Rahmenordnung

für Priester und Pfarrassistenten/Pfarrassistentinnen in Gemeinden ohne Pfarrer vor Ort.

Rahmenordnung Pdf

 

1. Grundsätzliche Bestimmungen

Eine wachsende Zahl von Pfarrgemeinden hat auf Grund des Priestermangels keinen Pfarrer mehr, der in ihrer Mitte lebt und den Dienst der Seelsorge wahrnehmen kann. Diese Pfarren sind kirchenrechtlich vakant. In dieser Situation beauftragt der Diözesanbischof, der zum Hirten der Diözese bestellt ist und dem die Sorge für die Diözese anvertraut ist (can. 375 CIC), gemäß can. 517 §2 CIC einen Priester, der mit den Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet ist und die Seelsorge leitet sowie einen Pfarrassistenten, der an der Wahrnehmung der Seelsorgsaufgaben der vakanten Pfarre beteiligt ist.

Die Rahmenordnung gilt für Diakone und Laien als Pfarrassistenten in gleicher Weise, unbeschadet jener Aufgaben, die dem Diakon aufgrund seiner Weihe zukommen.

Priester, die im Sinne von can. 517 §2 CIC die Seelsorge in einer Pfarrei leiten, werden im folgenden „Pfarrprovisor“ bzw. „Priester“ genannt.

 

2.  Der zuständige Priester

2.1  Rechtsstatus

Der Priester ist nach can. 517 §2 CIC kraft universalen Rechts mit allen Vollmachten und Befugnissen eines Pfarrers ausgestattet. Der Priester vertritt rechtlich die Pfarre nach innen und außen. Gemäß can. 534 § 2 ist ein Priester, dem mehrere Pfarreien anvertraut sind, zur Applikation nur einer Messe für das ihm insgesamt anvertraute Volk verpflichtet.

Es ist Sorge zu tragen, dass im Pfarrhof ein Zimmer für den Pfarrprovisor eingerichtet wird. Gleichzeitig ist die Privatsphäre des Pfarrassistenten zu wahren.

 

2.2  Aufgaben

Dem Pfarrprovisor kommt die Leitung der Seelsorge in der Pfarre zu. Er nimmt die Seelsorge vornehmlich durch die Ausübung der an Leben und Dienst des Priesters gebundenen Aufgaben, insbesondere durch den Vorsitz in der Eucharistiefeier und die Feier der Sakramente, wahr.

Laut Kirchenrecht hat der Pfarrprovisor den Vorsitz im Pfarrgemeinderat, kann sich jedoch durch den Pfarrassistenten vertreten lassen. Die Leitung der Sitzungen obliegt gemäß Statut des Pfarrgemeinderates dem Obmann/der Obfrau des Pfarrgemeinderates.

Der Pfarrprovisor ist Vorsitzender des Pfarrkirchenrates, kann sich aber durch den Pfarrassistenten, wenn dieser geschäftsführender Vorsitzender des PKR ist, bei den Sitzungen vertreten lassen. Die laufenden Geschäfte des Pfarrkirchenrates kann im Rahmen der diözesanen Pfarrkirchenratsordnung der Pfarrassistent als geschäftsführender Vorsitzender des PKR führen. Der Pfarrprovisor muss jedoch Schriftstücke rechtsverbindlicher Art mit dem Pfarrassistenten und dem PKR-Obmann als Erstzeichnungsberechtigter unterfertigen.

Die Aufgaben im Bereich der Liturgie, der Verkündigung, der Diakonie, der Gemeinschaftsbildung sowie der Leitung und Verwaltung werden am Beginn des gemeinsamen Dienstes vereinbart und im Zusatzprotokoll zum Anstellungsdekret festgehalten (vgl. auch die Aufgaben des Pfarrassistenten).

3. Der Pfarrassistent

3.1  Befähigung

3.1.1  Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Theologiestudium oder Ausbildung am Seminar für kirchliche Berufe bzw. vergleichbare Ausbildung
  • Mehrjährig bewährte pastorale Tätigkeit in Pfarre, Dekanat, Region oder Diözese als Pastoralassistent
  • Teilnahme an der diözesanen Berufseinführung
  • Teilnahme am Triennalkurs
  • Absolvierung des von der Diözese organisierten Kurses „Pfarrbefähigung und Befähigung für pastorale Leitungsaufgaben“

 

3.2  Aufgaben

Die folgende Auflistung bildet den Rahmen für die Aufgaben des Pfarrassistenten, die im Zusatzprotokoll zum Anstellungsdekret festgehalten werden.

