Advent 2005
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Bibelrunde
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Danke
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Existiert Gott
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Frauentreff - 10 Jahre
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Fußwallfahrt nach St. Wolfgang
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Gottesdienste
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Hochzeiten 2005
Jubelpaare
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kbw
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Kirchenbeitrag
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Sternsinger

Taufen 2005
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Todesfälle 2005
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Weihnachts-wunsch
Pfarrbrief der katholischen Pfarrgemeinde Elixhausen


WEIHNACHTEN 2005

Bild: Fra Filippo Lippi „Anbetung im Wald“ um 1459, Berlin, Gemäldegalerie

Liebe Pfarrgemeinde!
Liebe Schwestern und Brüder!

Gott setzt seinen Fuß in die Welt

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn

Die Situation scheint ausweglos, das Volk ist zerstreut und weggeschleppt in ein fremdes Land. Es lebt dort die Gottesferne und hat längst begonnen, sich mit diesem Zustand abzufinden. Wenn Gott diese Katastrophe zugelassen hat, dann hat er offensichtlich seine Gnade und seine Gunst zurückgezogen. Er hat sein Volk im Stich gelassen. Wird er noch einmal handeln, wie er damals an Israel gehandelt hat? Mussten nicht die Adressaten dieser Texte mit Recht daran verzweifeln, dass sie nicht fähig waren, mit Gott Schritt zu halten? Kann denn ein Mensch erkennen, was der Weg Gottes ist? Kann denn ein Mensch die Wege Gottes gehen?

Greifen des Menschen Gedanken nicht immer zu kurz? Wäre nicht Resignation angesichts der Übergröße Gottes das einzig Logische? Deuterojesaja versteht das Anderssein der Wege Gottes gegenüber denen der Menschen positiv und will sein Wort als ein Trostwort an Verzweifelte und Zweifelnde richten. Die Größe Gottes soll nicht ersticken, sondern soll ein Garant dafür sein, dass Gott immer noch Wege findet, wo der Mensch keine mehr erkennt. Gott fällt immer noch etwas ein, wenn uns Einfälle längst nicht mehr zufallen. Und so verkündet der Prophet Heil in ein Volk hinein, welches das genaue Gegenteil erleben und erdulden muss.

Die Geschichte wiederholt sich tatsächlich, nicht nur sprichwörtlich. Sind wir Menschen des 21. Jahrhunderts nicht genauso bedroht und mutlos geworden? Haben wir nicht genauso die Perspektiven eines gelingenden Lebens aus dem Blick verloren? Leben wir heute nicht strecken-weise schon ganz ohne die Erwägung der Möglichkeit, dass da Gott noch eingreifen könne?

Bereits am Beginn eines jeden Advents begleitet uns Deuterojesaja mit dem Ruf: „Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste!“ (Jes. 40,3). Der Herr weiß offenbar um die Wüste des Menschen. Der Herr setzt seinen Fuß in die Welt, weil sie seines Weges bedarf, um am Leben zu bleiben. Die Wüste hat keine beständigen Wege. Der Wind verweht sie. Einen Weg durch die Wüste zu bahnen scheint damit absurd und doch gilt: Gottes Wege führen auch noch dorthin, wohin wir keine mehr bahnen können. Gott bahnt sich seine Wege selbst, nicht irgendwohin, sondern in unser verwüstetes Leben, wo es das lebendige Wasser braucht, damit noch etwas werden kann.

Aus der Geschichte des auserwählten Volkes wissen wir, dass es wieder ins Land ziehen konnte. Das Heil hat nicht auf sich warten lassen. Gott hat einen Weg gefunden. Doch dauerhaft hat er seinen Fuß in die Welt gesetzt, indem er Kind wurde in Bethlehem. Ein solcher Weg war völlig unvorhersehbar und niemand hätte ihn sich ausdenken können. Menschliche Schwächen und Grenzen hat Gott in Jesus Christus angenommen. Ihm einen Weg zu bahnen bedeutet nichts anderes als: seine Wege als die unseren anzunehmen und seine Gedanken als zu unserem Heil gedachte zu verstehen.

