzburg zurückkehren und die am linken Innufer gelegenen drei bis vier Pfarren des Bistums Freising in Tirol neu zu Salzburg kommen.

Damit hat die Erzdiözese Salzburg heute eine Ausdehnung von 9.715 km2 mit ca. 623.765 Einwohner [lt. letzter Volkszählung], davon gehören 520.161 zur röm.-kath. Kirche.

Die 207 Pfarren, 10 Seelsorgestellen und 4 Wallfahrtskirchen mit eigenem Seelsorger sind in 20 Dekanaten zusammengefaßt. Im Dienst der Gemeinde- und Sonderseelsorge (Krankenhaus, Justizanstalt, Jugendarbeit, Seniorenheime, ...) stehen 249 Priester, 31 Diakone (meist ehrenamtl.) und ca. 70 hauptamtliche Laien (Pastoralassistenten, Pfarramtsleiter, Jugendleiter, u. a.).

Seit Januar 2003 steht der Kirche von Salzburg Erzbischof Dr. Alois Kothgasser vor.

Der hl. Abtbischof Virgil erbaute den ersten Dom und weihte ihn am 24. September 774. Größere Restaurationen erfolgten unter Erzbischof Hartwick (991-1023). Nach Zerstörungen in den Jahren 1127 und 1167 bauten ihn Konrad II. bzw. Konrad III. wieder auf. Dieser Dom wurde nach dem Brand 1598 völlig abgetragen. Der heutige Dom wurde nach Plänen von Santino Solari durch Erzbischof Markus Sittikus und Erzbischof Paris Lodron errichtet und den hll. Rupert und Virigl geweiht.
Am 16. Oktober 1944 durch einen Bombenangriff und den Einsturz der Kuppel schwer beschädigt, wurde der Dom unter Erzbischof Andreas Rohracher wiederaufgebaut: 27. Oktober 1946 Eröffnung des Langhauses; 26. Mai 1949 Kreuzaufsteckung auf die neue Kuppel; 1. Mai 1959 Eröffnung des zur Gänze erneuerten Domes. Am 1. Mai 1998 wurde der Abschluß der Renovierung des Domes in einem großen Fest gefeiert.

Besondere Jubiläen gab es in den letzten Jahren zu feiern. Das Jahr 1996 wurde als "Rupertusjahr" dem Gedenken an die (wahrscheinliche) Ankunft des hl. Rupert vor 1300 Jahren im Jahre 696 gewidmet. 1998 feierte die Erzdiözese ihr 1200jähriges Bestehen als Metropolitansitz.

Von 1994 bis 1996 waren alle Bewohner der Erzdiözese aufgerufen, sich an einem dialogischen Prozeß über Fragen an und in der Kirche von Salzburg, dem "Salzburger Diözesanforum" zu beteiligen. Die vom Erzbischof bestätigten Beschlüsse sollen den Weg der Kirche Salzburgs in das nächste Jahrtausend weisen.

Unter den vielen Wallfahrtskirchen seien nur einige genannt: Maria Plain (in der Nähe der Stadt Salzburg), Maria Bühel (bei Oberndorf), Maria Kirchenthal (bei Lofer), Maria Stein (bei Kirchbichl/T. und St. Leonhard (bei Tamsweg).

Bekannt ist die Erzdiözese Salzburg einerseits als wichtiges kulturelles Zentrum (Geburts- und Wirkungsort Mozarts, Salzburger Festspiele, "Stille Nacht"-Ursprungsort, ...) sowie andererseits durch die landschaftliche Vielfalt und Naturschönheit.

Bischofswappen

Das neue erzbischöfliche Wappen gliedert sich in das Schildhaupt mit dem
persönlichen Wappen des Herren Erzbischofs und in das Hauptfeld des Schildes
mit dem herkömmlichen Wappen der Erzdiözese Salzburg.

Mehr Informationen zum Bischofswappen finden sie hier.

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Zuletzt geändert: Donnerstag, 3. April 2003 , webmaster@kirchen.net