 

3.2.1.  Liturgie2 

  • Sorge um die Gestaltung der Liturgie und die tätige Teilnahme der Gläubigen an den liturgischen Feiern
  • Leitung von Wort-Gottes-Feiern (auch an Sonn- und Feiertagen, wenn keine Eucharistie gefeiert werden kann)
  • Sorge um die Übernahme von liturgischer Mitverantwortung durch die Gemeindemitglieder
  • Aufbau eines Liturgieteams
  • Predigtdienst bei Wort-Gottes-Feiern
  • Segnungshandlungen in Absprache mit dem Pfarrprovisor gemäß den diözesanen Richtlinien

 

3.2.2  Verkündigung

  • Hinführung zur Mitfeier und zum Empfang der Sakramente sowie deren Nachbereitung
  • Zusammenarbeit mit den Religionslehrern und Mitsorge um die Schulpastoral
  • Sorge für die Gemeindekatechese und die Entwicklung der Pfarrgemeinde
  • Vorbereitung von Aufnahme und Wiederaufnahme in die Kirche

 

3.2.3  Diakonie

  • Sorge um Betreuung und Hilfestellungen für Kranke und Notleidende aller Art
  • Sorge um die Förderung des Bewusstseins und des Handelns gegenüber der Not in der Gemeinde und in der Welt

 

3.2.4  Koinonia

  • Verantwortung für den Pfarrhof/das Pfarrheim als Ort der Begegnung
  • Sorge um die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen
  • Aufbau und Pflege der Kontakte der Pfarre nach innen und außen (z.B. Nachbarpfarren, Dekanat, Diözese, politische Gemeinde, Vereine, Feste, Feiern, …)
  • Sorge um die Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere um den Pfarrbrief

Leitung und Verwaltung

  • Der Pfarrassistent ist amtliches Mitglied der Dekanatskonferenz und hat damit das aktive Wahlrecht bei der Wahl des Dechants. Er bringt gemeinsam mit dem Pfarrprovisor die Anliegen der Pfarre in der Dekanatskonferenz ein.

  • Im Pfarrgemeinderat kann der Pfarrassistent den Pfarrprovisor bei Sitzungen vertreten und nimmt in diesem Fall dessen Aufgaben wahr.

  • Der Pfarrassistent kann auf ausdrücklichen Wunsch des Pfarrprovisors und mittels Ansuchen beim Erzb. Ordinariat für die Dauer der Funktionsperiode zum geschäftsführenden Vorsitzenden des Pfarrkirchenrates bestellt werden. Diese Bestellung wird im Zusatzprotokoll zum Anstellungsdekret (Aktenvermerk – Aufgabenbeschreibung) festgehalten.

  • Schriftstücke rechtsverbindlicher Art fertigen der Pfarrprovisor, der Pfarrassistent und der PKR-Obmann.

  • Als geschäftsführender Vorsitzender des PKR ist der Pfarrassistent im Rahmen der geltenden Pfarrkirchenratsordnung zuständig:

    • für die finanzielle Gebarung der Pfarre 
    • für die Erstellung der Kirchenrechnung und die Unterschrift der Kirchenrechnung gemeinsam mit dem Pfarrprovisor
    • für sämtliche bauliche Einrichtungen 
    • für die Erstellung des Kunst- und Gebrauchsinventars sowie
    • für die Sorge um die kirchlichen Kunstgegenstände und anderen Gegenstände in Kirche und Pfarrhaus 
    •  für die Verwaltung des kirchlichen Friedhofs
    • für die Verwaltung des Pfarrkindergartens

  • Der Pfarrassistent ist zuständig für die Führung der Pfarrkanzlei:

    • Führung der Matriken (einschließlich der Zeichnungsberechtigung)
    • Führung des Pfarrarchivs
    • Erledigung des Parteienverkehrs

  • Verwaltung der Messstipendien und Stolgebühren
  • Dienstaufsicht für alle pfarrlichen Angestellten (Sekretär, Mesner, Raumpfleger …)
  • Erteilung der Tauferlaubnis für Taufen außerhalb der Wohnsitzpfarre in Absprache mit dem Pfarrprovisor

 


3.3  Modalitäten der Anstellung

3.3.1  Dauer

Im Sinne einer kontinuierlichen Arbeit ist eine längerfristige Anstellung anzustreben.