Dass sich Gott trotz all der Hektik unserer Zeit einen Weg in Ihr Herz bahnen kann, das wünscht Ihnen und Ihren Familien

Ihr Pfarrer 
 

EXISTIERT GOTT? (Teil VIII)

Gott durch Jesus Christus

„Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
So lautete der letzte Satz unserer Reihe „Existiert Gott?“

„Aber vor diesem Bild kann manch einem der Glaube vergehen“, so ruft Fürst Myschkin in Dostojewskys Roman „Der Idiot“ erschrocken aus – vor dem Bild des Gekreuzigten.

 Eine Erinnerung Dostojewskys selbst, der kurz zuvor in Basel angesichts des Gekreuzigten von Hans Holbein nur knapp an einem epileptischen Anfall vorbeigekommen war. Ja, es kann einem angesichts des Kreuzes der Glaube vergehen: daran müsste man denken, wenn man heute die Parole: “Gott ist tot. Es lebe Jesus“ propagiert. Denn – wenn Jesus tot ist, dann ist es auch aus mit Jesus!

Dann ist nicht einzusehen, dass uns dieser Jesus noch wirklich Entscheidendes und Unbedingtes zu sagen hätte: wieder einer der Besten mehr in der Weltgeschichte, die den gewaltsamen Tod um ihrer guten Sache willen sterben mussten!?

Umgekehrt gilt aber auch: wenn es mit Jesus aus ist, dann ist es auch aus mit diesem Gott. Dann ist nicht einzusehen, was uns dieser Gott, dessen Nähe er doch verkündet hatte und der ihn in einem Fiasko enden ließ, noch zu sagen hätte.

„Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei“. das war schon im Jahrzehnt der Absetzung Gottes in Notre-Dame zu Paris die Schreckensvision Jean Pauls.

 Aber hat Gott ihn wirklich im Stich gelassen?
Hat sein Gott sich in dieser Weise selber desavouiert?

Tod – und danach?
Die erste Gemeinde, die - erstaunlich genug – am Anfang jener so folgenreichen Jesus-Bewegung stand, die diesen angeblich von Gott gerichteten Irrlehrer, Lügenpropheten, Volksverführer und Gotteslästerer in geradezu tollkühner Weise als Gottes Messias, als Herr, Menschensohn und Gottessohn proklamiert hat, diese erste Gemeinde war anderer Meinung: ihr Osterglaube – was immer daran sein mag – ist ein welthistorisches Faktum und erklärt allein die Entstehung des Christentums.

Was über die dramatische Geschichte der Entstehung des Osterglaubens und damit die Entstehung des Christentums zu sagen war, braucht hier nicht wiederholt zu werden.

Man denke beim Osterglauben jetzt nicht gleich an die vielfältigen zeitgebundenen Konkretisierungen und Ausgestaltungen, die situations­bedingten Erweiterungen und legendären Ausmalungen der verschiedenen Ostervorstellungen und Osterberichte: etwa vom leeren Grab, von Höllenfahrt und Himmelfahrt. Nicht sie sagen uns das Entscheidende, sondern die eine große Osterbotschaft sagt es, der eine einfache Osterglaube.

Darin stimmen bei allen Unstimmigkeiten der verschiedenen Überlieferungen bezüglich Ort und Zeit, Personen und Ablauf der Ereignisse die verschiedenen urchristlichen Zeugen Petrus, Paulus und Jakobus, die Briefe, die Evangelien, die Apostelgeschichte und die Apokalypse überein: „Jesus lebt, und zwar durch und mit Gott!“

Weil durch und mit Gott, lebt er für immer – Zeichen der Hoffnung und Verpflichtung für uns. Und weil er durch und mit Gott lebt, ist auch der Gott, für den er in Leben und Sterben eintrat, gerechtfertigt. Was man erst gegen Ende des Alten Testamentes (Danielbuch) und in der zwischentestamentlichen Zeit (apokryphe Literatur, besonders das Henochbuch) als positive Möglichkeit sah – ewiges Leben des einzelnen Menschen mit Gott, der Menschheit am Weltende oder zumindest der guten Menschen - hier in diesem einen ist es bereits in Erfüllung gegangen, so bekennen die ersten christlichen Zeugen.

