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Imbergstraße 2 - 5020 Salzburg. Tel. 0662/873206 Fax DW 14. email: jungk-bibliothek@salzburg.at, Internet: www.jungk-bibliothek.at Sämtliche Titel können in der JBZ entlehnt werden.
Vision einer Tätigkeitsgesellschaft "Von der Arbeit zur Tätigkeit", "Vom Terror der Ökonomie zur Wirtschaft im Dienste des Menschen" und "Von der Geld- zur Zeitökonomie" - so einige der Schlagworte aus der aktuellen Diskussion über den Wandel der Arbeits- zur Tätigkeitsgesellschaft, die der Autor - er ist Leiter des Katholisch-Sozialen Instituts in Bonn - sehr lebendig wiedergibt. Sikora beschreibt in diesem auch als CD-ROM verfügbaren Buch unterschiedliche Arten von Tätigkeiten, Einkommen, Kompetenzen und Zeiten, die die Fixierung allein auf die Erwerbsarbeit überwinden und deutlich machen, wie eine auch von der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung Westdeutschlands geforderte "Tätigkeitsgesellschaft" aussehen könnte. Eine informative Zusammenstellung von Zukunftskonzepten. Vorsicht bleibt freilich geboten, dass die an sich sinnvolle Aufwertung von Familienarbeit, Eigentätigkeit und Ehrenamt nicht zu einer erneuten Zementierung der Geschlechterrollen verkommt. Die Männer in den bezahlten Jobs, die Frauen in dem, was sonst noch an gesellschaftlicher Arbeit zu tun ist! Hans Holzinger Joachim Sikora: Vision einer Tätigkeitsgesellschaft. Neue Tätigkeits- und Lebensmodelle im 3. Jahrtausend. Bonn: Katholisch-Soziales Inst., 1999. 141 S., öS 146,- Adresse des Autors: Joachim Sikora, Katholisch-Sozialen Institut, Selhofer Str. 11, D-53604 Bad Honnef, Internet: www.ksi.de, email: Info@ksi.de (923 Zeichen)
Die Erfolgsgeschichte des Kapitalismus, diagnostiziert André Gorz in seinem jüngsten Werk, ist ein Triumph des Geldes, "Geld, das durch den alleinigen Verkauf von Geld sich selbst einträgt". Sein Zusammenbruch jedoch kann nur verhindert werden, wenn es gelingt, wider den zerstörerischen Vorteil des Einzelnen eine gesamtgesellschaftliche Vision eines höheren Allgemeinwohls zu entwickeln. Mit eindrucksvollen Daten und Fakten verdeutlicht Gorz die inhumanen Folgen der Sozialstaats-Demontage - rund 7 Prozent der männlichen Erwerbsbevölkerung der USA hat mit der Justiz zu tun, 2 Prozent sitzt im Gefängnis, während 1994 ein leitender Angestellter im Durchschnitt 187 mal so viel wie ein Arbeiter verdiente -; Gorz verweist auf die "widerstehliche Diktatur der Finanzmärkte", benennt aber auch konkrete Beispiele gelingender Solidarität (v. a. in Dänemark den Nierderlanden). Insgesamt diagnostiziert der Autor einen "Rückstand des Politischen" und benennt drei Bedingungen zukunftstauglicher Gesellschaftsgestaltung: ausreichendes (Grund)Einkommen für alle, die Umverteilung von Arbeit mit kollektiver und individueller Zeitsouveränität und die Entfaltung neuer Formen von Gesellschaftlichkeit. Walter Spielmann (1031 Zeichen) André Gorz: Arbeit zwischen Misere und Utopie. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 1999. 208 S. öS 234,-
Lothar Liß - er ist DGB-naher Industriesoziologe - und Josef Wöss von der Kammer für Arbeiter und Angestellte in Wien haben in akribischer Detailarbeit die Leistungsniveaus, Finanzierungswege und sozialpolitischen Prioritäten der Sozialsysteme Schwedens, Deutschlands und Österreichs verglichen. Bei vielen Gemeinsamkeiten orten sie dabei auch beträchtliche Unterschiede. Generell wurde deutlich, dass das deutsche und österreichische Sozialsystem sehr stark erwerbsarbeitszenriert ausgerichtet sind, während in Schweden die individuelle Grundversorgung und eher das Egalitätsprinzip (z.B. Obergrenzen für Pensionen und Arbeitslosengeld) im Vordergrund steht. Zum anderen ist aufgrund einer offensiven Frauenpolitik die Erwerbsquote in Schweden bedeutend höher als in den Vergleichsländern. Beschäftigung auf mehr Menschen zu verteilen - darin sehen die Autoren auch die Zukunftsstrategie für den Bestand der sozialen Sicherungssysteme. Die demografischen Verschiebungen (Verringerung der Geburtenrate) werden dabei nicht nur als Gefahr gesehen, sondern auch als Chance zur Entlastung des Arbeitsmarktes. Interessantes Detail am Rande: Die Familien werden in Österreich von allen drei Ländern am meisten gefördert. Hans Holzinger (1062 Zeichen) Lothar Liß, Josef Wöss: Umbau statt Abbau. Sozialstaaten im Vergleich. Deutschland, Österreich, Schweden. Wien (u.a.): ÖGB-Verl., 1999. 320 S. Anschrift der Autoren in Österreich: Josef Wöss, Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien, Prinz-Eugen-Str. 20-22, A-1040 Wien. Tel 01/50165-0
Unter atypischer Beschäftigung werden Arbeitsformen wie Teilzeit, geringfügige oder befristete Anstellungen, Leiharbeit, Arbeit auf Abruf, Telearbeit bis hin zu sogenannter Scheinselbständigkeit zusammengefasst. Die vorliegende, vom österreichischen Sozialexperten Emmerich Tálos herausgegebene Studie gibt einen ausgezeichneten Überblick über die arbeitsmarktpolitische wie arbeitsrechtliche Situation dieses an Breite gewinnenden Sektors in Europa (erörtert werden 11 EU-Länder und Slowenien) sowie in den USA, dem "Vorreiter" hinsichtlich atypischer Beschäftigungsverhältnisse. Das AutorenInnenteam scheut sich auch nicht, die Gefahren dieser Entwicklung der Deregulierung zu benennen. Hans Holzinger (625 Zeichen) Emmerich Talos (Hg): Atypische Beschäftigung. Internationale Trends und sozialstaatliche Regelungen. Wien: Manz, 1999. 478 S. öS 489,- Anschrift des Herausgebers: Emmerich Tálos, Professor und Institutsvorstand am Institut für Staats- und Politikwissenschaft der Universität Wien, Hohenstauffeng. 9/7, A-1010 Wien. Tel. 01/427738301
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