 

3.3.2  Besoldung

Die Besoldung erfolgt nach dem diözesanen Besoldungsschema. Die Erzdiözese honoriert das Mehr an Verantwortung durch eine Funktionszulage.

 

3.3.3  Wohnort

Bei der Wahl des Wohnortes ist die persönliche Situation des Pfarrassistenten zu berücksichtigen.

In der Regel wohnt der Pfarrassistent im Pfarrhof, oder im Pfarrgebiet.

 

3.3.4  Appellationsmöglichkeit

In schwerwiegenden Konflikten ist für den Pfarrassistenten, den Pfarrprovisor und die Mitglieder der Pfarrgemeinde zunächst der zuständige Dechant, sodann das Personalreferat Ansprechperson.

 

3.3.5  Dienstgespräche

Der Pfarrprovisor und der Pfarrassistent halten zur Erfüllung ihrer Aufgabe häufig Kontakt und führen verbindliche wöchentliche Dienstgespräche.

 

4. Auswahl- und Bestellungsvorgang

4.1  Vorbereitung der Pfarre

Pfarren, die nach Beschluss des Konsistoriums im Sinn von c. 517 § 2 CIC mit einem Pfarrprovisor und einem Pfarrassistenten besetzt werden sollen, müssen bestmöglich darauf vorbereitet werden.

Der Personalreferent nimmt bei erstmaliger Besetzung einer Pfarre mit einem Pfarrassistenten mit dem zuständigen Dechant und dem PGR zum frühest möglichen Zeitpunkt Kontakt auf.

Ist der vorgesehene Pfarrprovisor zugleich anderswo Pfarrer, werden mit dem dortigen Pfarrgemeinderat die mit der zusätzlichen Aufgabe des Pfarrers verbundenen Auswirkungen besprochen.

Im Jahr der Bestellung von Pfarrprovisor und Pfarrassistent soll die Pfarrgemeinde externe Hilfe zur Gemeindebegleitung (Gemeindeberatung, Beratung durch PGR-Dekanatsverantwortliche, Diözesanverantwortliche…) in Anspruch nehmen, damit diese neue Form der Seelsorge von der Pfarrgemeinde aktiv angenommen und entfaltet wird.

 

4.2  Findung und Auswahl des Pfarrassistenten

Die mit dem Leitungsmodell gem. can. 517 § 2 CIC zu besetzende Pfarre wird durch Ausschreibung bekannt gegeben. Die Auswahl unter den Bewerbern bereiten das Personalreferat und das Kuratorium für LaientheologInnen vor. Die Entscheidung wird im Anschluss daran im Konsistorium getroffen.


4.3  Bestellung und Einführung des Pfarrprovisors und des Pfarrassistenten

4.3.1  Bestellung per Dekret

Pfarrprovisor und Pfarrassistent werden per Dekret durch den Erzbischof bestellt.

Gesondert wird als integrierender Bestandteil zum Dekret innerhalb des ersten Dienstmonats die vereinbarte Zuteilung der Aufgabenfelder schriftlich im Zusatzprotokoll festgehalten (vgl. 2.2).

Das Personalreferat klärt gemeinsam mit dem Pfarrprovisor und dem Pfarrassistenten die Zuteilung der Aufgabenfelder in der jeweiligen Pfarre und teilt dies dem Pfarrgemeinderat sobald als möglich mit. Zur Festlegung der Aufgabenbereiche kann auch ein Vertreter der Berufsgruppe der Pfarrassistenten beigezogen werden.

Neue Pfarrassistenten werden im ersten Dienstjahr als Pfarrassistent von einem erfahrenen Kollegen begleitet.

 

4.3.2  Einführung durch den Dechant

Im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes werden der Pfarrprovisor und der Pfarrassistent vom zuständigen Dechant der Pfarrgemeinde vorgestellt und gemäß den diözesanen liturgischen Richtlinien eingeführt.

 

5. Evaluierung und berufsbegleitende Weiterbildung

Spätestens ein Jahr nach der Bestellung – auch in dem Fall, dass nur der Pfarrprovisor bzw. der Pfarrassistent neu bestellt wurde –, nimmt das Personalreferat gemeinsam mit ihnen eine Auswertung – und wenn nötig, eine Änderung der Aufgabenverteilung – vor. In allen weiteren Jahren erfolgt ein Mitarbeitergespräch mit dem Dechant im Rahmen der Visitation.

