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Die Orgeln im Salzburger Dom |
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Bis
zum Jahr 1859 waren am Dom zu Salzburg, auch gemessen an europäischen
Verhältnissen, einzigartige Voraussetzungen für die Kirchenmusikpflege
gegeben: An den vier Pfeilern im Kuppelraum befanden sich Emporen für
Sänger und Instrumentalisten, dazu jeweils eine Orgel, zusätzlich ein
Chorpositiv im Presbyterium und - seit 1703 - eine große Orgel auf der
Westempore . Wohl kennt die Geschichte des Orgelbaus eine Reihe von
Kirchen mit zwei oder mehr Orgeln, die Situierung in Salzburg mit vier
Orgeln und vier Musizieremporen im Kuppelraum ist jedoch singulär
geblieben. |
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Die
große Domorgel auf der Westempore erbeut vom Salzburger Hoforgelmacher
Christoph Egedacher, hatte zunächst nur 24 Register auf zwei Manualen und
Pedal. Bereits 1705 wurde das Orgelgehäuse durch harfenförmige
Seitenfelder und das Orgelwerk um ein drittes Manual auf 42 Register
erweitert (darunter allein 10 Zungenstimmen). Das Hauptwerk war gegenüber
dem Bau von 1703 unverändert geblieben, das zweite Manual fand im
Unterbau des Gehäuses Aufstellung, das dritte Manual im Ober- (Kron-)
werk, das Kleinpedal in den seitlichen Feldern. Von besonderem Interesse
ist die Spielanlage des Werks, da sie nach bisheriger Kenntnis den ersten
freien Spieltisch in Österreich darstellt. (das
Bild zeigt den Spieltisch um 1705) Nach einem erneutem Umbau 1718
blieb die große Orgel im wesentlichen unverändert, ehe sie in den Jahren
1842 bis 1845, entsprechend den kirchenmusikalischen Erfordernissen dieser
Zeit, umgestaltet wurde. Der Salzburger Orgelbauer Ludwig Mooser baute den
Klaviaturumfang aus und vermehrte das Werk um weitere 18 Stimmen. |
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Damit
hatte Salzburg die "größte Kirchenorgel der Monarchie"
erhalten, doch zeigte sich bald, dass der Versuch einer Synthese von
handwerklicher Praxis und technischem Fortschritt nicht in jeder Hinsicht
geglückt war. Durch die Überdimensionierung des Werkes war das zwar
monumentale, doch nur für 50 Register konzipierte historische Gehäuse
seiner Funktion entkleidet, es diente nur noch als Fassade. Problematisch
erwiesen sich auch die Windladen in ihrer unterschiedlichen, aus mehreren
Entstehungsphasen stammenden Bauweise. |
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Durch
die Bombardierung des Domes nahmen Haupt- und Chororgel schweren Schaden.
Zwar wurden beide Instrument zur Wiederöffnung des Domes 1959
instandgesetzt, doch zeigte sich bald, dass eine Generalsanierung nicht
länger aufzuschieben war. Die Überlegungen schwankten zwischen Erhaltung
des "gewachsenen Zustandes" und technischer, dispositioneller
oder radikaler Erneuerung. Die vom Metropolitankapitel eingesetzte
Expertenkommission entschied sich schließlich für den Neubau der großen
Orgel im wiederherzustellenden Gehäuse von 1705, wobei historisch
wertvolles Pfeifenmaterial des 18. und 19. Jahrhunderts wiederverwendet
werden sollte, und für die schrittweise Wiedererrichtung der
Pfeileremporen und -orgeln im Kuppelraum. Damit sollten nicht nur die
vormaligen Musiziermöglichkeiten geschaffen werden, die sich durch 230
Jahren bewährt hatten, sondern auch Impulse für zeitgenössische
Komponisten ausgehen. |
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