Der Diakon – Diener Gottes und der Menschen

Neben dem (nicht ständigen) Diakonat als Vorstufe zum Priestertum hat das II. Vatikanische Konzil den Ständigen Diakonat angesichts der wachsenden seelsorglichen und sozialen Aufgaben der Kirche wieder eingeführt. Der Diakon sorgt vor allem für die Armen, Kranken und Notleidenden und macht so die Liebe Christi in besonderer Weise sichtbar. Darüber hinaus wirkt er im Gottesdienst mit, spendet Sakramente und verkündet das Wort Gottes. Mehrheitlich arbeiten die Diakone ehrenamtlich als Diakone mit einem Zivilberuf. In bestimmten Fällen kann der Dienst des Diakons auch hauptberuflich (mit voller kirchlicher Anstellung) ausgeübt werden - dies setzt allerdings eine weitere Ausbildung voraus. Die meisten Diakone arbeiten in Pfarren. 

Aufgabenbereiche:

Der Dienst der Diakone gliedert sich in drei Bereiche:

  • Liebesdienst
  • Liturgie
  • Verkündigung

Liebesdienst:
Durch die Anleitung der Diakone soll die Kirche die „Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes“ (Tit 3,4) praktisch bezeugen. Die Diakone sollen sich vor allem jener Menschen annehmen, die am meisten Hilfe brauchen. Neben den unmittelbar der sozialen und caritativen Hilfe Bedürftigen, wie Alkoholikern und Suchgiftopfern, Sozialfällen unter Kindern und Jugendlichen, Strafgefangenen und Haftentlassenen, stellen sich auch Aufgaben an anderen Gruppen, wie alten Menschen, Kranken, Gastarbeitern und kinderreichen Familien. In diesem Sinn dienen Diakone in Kinder- und Jugendheimen, in Erziehungs- und Strafanstalten, in Krankenhäusern, in Obdachlosenheimen, in der Lebensberatung, in der Sorge für Hinterbliebene. Durch seelsorgliche Gespräche mit den Betroffenen, durch die Betreuung der Helfer und durch die Verantwortung für solche Institutionen bzw. die Sorge um die nötigen materiellen Mittel soll umfassende Hilfe angeboten werden.Die christlichen Gemeinden sollen als Orte der Geborgenheit erfahren werden. Auch dieser Dienst ist den Diakonen besonders anvertraut. In einer Zeit, in der zahlreiche Gemeinden (z.B. wegen des Priestermangels) zu zerfallen drohen und die Menschen dadurch eine wichtige Stütze für ihr Leben verlieren, ist die Sorge um den Zusammenhalt und die Einheit solcher Gemeinden ein wichtiger diakonaler Dienst, ebenso wie etwa die Bemühung um soziale Integration und Gemeindebildung in Neubaugebieten und Elendsvierteln. 

 

Liturgie:

Weil in der Eucharistie die Mitte des Lebens der Kirche liegt, wirkt der Diakon auch hier mit. In seinen liturgischen Funktionen bringt er alle Aspekte des Lebens der Menschen, ihre Nöte und Leiden in die Gemeinde ein. So sind dem Diakon auch bei der feierlichen Taufe, bei Trauungen, Begräbnissen, Buß- und anderen Wortgottesdiensten, in der Assistenz bei Eucharistiefeiern und in der Krankenpastoral wichtige Aufgaben zugewiesen.Der Verkündigungsdienst der Diakone soll das Geheimnis Christi vor Augen führen, der als Gesandter des Vaters gekommen ist, um den Menschen zu dienen. 

 

Verkündigung:

Die Predigt und andere Formen der Verkündigung sollen zum tieferen Verständnis der geschwisterlichen Liebe und zu ihrer konkreten Verwirklichung hinführen. Der Diakon kann auch Aufgaben und in der Gemeinde- und Sakramentenkatechese, bei Taufgesprächen, in der Ehevorbereitung oder bei Familien- und Bibelrunden übernehmen. Beratung und Zuspruch für Suchende und Bedrängte, für Kranke und Notleidende, Hausbesuche und andere Außenkontakte sind weitere Aufgaben. Dem Diakon kommt in der Evangelisation der Fernstehenden (z.B. im Beruf, in der Nachbarschaft …) eine besondere Rolle zu. 


