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Thema:

Zukunft der Arbeit

Anna Wall-Strasser
Referat Betriebspastoral
der Diözese Linz

Zur Zukunft der Arbeit    – 
Positionen des Forums „Kirche und Arbeitswelt“






‚Arbeit ist der Dreh- und Angelpunkt der sozialen Frage‘ (Laborem Exercens)
In der Kath. Soziallehre hat Arbeit hat eine naturale, soziale, personale, politische und religiöse Dimension. Sie ist  Existenz,  Kommunikation, Selbstfindung, Kampf und Glaubensausdruck. 
Arbeit hat nicht die selbe Gesetzmäßigkeit wie Ware !

Daher ist aus der Position der Soziallehre sowie aus der biblischen Option für die Schwächeren Kritik des  Neoliberalismus geboten, der die Arbeit dem Spiel der freien Marktkräfte überlässt. Dieser regelt die Nachfrage vorwiegend über den Preis; d.h.: je billiger, desto mehr wird nachgefragt. Das setzt eine Spirale in Gang von Deregulierung zu Auslagerungen, erhöht den Druck auf die ArbeitnehmerInnen, verschlechtert die Arbeitsbedingungen zusehends, und verändert nichts an der zunehmenden Arbeitslosigkeit. 
Als Folge des freien Kapitalsmarkts gerät zudem die gesamte real produzierende Wirtschaft zunehmend unter den Druck des ständig wachsenden Kapitalmarkts.
Kapitalmarktinteressen (shareholder value) gehen vor ArbeitnehmerInneninteressen.

Daher müssen die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens gestaltet werden, Politik muss eingreifen. Die Politik/der Staat muss für einen Interessensausgleich sorgen:
- Kapitalspekulation eindämmen: Globalisierung der Politik als Antwort auf die Globalisierung der Märkte
- Steuern als Instrument der (Um)-Verteilung nützen: Besteuerung der Produktivität, der Energie, der Einkünfte aus Besitz und Vermögen,....... zur Entlastung des Faktors Arbeit
- Gesetzliche Regelungen hinsichtlich  der Verteilung von Arbeit ergreifen:  Arbeitszeitverkürzung ist ein Verteilungsinstrument
- Staat kann Arbeit schaffen: im Sozial- und Dienstleistungsbereich, im ökologischen Bereich, in der Infrastruktur 

Unter dem Begriff ‚Arbeit’ wird normalerweise Erwerbsarbeit und dabei das Normalarbeitsverhältnis verstanden. Nur dieses sichert durch das erzielte Einkommen die Existenz, und ist sozial- und arbeitsrechtlich abgesichert. Erwerbsarbeit wird aber zunehmend atypisch ( Teilzeit, Leiharbeit, Jobsharing, Werkverträge,.......... ) und prekär (geringfügige Beschäftigung ohne Kranken- und Pensionsversicherung). Sie ist damit nicht mehr umfassend existenzsichernd.

Es gibt darüber hinaus noch andere Arbeitsformen: Haushalts- und Erziehungs-arbeit, Pflegetätigkeit, ehrenamtliche Tätigkeit, Eigenarbeit, ..... 
Vor allem Frauen sind in mehreren Formen der Arbeit tätig, ohne Existensicherung und sozialer Absicherung.
Es ist im Zusammenhang mit der Zukunft der Arbeit wichtig, Übergänge zwischen  den verschiedenen Arbeitsformen und Tätigkeiten zu schaffen, und sie für beide Geschlechter im Lauf der verschiedenen Lebensphasen möglich zu machen. Das erfordert eine Verbesserung ihrer Anerkennung, sowie die Schaffung von sozialer Absicherung und materieller Existenzsicherung.
Ein existenzsicherndes Grundeinkommen für alle wäre eine mögliche Maßnahme dafür. 
 

Anna Wall-Strasser
 

 mailto:betriebspastoral@dioezese-linz.at
 
 
 
 

 

 


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Zuletzt geändert: Freitag, 15.Juni 2001, <webmaster@kirchen.net>