„Vater des Vaterlandes“

 

Vor 400 Jahren, am 13. November 1619, wählte das Domkapitel den amtierenden Dompropst Paris Graf Lodron zum Erzbischof von Salzburg

 

SALZBURG (eds-12. 11. 2019) / Mit einem Festakt im Salzburger Dom feiern Erzdiözese und Land Salzburg diesen Jahrestag. Erzbischof Paris Graf Lodron zählt zu den bedeutendsten Landesfürsten in der Geschichte des Erzbistums. Er hatte dieses Amt von 1619 bis bis zu seinem Tod im Jahr 1653 inne. Damit hatten weder Bayern noch Österreich ihren jeweils favorisierten Kandidaten durchsetzen können. Ein Glücksfall für Salzburg.

Die Geschichte sollte zeigen, dass die Domherren in dieser schwierigen Zeit des Dreißigjährigen Krieges auf die richtige Persönlichkeit gesetzt hatten. Denn während der Krieg das Heilige Römische Reich Deutscher Nation verwüstete und ein Drittel der Bevölkerung auslöschte, konnte Paris Lodron durch eine geschickte Politik Salzburg den Frieden bewahren. Wie seine Vorgänger weigerte er sich, dem Militärbündnis der Katholischen Liga, einem Zusammenschluss katholischer Reichsstände und Gegenpart der Protestantischen Union, beizutreten. 

Dennoch blieb dem Erzstift eine erdrückende finanzielle Beteiligung am Krieg und die Stellung von Truppen nicht erspart. Paris Lodron bemühte sich deshalb um einen innenpolitischen Konsens, der alle Stände des Landes einband. Er berief deshalb den Landtag wieder ein, um eine breite Unterstützung für die Bewältigung der immensen Kosten zu erreichen. Salzburg wurde zur uneinnehmbaren Festung ausgebaut; in der Stadt wurde dazu ein wehrhafter Gürtel von fünf großen Bastionen um die Neustadt gezogen. In der Altstadt wurden die Felsen des Mönchsbergs rundum geglättet und so als natürliche Wehrmauern nutzbar gemacht. Auch die Festung Hohensalzburg wurde der neuen Wehrtechnik entsprechend erheblich ausgebaut. Salzburg bot so vielen Zuflucht, darunter zeitweise sogar der Familie des bayerischen Herzogs Maximilian I. mitsamt der Altöttinger Madonna.

Vollender des Domes

Trotz der militärischen und politischen Probleme seiner Zeit konnte Paris Lodron den Salzburger Dom fertigstellen und künstlerisch ausstatten lassen. Der Architekt der Befestigungsanlagen, Santino Solari, war bereits vom vorigen Erzbischof, Marcus Sitticus, mit dem Dombau beauftragt worden. Die Domweihe am 25. September 1628 war – mitten im Krieg – ein prunkvolles achttägiges Barockfest und eine selbstbewusste Machtdemonstration. Der Neubau wurde zum Vorbild für Kirchen in Bayern und Österreich.Die Bautätigkeit Paris Lodrons in Salzburg ist durch das Familienwappen des Fürsten dokumentiert, das vor allem auf Befestigungsmauern zu finden ist.

Gründer der Universität

Auf Basis des unter seinem Vorgänger Marcus Sitticus eingerichteten Gymnasiums gründete Paris Lodron im Jahr 1622 die Universität Salzburg, die heute als Paris-Lodron-Universität seinen Namen trägt. Am 17. Dezember 1625 bestätigte Papst Urban VIII. diese neue Hochschule. Durch die Gründung der Universität 1622/1623 sowie die Förderung von Klöstern, Stiften – Paris Lodron gründete Kollegiatsstifte 1618 sowie 1621 in Laufen, 1633 in Tittmoning und 1631 das Schneeherrenstift bei der Domkirche Salzburg – sowie Bruderschaften brachte er trotz der schwierigen Zeit auch dem geistigen und geistlichen Leben Salzburgs einen Aufschwung.In Anerkennung seiner Leistungen wurde Paris Lodron am Ende seines Lebens als Vater des Vaterlandes verehrt. 

Foto: Paris Graf Lodron wurde am 13. Februar 1586 in Castelnuovo im Trentino geboren. Schon als Elfjähriger begab er sich zum Studium der Theologie nach Trient, später nach Bologna. Seine Studien beendete er bei den Jesuiten in Ingolstadt im Jahr 1604. Er wurde 1614 zum Priester geweiht. Im Erzbistum Salzburg stieg  Paris Lodron zum Dompropst und zum Präsidenten der erzbischöflichen Hofkammer auf und wurde am 13. November 1619 zum Erzbischof gewählt. Die Bischofsweihe empfing er am 23. Mai 1620. Paris Lodron starb am 15. Dezember 1653 in Salzburg. 

Foto: RB/AES

 

Festakt 

400 Jahre Erzbischof Paris Lodron

am Mittwoch, 13. November, 19 Uhr, im Dom zu Salzburg.

Festvortrag: Prälat Dr. Johannes Neuhardt: „Paris Lodron – der Bischof – der Reichsfürst – der Mensch“

Musik aus der Zeit Paris Lodrons.

Anmeldung ist aus organisatorischen Gründen (mit Personenanzahl) erforderlich per E-Mail: festakt.parislodron@salzburg.gv.at

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