Voraussetzungen:

Die Kirche will für den Dienst des Diakons (derzeit nur) Männer weihen, die sich als geistliche Persönlichkeit in Familie, Kirche und Berufswelt bewährt haben. Als Voraussetzungen werden erwartet:

  • ­ein engagiertes Leben aus dem Glauben und dem Gebet
  • ­die Integration und Mitarbeit in einer Pfarrgemeinde
  • die Offenheit für den diakonischen Dienst
  • ­physische und psychische Gesundheit
  • Teamfähigkeit und Freude in der Zusammenarbeit mit anderen
  • Lernfähigkeit
  • ­bei Verheirateten: 
    die Bewährung in Ehe und Familie sowie die Bereitschaft der Ehegattin (und der Kinder) den zukünftigen Dienst als Diakon aktiv mitzutragen
    Mindestalter/Höchstalter bei der Weihe: 35 Jahre bzw. 60 Jahre
    Im Fall des Todes der Ehegattin ist eine neuerliche Heirat nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
  • bei Unverheirateten: 
    die volle Bereitschaft zur lebenslangen Ehelosigkeit als verpflichtender Zölibat
    Mindestalter bei der Weihe: 25 Jahre

Ausbildung:

Entsprechend der weit gehenden Verantwortung der Diakone ist eine anspruchsvolle Ausbildung erforderlich, die nebenberuflich erworben wird. 

1. Theologische Ausbildung

Die theologische Ausbildung sollte möglichst vor Beginn des eigentlichen Diakonenseminars absolviert werden, z. B.volles Theologiestudium oderReligionspädagogische Akademie oderTheologische Kurse - z. B. Theol. Fernkurs, Kurstyp I oder II, Dauer mindestens 2 Jahre (Infos unter www.theologischekurse.at) -oder eine diesen Kursen gleichwertige Ausbildung. 

2. Mehrjährige Diakonatsausbildung

Die praktische Ausbildung baut auf der theologischen Ausbildung auf und dauert insgesamt vier Jahre (drei Ausbildungsjahre, denen ein Einführungsjahr vorgelagert ist). Unter der Koordination des diözesanen Ausbildungsleiters treffen sich die Anwärter für den Ständigen Diakonat zu Blockseminaren an ca. sechs bis sieben Wochenenden jährlich. Auch die Ehegattinnen sind zu den verschiedenen Treffen eingeladen.Diese Ausbildung dient der Information, der Klärung der Motive und der theoretischen Einführung in verschiedene Sachgebiete, der umfassenden Beschäftigung mit der persönlichen Spiritualität sowie der praktischen Einübung in die konkreten Aufgabenfelder der Caritas, der Pfarrarbeit, der Verkündigung und der Liturgie. 

3. Die Diakonenweihe

Die Weihe gibt dem Diakon die sakramentale „Zusage“, dass Gottes Geist seinen Dienst und sein Leben begleitet und ihn mit der nötigen Stärke für seine Aufgaben ausrüstet. Sie erfolgt nach abgeschlossener theoretischer und praktischer Ausbildung, nach Festlegung der Einsatzpfarre oder des kategorialen Einsatzgebietes, nach der Zustimmung der Ehegattin und der Abklärung der Art der Anstellung. 

4. Verpflichtende Weiterbildung

Die Ausbildung vor der Weihe wird im ersten Dienstjahr nach der Weihe durch eine intensivere Berufseinführung und in den weiteren Jahren durch ein verpflichtendes Weiterbildungsprogramm ergänzt. 

Kontaktperson in der Erzdiözese Salzburg: 
Stadpfarrer Mag. Dr. Gerhard Viehhauser
Kapitelplatz 2
5010 Salzburg
Tel. 0662 / 80 47-16 05
E-Mail: Gerhard.Viehhauser@zentrale.kirchen.net