Was bedeutet ...

religiöse Feste und Begriffe kurz erklärt

 

 

ASCHERMITTWOCH

Am Aschermittwoch beginnt für Christen die Fastenzeit. An diesem Tag wird den Gottesdienstbesuchern ein Kreuz aus geweihter Asche auf die Stirn gezeichnet oder auf den Kopf gestreut – daher der Name „Aschermittwoch“. Asche diente bereits in alttestamentlicher Zeit als Zeichen der Buße und Umkehr und soll den Menschen daran erinnern, dass das Leben vergänglich ist: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehrst“, sagt der Priester bei der Aschenauflegung.

Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fasttag gilt.

EXERZITIEN

Exerzitien sind geistliche Übungen, die in Stille und unter Anleitung eine Einübung in Glauben und Gebet ermöglichen sollen. Geprägt wurden Exerzitien vom Heiligen Ignatius von Loyola (Mitbegründer des Jesuitenordens), der seine Glaubenserfahrungen anderen interessierten Menschen zugänglich machen wollte. Elemente wie Gebet, Meditation, Fasten, Schweigen, Schriftbetrachtung oder künstlerische Betätigung werden einzeln oder in Gruppen durchgeführt.

Es gibt viele verschiedene Formen von Exerzitien, darunter „Exerzitien im Alltag“, wie sie heuer von Maria, Martin und Kerstin angeboten werden. Diese beinhalten kleinere, tägliche Impuls- und Gebetseinheiten für daheim und unterwegs, sowie ein wöchentliches Treffen für die Gruppe.

FASTENZEIT

Die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern beginnt mit dem Aschermittwoch (siehe oben) und dauert bis einschließlich Karsamstag. Nicht mit einberechnet werden in die 40 Tage die Sonntage. Durch die Vorbereitungszeit soll die innere Beziehung zu Gott gestärkt werden, um sich so auf das Osterfest, die Auferstehung Christi, vorzubereiten.

Fasten muss nicht mit Essen, dem Verzicht auf Fleisch oder Süßigkeiten, zusammenhängen. Gerade in der heutigen Zeit verzichten viele Menschen auch auf digitale Medien, nehmen sich vor, weniger mit dem Auto zu fahren, nicht fernzusehen etc. Als Vorbereitung auf Ostern setzen sich Christen z.B. auch täglich mit einer Bibelstelle auseinander und nutzen Tagesimpulse per SMS oder E-Mail, um so Gott näher zu kommen.

GRÜNDONNERSTAG

Das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und die Einsetzung der Eucharistie stehen am Gründonnerstag im Vordergrund. Dabei heißt es: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“, was bedeutet, dass dieses Mahl über den Tod Jesu hinaus als Erinnerung an ihn gefeiert werden soll. Nach dem Mahl wurde Jesus von Judas verraten und von Petrus verleugnet.

Der Name „Gründonnerstag“ kommt wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort „gronan“ (weinen, greinen), wobei aber auch ein Zusammenhang mit dem keimenden Grün der Natur nicht ausgeschlossen werden kann.

Während der Feier des Letzten Abendmahls verstummen Glocken und Orgel aus Trauer und erklingen erst beim Gloria in der Osternacht wieder. Statt der Glocken werden dann Ratschen eingesetzt. Die Kreuze werden verhüllt und der Altar wird leergeräumt.

KARWOCHE

Die Karwoche (Kar ist abgeleitet vom Althochdeutschen Wort „kara“ – Klage, Kummer, Trauer) wird auch stille oder Heilige Woche genannt. Sie ist die letzte Woche der Fastenzeit: beginnt mit dem Palmsonntag und endet am Abend des Karsamstages mit der Osternacht. In dieser Zeit wird in besonderer Weise dem Leiden, Sterben und der Auferstehung Christi gedacht.

PALMSONNTAG

Am Palmsonntag erinnert man sich an den Einzug von Jesu in Jerusalem. Er wurde von den dort lebenden Menschen huldvoll empfangen. Früher verwendete man wohl Ölzweige, heutzutage bestehen die Palmbuschen aus Buchs- und Weidenzweigen (Palmkätzchen). Vor allem auf dem Land besteht die Tradition, dass die Palmbuschen auf lange Stangen fixiert und mit bunten Bändern geschmückt werden. Zudem findet meist eine Prozession in die Kirche statt, die den Einzug Jesu darstellen soll. Der Palmsonntag ist aber nicht nur ein reiner Freudentag, sondern es klingt auch schon der Leidensweg Jesu an.

Die Palmzweige werden übrigens verbrannt und die daraus gewonnene Asche wird am Aschermittwoch für das Aschenkreuz verwendet.

PS.: Am Palmsonntag wird auch der sogenannte „Palmesel“ bestimmt. Nämlich wird derjenige in der Familie so bezeichnet, der als letzter aufsteht bzw. am längsten schläft.