| Home | Material | Intern | Kontakt/Impressum | Information zur Barrierefreiheit

Die Botschaft


Und als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
(Markus 1, 10)


Wie wir in den Evangelien lesen, ist die Verkündigung Johannes des Täufers Ankündigung des Gerichtes. Die Chance ist vertan. Aufgrund der bösen Taten ist alle Welt dem Richterspruch Gottes verfallen. Nicht einmal dem Volk Israel nutzt seine Auserwählung durch Gott etwas. Die Menschen können noch Zeichen der Buße und Taten der Wiedergutmachung setzen. Aber das Urteil steht fest und das Ende ist nahe.
Jesus folgt dem Aufruf des Johannes und lässt sich im Jordan taufen. Als Jesus aber aus dem Wasser steigt, wird ihm im Gegensatz zur Verkündigung des Johannes eine ganz andere Gotteserfahrung zuteil: Er sieht, dass der Himmel sich öffnet, der Geist kommt wie eine Taube auf ihn herab und er hört eine Stimme: Du bist mein geliebter Sohn. - Jesus erfährt einen Gott, der mit umfassendem Wohlwollen der Welt und den Menschen gegenübersteht, einen Gott der will, dass das Leben gelingt. Er erfährt, dass der Himmel offen steht.


Alle Leute staunten über das, was Jesus tat.
(Lukas 9, 43b)


Damit Veränderung geschehen kann, braucht es als Vorraussetzung eine gewisse Überraschung, eine Irritation, die überhaupt eine Bewegung im Menschen in Gang setzt, sodass Veränderung, Erneuerung möglich wird.
Wie ein Refrain zieht sich die Überraschung, das Staunen durch die Berichte vom Leben Jesu. Vom Staunen über die Antworten des Zwölfjährigen im Tempel - ja eigentlich schon von der erstaunten Rückfrage der Maria an den Verkündigungsengel - über die überraschenden, provozierenden, manchmal geradezu frechen Antworten und Reden und Taten Jesu, bis hin zur Verwunderung des Petrus, der sich ins leere Grab beugt und dort nur die Leinenbinden liegen sieht, und weiter zur Himmelfahrt, wo die Apostel mit offenem Mund zurückbleiben, die Augen zum Himmel gerichtet. Die Überraschung, das Staunen, die Verwunderung ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben Jesu.
Es geht in der Aktionswoche darum, Menschen immer wieder überraschend mit dem Evangelium zu konfrontieren. Gerade dort, wo sich Alltag abspielt und wo sie es nicht erwarten. Es geht um eine positive, sympathische aber auch herausfordernde Begegnung. Es geht darum einen Raum für das Staunen zu schaffen, einem Staunen über ein kleines Stück, einen Funken der Erfahrung, dass der Himmel offen steht


Das Himmelreich ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
(vgl. Matthäus 4,17; Markus 1,15)


Diese Erfahrung bewegt Jesus zu seiner Verkündigung. Und was könnte sonst die Botschaft der Woche sein, als die Verkündigung Jesu, wie sie uns in den Evangelien zusammengefasst überliefert ist in den Worten: Das Reich Gottes bzw. das Himmelreich ist nahe. Kehrt um und glaubt an die frohe Botschaft, an das Evangelium. Kehrt um und glaubt. Das ist Aufforderung, Herausforderung zur Veränderung. Diese Herausforderung ist auch für die Woche ganz wichtig.
Damit diese Herausforderung aber gehört, angenommen werden kann, braucht es zuvor die Zusage, braucht es zuvor ein Stück dieser Erfahrung: Das Reich Gottes ist nahe, der Himmel ist offen.