Pfarrhausfrau

Eine Pfarrhausfrau ist die Privatangestellte eines Priesters, meist eines Pfarrers, die ihm in erster Linie den Haushalt führt, sich also um seinen persönlichen Lebens- und Wohnbereich kümmert.Je nach der Situation, den Fähigkeiten der Frau und den Bedürfnissen der jeweiligen Pfarre können noch andere Tätigkeiten in der Pfarrpastoral oder Verwaltung dazukommen. 

Es gibt Pfarrhausfrauen,

  • die im Pfarrhof wohnen und solche, die nur zur Arbeit ins Pfarrhaus kommen, 
  • Ledige, Verheiratete, Verwitwete, Geschiedene, Alleinerziehende,
  • mit Vollzeit- oder Teilzeitanstellung.

Ein breit gefächerter Beruf - ein pastoraler, kirchlicher BerufIn den Texten der Pastoralkommission zum Berufsbild Pfarrhausfrau (auch Pfarrhaushälterin genannt) heißt es in der Vorbemerkung: "Der Beruf der Pfarrhaushälterin ist nicht nur mit dem Leben des Seelsorgers (und anderer im Pfarrhof lebender Menschen), sondern auch mit dem Geschehen in der Pfarrgemeinde eng verbunden. Ihre Arbeit ist daher sowohl für die Atmosphäre im Pfarrhaus als auch für das Leben der Pfarre von großer Bedeutung. Der Beruf ist deshalb ein echter kirchlicher Dienst, auch wenn er sich auf die Tätigkeit im Haushalt beschränkt. Darüber hinaus ist für die Pfarrhaushälterin heute, bei entsprechender Ausbildung, die Möglichkeit für ausdrückliche pastorale Dienste gegeben, und viele Pfarrhaushälterinnen leisten auch tatsächlich verschiedene solche Dienste." Das Berufsbild hat sich in den letzten Jahren gewandelt und Tätigkeitsbereiche sind dazugekommen, die je nach Zeit, Ort, Bedürfnissen und Begabungen ergänzend ausgeübt werden. Es gibt kein einheitliches Bild, sondern viele Formen diesen Beruf auszuüben.

 

Wie wird man Pfarrhausfrau?

Hier kann man zwei große Gruppen unterscheiden. 

a) Frauen, die einen Priester kennen (Kaplanszeit, katholische Jugend...), der sie anspricht, wenn er eine Pfarre übernimmt. Meistens verlassen sie ganz ihren Ursprungsberuf und übersiedeln ins Pfarrhaus.

b) Frauen, die in einer Pfarre mitarbeiten oder leben und aus der Situation, dass der Pfarrer niemanden hat, in diesen Beruf einsteigen. Auch hier sind es Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen - verheiratete, verwitwete oder geschiedene Frauen mit oder ohne Familie. Diese wohnen oft nicht im Pfarrhaus, sondern kommen zur Ausübung des Berufes dorthin. 
 

Welche Voraussetzungen sind nötig?

Es gibt keine allgemein verbindlichen Vorschriften für diesen Beruf. Dennoch ist ein hohes Maß an persönlicher, sozialer Reife wichtig. Praktische Erfahrung in der Haushaltsführung und die Fähigkeit eine gastfreundschaftliche, freundliche Atmosphäre zu schaffen sind wichtig. Nicht zuletzt ist eine prinzipiell positive kirchliche Einstellung wichtig. 


Wo liegen die Schwierigkeiten und Probleme?

Im Wandel des Berufsbildes des Priesters. 
Im Klischee, das nur auf Putzen und Kochen einengt. 
Die für manche Pfarrhausfrauen bittere Erfahrung, als die unterste Sprosse der Leiter im Pfarrhaus angesehen zu werden, der Notnagel oder das Mädchen für alles sein zu müssen, was andere nicht tun wollen. Immer wieder nur auf das Dienen angesprochen zu werden. Die überzogenen Erwartungen, z.B. immer da sein zu müssen. Um hier nur einiges zu nennen.
 

Was macht es schön und bereichernd, diesen Beruf zu leben?

Ausgehend von der zentralen Aufgabe, der Haushaltsführung, die einen Lebensraum schafft, in dem sich die Bewohner des Pfarrhauses wohl fühlen können, eine Heimat haben, kann das Pfarrhaus aber auch zu einem lebendigen Zentrum der Gemeinde, zu einem Ort der Gastfreundschaft und Geborgenheit werden. Damit wird sich im Lauf der Zeit auch das Aufgabenspektrum jeder Pfarrhausfrau entfalten und je nach Zeit und Gegebenheiten ändern. Wenn Sie weitere Informationen möchten oder sich persönlich über den Beruf der Pfarrhausfrau informieren wollen, können Sie gerne mit folgenden Personen in Kontakt treten:

Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen der Erzdiözese Salzburg
Frau Aloisia Horngacher
Pfarramt Gneis
Eduard-Macheiner-Str. 4
06 62/82 09 49-14
pfarre.gneis@kirchen.net