Die Teilnahme an den regelmäßigen Treffen aller Pfarrassistenten zur Reflexion und Weiterbildung ist verpflichtend.

Die Teilnahme an einer Supervision wird sehr empfohlen.

In diesem Modell der Pfarrseelsorge mit Pfarrprovisor und Pfarrassistent sollen beide besonders

  • die Fähigkeit zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit,
  • zu einem kooperativen Führungsstil
  • und zu einem konstruktiven Umgang mit Konflikten

besitzen und entwickeln. Ebenso wird die Bereitschaft zur Fortbildung vorausgesetzt.

 

6. Inkraftsetzung

Diese Rahmenordnung wird mit Rechtswirksamkeit vom 1. September 2008 in Kraft gesetzt.

 

 

 

Anhang

1. Leitung von Wort-Gottes-Feiern

Die bischöfliche Beauftragung zur Leitung von Wort-Gottes-Feiern an Sonn- und Feiertagen, wenn keine Eucharistie gefeiert werden kann, und zum Predigtdienst in diesen Feiern wird im Zusatzprotokoll festgehalten.

Für die Wort-Gottes-Feiern an Sonn- und Festtagen richtet sich der Leiter nach den diözesanen Richtlinien (VBl. 2006, S. 50-54):

 

2. A.o. Spender der heiligen Kommunion

Mit dem Anstellungsdekret ist der Pfarrassistent für die ihm anvertraute Pfarre als a.o. Spender der heiligen Kommunion beauftragt.

 

2.1  Innerhalb der Messfeier

Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion darf die Kommunion nur dann austeilen, wenn Pfarrprovisor oder Diakon fehlen, wenn der Pfarrprovisor durch Krankheit, wegen fortgeschrittenen Alters oder aus einem anderen ernsten Grund verhindert ist, oder wenn die Gläubigen, die zur Kommunion hinzutreten, so zahlreich sind, dass sich die Messfeier allzu sehr in die Länge ziehen würde.3

 

2.2  Krankenkommunion

Die Krankenkommunion ist ein Zeichen der Verbundenheit der Gemeinde mit ihren Kranken. Deshalb sollen auch beauftragte Helfer/innen gern bereit sein, ihnen die heilige Kommunion zu überbringen.4 

 

2.3  Aussetzung des Allerheiligsten

Gemäß can. 943 kann der beauftragte a.o. Spender der heiligen Kommunion auch das Allerheiligste aussetzen und einsetzen, jedoch ohne Segen.

 

2.4  Wegzehrung

Im Notfall oder mit der wenigstens vermuteten Erlaubnis des Pfarrprovisors, der nachher davon in Kenntnis zu setzen ist, ist der a.o. Spender der heiligen Kommunion verpflichtet, die heiligste Eucharistie als Wegzehrung den Kranken zu bringen.5

 

 3. Begräbnisfeier6

Die Feier des Begräbnisses hat im Bewusstsein der Gläubigen und der Öffentlichkeit einen hohen Rang. Sie bietet besonders in der heutigen Situation zunehmender Säkularisierung und religiöser Indifferenz eine wichtige pastorale Chance, Zeugnis von der christlichen Hoffnung zu geben.

Pfarrassistenten können die Feier des Begräbnisses nur leiten, wenn keine geweihten Amtsträger zur Verfügung stehen und sie vom Erzbischof die Beauftragung dazu erhalten haben. Gegebenenfalls steht aber den Pfarrassistenten die Möglichkeit offen, den Nachruf zu halten.

Sie richten sich dann nach der im liturgischen Buch „Die kirchliche Begräbnisfeier“ festgelegten Ordnung und nach dem ortsüblichen Brauch.

Die Begräbnisfeier erfolgt im Rahmen einer Wort-Gottes-Feier. Doch ist darauf zu achten, dass zu geeigneter Zeit und an geeignetem Ort eine Begräbnismesse gefeiert wird, auf die die Trauergemeinde hingewiesen und dazu eingeladen wird.


4. Segensfeiern7
 

Laien haben am Dienst des Segnens in ihrem jeweiligen Lebensbereich Anteil. Für öffentliche Segensfeiern, die eine Nähe zum Tätigkeitsbereich der Pfarrassistenten haben, gilt die Beauftragung des Bischofs.

