Beichte und Aussprache

Die Beichte ist eine von unserer Kirche angebotene Möglichkeit, Gott all den "Krempel und Mist" meines Lebens zu übergeben.

Auch die Sorgen und Ängste darf ich Gott anvertrauen, welche sonst kein anderer tragen oder ertragen könnte.

Gott nimmt mich an so wie ich bin!

Schuld ist alles was ich mir nicht zu zeigen getraue, wovor ich mich schäme.
Schuld ist das, was ich verstecke. So behindert die Schuld mein Leben und nimmt mir die Freiheit.

Wenn ich den Mist meines Lebens ausspreche, kann ich ihn wie ein Bauer auf den Acker des Lebens bringen.

Auch wenn der Mist schlecht riecht, der Acker des Lebens braucht den Dünger, damit wieder etwas wachsen kann.

Es ist keine Schande Fehler zu machen, wer keine Fehler macht, der nimmt sich sogar die Möglichkeit zu reifen und zu wachsen. Es schadet mir wenn ich aus meinen Fehlern nichts lerne, wenn ich sie verdränge. In der Beichte reicht mir Gott seine Hand und macht mir Mut wieder aufzustehen.

So einfach ist das eigentlich. Gott nimmt mich an so wie ich bin.

Warum sage ich das dem Priester?
Natürlich kann ich auch mit Gott direkt sprechen. Aber Gott ist kein Geist oder eine übernatürliche Kraft, sondern ist in Jesus Christus selbst Mensch geworden. Wie viele Menschen suchen heute das Gespräch durch Therapeuten oder bei Menschen, die ihre Sorgen ernst nehmen? Der Priester ist auch "Geistlicher Begleiter".

Seit Anfang der Schöpfung ist der Mensch ein Abbild Gottes.

Der Priester ist der, der mir zuhört und mir die Lossprechung von meinen Sünden zusagt. 

Gott begegnet mir im anderen Menschen.

Ist die Beichte Pflicht?

In der Welt in der ich heute lebe, kann ich mich für die Beichte frei entscheiden. Mein eigenes Gewissen ist die oberste Instanz für mein Urteil. Aber auch wenn ich aus Pflichtgefühl beichte, erhalte ich die Lossprechung zugesagt. Es geht alleine darum, dass ich mich mit mir und meinen Mitmenschen wieder versöhne. Der Priester ist herausgefordert, mir einen Zugang zur Versöhnung zu öffnen. Aber bitte, mache es ihm nicht unnötig schwer. Das Problem mit der Pflicht ist: sobald ich etwas aus Pflichtgefühl tun, gebe ich die Verantwortung an andere ab - "Ich habe es ja tun müssen!"

Beichte bedeutet nicht, die Verantwortung für sein Handeln an Gott abzugeben. Die Beichte will mir helfen zu dem zu stehen, was ich getan habe. Die Beichte holt mich heraus aus der selbstgewählten Isolation und macht es mir möglich umzukehren. Sie möchte mich wieder mit meinem Lebensgefühl in Verbindung bringen. Jesus erzählt uns davon im Gleichnis vom "Barmherzigen Vater" Lk 15,11-32.

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Beichte und Aussprachemöglichkeiten

für den Pfarrverband Kaprun/Piesendorf/Niedernsill/Uttendorf

Die Möglichkeit zur Beichte besteht vor oder nach jedem Gottesdienst, dem ich als Pfarrer oder sonst ein Priester in einer unserer vier Pfarren des Pfarrverbandes zelebriert.
Bitte melde dich dazu in der Sakristei (kurzfristig) oder rufe vorher im jeweiligen Pfarrbüro an.

Es ist natürlich auch möglich einen anderen Termin oder Ort, nach Absprache, zu vereinbaren.