Rif ist eine faire Pfarre!

Auf Initiative des Umweltteams ist die Pfarre Rif eine faire Pfarre.

Dekret Faire Pfarre

Was heißt das?

1) Wir achten bei unserem Einkauf auf ökologische und soziale Kriterien

Unser Einkauf hat Auswirkungen auf unsere Umwelt, die Gesundheit sowie auf die regionale und internationale (Land-)Wirtschaft.

Wir wollen bei unseren Kaufentscheidungen, dass Arbeiter/innen, Produzent/innen und Kinder in ihren Herkunftsländern ein menschenwürdiges Leben führen.

a) bei Lebensmitteln

  • wir bevorzugen bei unserem Einkauf regionale und saisonale Bio-Produkte
  • wir verwenden fair gehandelten Kaffee, Tee, Orangensaft, Schokolade...
  • wir bieten bei unseren Festen auch vegetarische Gerichte an

b) bei anderen Produkten

  • wir informieren uns, ob die sozialen Standards bei der Erzeugung eingehalten worden sind
  • wir achten auf Langlebigkeit bei elektrischen und elektronischen Geräten
  • wir verschenken und verwenden einheimische oder fair gehandelte Blumen
  • wir vergewissern uns, dass unsere gekauften Produkte nicht aus Kinderarbeit stammen (Textilien, Granit...)

"Das Kaufen [ist] nicht ein wirtschaftlicher Akt sondern immer auch eine moralische Handlung."
(Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate, Nr. 66 (2009) zitiert in LS 206)

2) Wir führen ein Energiebuch und kontrollieren mindestens einmal im Jahr unseren Verbrauch

Der Verbrauch fossiler Energie geht auf Kosten des Klimas. Die Veränderung des Weltklimas betrifft in erster Linie die Armen, die sich gegen die Folgen nicht schützen können. Daher ist der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern ein Gebot der Stunde. Dieser kann nur gelingen, wenn der Heizenergieverbraucht deutlich reduziert und der Stromverbrauch zumindest stabilisiert wird. Dazu ist es nötig die Verbrauchswerte zu kennen und sich im weiteren konkrete Einsparungsziele zu setzen.
(Siehe dazu die ökologischen Leitlinien der Erzdiözese Salzburg 2007: "Haus des Lebens")

"Es ist notwendig, dass die entwickelten Länder [...] den Konsum nicht erneuerbare Energie in bedeutendem Maß einschränken." (LS 52)

3) Wir verzichten auf Wegwerfgeschirr und kaufen keine Getränke in Einwegverpackungen

Einweggeschirr und -verpackungen brauchen nicht nur viele Rohstoffe und produzieren einen großen Teil des Müllberg, sie sind auch ein Symbol für den geringen Wert der Lebensmittel. Um eine wertschätzende Mahlkultur zu fördern, ist es wichtig, sorgsam mit Lebensmittel umzugehen und Feste zu feiern, die nicht in Müllbergen enden.

"Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln." (LS 21)

4) Wir achten auf Barrierefreiheit

Seit 1.1.2016 gilt die gesetzlich verankerte Barrierefreiheit. Als barrierefrei gelten bauliche und sonstige Anlagen, wenn sie für Menschen mit Behinderung "in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe" zugänglich und nutzbar sind. (BGStG Behindertengleichstellungsgesetz § 6 Abs. 5)

Alle Angebote, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, müssen barrierefrei zugänglich sein. Also Einrichtungen, bei denen es um den "Zugang zu und die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sowie um Zugang zu Informations- und Kommunikationsdiensten" geht. (UNBRK: UN-Behindertenrechtskonvention Art. 9) 

Wir sind Kirche aller Menschen, als Pfarrer wollen wir uns auf Inklusion ausrichten. Pfarren verpflichten sich in einem 1. Schritt zu einem Informationsgespräch zum Thema Barrierefreiheit. Des Weiteren sollen Schritte zur Erlangung von umfassender Barrierefreiheit erarbeitet werden.

"Wir müssen uns stärker bewusst machen, dass wir eine einzige Menschheitsfamilie sind. Es gibt keine politischen oder sozialen Grenzen und Barrieren, die uns erlauben, uns zu isolieren, und aus ebendiesem Grund auch keinen Raum für die Globalisierung der Gleichgültigkeit." (LS 52)

Alles hängt mit allem zusammen

Unsere globalisierte Welt ist komplex geworden. Keine Weltreligion kann sich mehr von den anderen abschotten. Es wird immer deutlicher, dass wir in der "Einen Welt" leben und dass wir eine einzige Menschheitsfamilie sind. Bewusst oder unbewusst sind wir mit einander verbunden: dass kann sich durch Solidarität und Freundschaften zeigen, aber auch durch Krisen und Produktionsmethoden.

Als Pfarre weiten wir unseren Blick und schauen über den eigenen Kirchturm hinaus. Wir wollen Kirche in ihre weltweiten Dimension immer wieder thematisieren und wahrnehmen und als Kirche in der Welt von heute versuchen glaubhaft zu leben.

Wir wissen,
"... dass alles aufeinander bezogen ist und dass die echte Sorge für unser eigenes Leben und unsere Beziehung zur Natur nicht zu trennen ist von der Brüderlichkeit, der Gerechtigkeit und der Treue gegenüber den anderen." (LS 70)

Mehr Informationen erhältlich unter:

Hans Neumayer - Umweltreferat
hans.neumayer@seelsorge.kirchen.net

Markus Rosskopf - Referat Weltkirche
markus.rosskopf@weltkirche.kirchen.net

Barbara Schubert - Referat für Pastoral mit Menschen mit Behinderung
barbara.schubert@seelsorge.kirchen.net