 

4.1  Beauftragung

Gemäß den Normen des Codex Iuris Canonici und dem Benediktionale (Ben.) kann Laien die Beauftragung zu nachfolgenden Feiern durch den Erzbischof übertragen werden.

Diese Beauftragung wird ausdrücklich im Zusatzprotokoll festgehalten. Segensfeiern, die nicht im Zusatzprotokoll aufgeführt sind, bedürfen im Anlassfall einer gesonderten Beauftragung durch den Erzbischof.

 

a)  Segnungen im Laufe des Kirchenjahres

 

  •  Segnung des Adventkranzes (Ben. Nr. 1)
  • Kindersegnung zur Weihnachtszeit (Ben. Nr. 2)
  • Segnung des Johannisweines (Ben. Nr. 3)
  • Segnung und Aussendung der Sternsinger sowie Segnungen am Epiphaniefest
    (Ben. Nr. 4 und 5)
  • Blasiussegen (Ben. Nr. 6)
  • Segnung und Austeilung der Asche in einer Wort-Gottes-Feier (Messbuch)
  • Segnung der Zweige in einer Wort-Gottes-Feier am Palmsonntag (Messbuch)
  • Speisensegnung an Ostern (Ben. Nr. 7)
  • Wettersegen (Ben. Nr. 8)
  • Kräutersegnung am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel (Ben. Nr. 9)
  • Segnung der Erntegaben am Erntedankfest (Ben. Nr. 10)
  • Segnung der Gräber an Allerheiligen/Allerseelen (Ben. Nr. 11)
  • Kinder und Lichtersegnung am Martinsfest (Ben. Nr. 12)
  • Brotsegnung an bestimmten Heiligenfesten (Ben. Nr. 13)
  • Feuersegnung am Johannisfest (Ben. Nr. 14)

 

 

b)  Anlassbezogene Segnungen

 

  • Segnung einer Mutter vor und nach der Geburt (Ben. Nr. 15 und 16)
  • Kindersegnung zu Beginn eines Schuljahres (Ben. Nr. 18)
  • Segnung der Eheleute bei einer Silbernen oder Goldenen Hochzeit (Ben. Nr. 23 und 24)
  • Reisesegen (Ben. Nr. 26)
  • Segnungen in den Bereichen Arbeit und Beruf (Ben. Nr. 69-80)
  • Segnungen von Verkehrseinrichtungen (Ben. Nr. 86-94)
  • Segnungen in den Bereichen Freizeit, Sport und Tourismus (Ben. Nr. 95-98)
  • Segnung jeglicher Dinge (Ben. Nr. 99)

 

 

4.2  Liturgische Kleidung

Der Leiter trägt bei der Ausübung des Dienstes als liturgische Kleidung gemäß den diözesanen Richtlinien die Albe.

 

4.3  Platz des Leiters

Der Leiter benutzt nicht den Vorstehersitz, sondern einen anderen seiner Aufgabe entsprechenden Platz.

 

4.4  Gebets- und Segensgebärden

Beim Vortrag von Gebeten halten Laien die Hände gefaltet, auch wenn sie ein Segensgebet sprechen.

Bei den liturgischen Feiern, vor allem bei den Feiern der Segnungen, sind Zeichen von besonderer Bedeutung. Das Kreuz ist „Höhepunkt allen Lobpreises, die Quelle allen Segens und die Ursache aller Gnade“. Das Weihwasser weist auf Leben und Reinigung hin und ist Erinnerungszeichen an die Taufe. Der Weihrauch ist Ausdruck festlicher Freude und des zu Gott aufsteigenden Gebets.

Darum kann der Leiter bei der Segnung von Personen diesen ein Kreuz auf die Stirn zeichnen. Bei der Segnung von Gegenständen entfällt das Kreuzzeichen mit der Hand.

Der Leiter kann Weihwasser reichen, womit die Gesegneten sich selbst bekreuzigen, oder die um den Segen bittenden Gläubigen mit Weihwasser besprengen. Die zu segnenden Gegenstände können mit Weihwasser besprengt, gegebenenfalls auch inzensiert werden.

 

Anmerkungen

1    Im Sinne der besseren Lesbarkeit wird im Text bei allen Berufsbezeichnungen die männliche Form verwendet. Es sind damit immer Frauen und Männer gemeint, sofern es sich nicht ausdrücklich auf Kleriker bezieht.

2    Nähere Einzelheiten: s. Anhang.