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Jahr der Barmherzigkeit in Österreich

Jahr der Barmherzigkeit

 

Von der Leistungsmoral zur Kultur der Versöhnung

Ablass, eine pastorale Herausforderung  

Das Wort „Ablass“ lässt Christen nicht unbewegt. Es erinnert sofort an seine missbräuchliche Form, den Ablasshandel, das Geschäft mit der Reinigung der Seele, die im 16. Jh. zur Spaltung der Kirche führte. Davon hat sich die Kirche längst distanziert, obwohl der Begriff bis heute Geltung hat. Nur wie buchstabieren wir den an sich positiven Sinn in die Pastoral von heute und in das Jubeljahr 2016?

Ablass betrifft jenen Teil der Bußpraxis, bei dem auch nach vergebener Schuld Folgen dieser Schuld noch zurückbleiben. Die Beziehung zwischen Gott und Mensch ist weiterhin belastet und braucht Aufarbeitung.

Ein Beispiel: Bekennt ein Mensch in der Beichte seine Mitverantwortung beim Bruch einer Beziehung, ist er zwar losgesprochen von akuter Gewissensnot, doch ein gewisses Leid in den betroffenen Menschen bleibt. Eine Perspektive zur Beschäftigung mit den Konsequenzen soll gefunden werden.

Ein Weg des harten Ringens beginnt dann erst, früher Läuterung, Sühne oder Fegefeuer genannt. Mit Ablass sorgt die Kirche für pastorale Hilfen, um Menschen diesen Prozess zu erleichtern und sie mit Gott zu versöhnen.

„Wie gewinne ich die barmherzige Liebe Gottes?“

Diese Frage stellen Glaubende seit biblischer Zeit bis heute. Die Geschichte des Christentums fand unterschiedliche Antworten. Glaubenszeugen älterer Generationen erzählen noch von einem minutiösen Regelwerk für Nachlass und von ihrer Angst vor dem Strafgericht Gottes. Seelsorge im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils hat uns längst gelehrt, diese Maßnahmen nicht mehr als Leistungsdruck, sondern als Angebot und als Chance zu erkennen:

Mit Freude schalten viele am Ostersonntag den Fernseher an, um den Segen „Urbi et Orbi“ zu empfangen. Mit neuer Kraft kann es erfüllen, jeden Schritt einer Wallfahrt oder eines Pilgerweges auszukosten. Auch Glaubensfernere erleben solche Angebote oft als positive Impulse zu einem Kurswechsel. Das drohende „MUSS“ ist zu einem befreienden „DARF“ geworden, Sühne-Leistung zur Auszeit mit Gott und Ablass zur Kultur der Versöhnung.

Im Jahr der Barmherzigkeit bietet auch die Erzdiözese ein Netz von Diensten, Symbolen und Ritualen, die helfen, unser Herz auf das Wesentliche zu lenken. Sie setzt Wegweiser, damit wir uns öffnen und sensibel werden für das, was uns trennt von der barmherzigen Liebe Gottes.

Heilige Pforten signalisieren die Offenheit. Predigten zum Jubeljahr stimmen ein, Beichtstühle werden auf Hochglanz gebracht. Anbetung, Versöhnungsfeiern, Besinnungstage laden ein zum Umdenken. Formen der Tradition werden belebt und neue Formen ausprobiert: Aktion Waschtag (Osterputz für die Seele) ist ein „verheutigtes“ Zeichen, dass äußerliche Reinigung ein Ansporn zur inneren werden kann.

Kirche kann hier nur Impulsgeberin sein. Denn die Türen stehen offen, hindurch gehen aber muss ich selbst. Und die geweckte Sehnsucht in mir wird den ersten Schritt tun. Barmherzige Liebe ist da: Ich bin geladen, ihr freiwillig entgegen zu gehen.  

Irene Unterkofler Mitarbeiterin im Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg  

 

Missionare der Barmherzigkeit

Papst Franziskus kündigte für die Fastenzeit im Jubiläumsjahr „Missionare der Barmherzigkeit“ (Misericordiae Vultus 18) an. In unserer Erzdiözese stehen folgende Priester für Impulse bei Dekanatskonferenzen, Predigten, pfarrliche Veranstaltungen und für Beichtaushilfen zur Verfügung: Josef Aichriedler  (0676 8746 5310), Matthäus Appesbacher (0676 8746 7060), Egon Katinsky (0676 8746 6660), WB Andreas Laun (0664 3376025), Sebastian Manzl (0676 8746 7022), Richard Schwarzenauer (0676 8746 7200).  

Pforten der Barmherzigkeit

In der Erzdiozese Salzburg wurden folgende besondere Orte der Barmherzigkeit durch Erzbischof Dr. Franz Lackner OFM benannt, an denen zum Teil besondere Beichtgelegenheiten und spezielle Angebote gegeben.
Dom zu Salzburg
Basilika Maria Plain
Basilika Mariathal
Franziskanerkirche
Loreto-Kloster Salzburg
Pfarrkirche Dürrnberg
Pfarrkirche Großgmain
Pfarrkirche St. Veit im Pongau
Pfarrkirche Stuhlfelden
Stiftspfarrkirche Mattsee
Wallfahrtskirche Maria Kirchenthal
Wallfahrtskirche Maria Rast (Zell am Ziller)
Wallfahrtskirche Mariastein
Wallfahrtskirche St. Leonhard (Tamsweg)
Wallfahrtskirche Maria Hilf – Kufstein-Kleinholz 

„Wer durch diese Pforte hindurch schreitet, kann die tröstende Liebe Gottes erfahren, der vergibt und Hoffnung schenkt. Wenn wir die Heilige Pforte durchschreiten, lassen wir uns umarmen von der Barmherzigkeit Gottes und verpflichten uns, barmherzig zu unseren Mitmenschen zu sein, so wie der Vater es zu uns ist.“ (Papst Franziskus)