Wie immer sie es erfahren haben, sie waren davon überzeugt und haben in einer letzten tragenden Zuversicht ohne Furcht vor Verachtung, Verfolgung und Tod die skandalöse Nachricht vom neuen ewigen Leben eines am Kreuzesbalken Hingerichteten als „erfreuliche Kunde“ (Euan­gelion) unter die Leute gebracht.

Soll es jetzt aber schließlich und endlich doch noch irrational zugehen? Kann man als Mensch des 21. Jahrhunderts einen solchen Glauben vor seiner Vernunft verantworten? Kann man seinen Glauben allein an diesen einen Menschen hängen?

Nun, man wird sich im 21. Jahrhundert Auferstehung oder Auferweckung – beides bildhafte Ausdrücke (Aufwecken aus dem Schlaf) für eine nicht vorstellbare, nicht abbildbare Wirklichkeit – weniger denn je primitiv und naiv – unkritisch denken. Geht es bei der Auferweckung doch gerade nicht um eine Rückkehr in dieses raum­zeitliche Leben:

Der Tod wird nicht rückgängig gemacht, sondern definitiv überwunden. Ebenso geht es nicht um eine Fortsetzung dieses raumzeitlichen Lebens: Schon die Rede „nach dem Tod“ ist irreführend; die Ewigkeit ist nicht bestimmt durch „vor“ und „nach“.

„Auferweckung“ meint vielmehr ein die Dimensionen von Raum und Zeit sprengendes Leben in Gottes unsichtbarem, unvergänglichem, unbegreiflichem Bereich.

Das ist, was mit „Himmel“ – nicht der Himmel der Astronauten, sondern der Himmel Gottes! – gemeint ist. Mehr ein Hineingehen in die Wirklichkeit als ein Hinausgehen!

Auferweckung meint also positiv:
Jesus ist nicht ins Nichts hineingestorben, sondern ist im Tod und aus dem Tod in jene unfassbare und umfassende allerletzte – allererste Wirklichkeit hineingestorben, ja, von jener wirklichsten Wirklichkeit aufgenommen worden, die wir mit dem Namen Gott bezeichnen. Und gerade dies hat nach Auffassung der ersten Zeugen allgemeine Bedeutung, hat Bedeutung auch für mich.

Und wie soll ich solches im 21. Jahrhundert nach all dem, was wir an religionskritischen Einwänden hören mussten, glauben können? Die Antwort ist: Ich stehe hier vor einer grundlegenden Alternative, vor der jeder steht, auch der Atheist. Und sogar Ernst Bloch, entschiedener Atheist, wollte die positive Antwort nicht völlig ausschließen: Da hielte er es mit einem kleinen peut-étre (d.h.: vielleicht). Da wollte er doch auch noch sehen, wie das Nichts oder das ganz Andere sich ausnehme.

Also:
Entweder ich sterbe ins Nichts hinein:
Dieser Einstellung, wenn in ehrlicher Überzeugung gelebt, ist der Respekt nicht zu versagen, und es sind nicht die geringsten Geister der Menschheit gewesen, die sich für die negative Antwort entschieden haben. Wie alles, was mit Atheismus und Nihilismus zu tun hat, kann sie nicht widerlegt werden; sie kann jedoch auch nicht positiv bewiesen werden. Nie hat es jemanden gegeben, der bewiesen hätte, dass wir ins Nichts hineinsterben.

Freilich: vernünftig scheint mir diese Möglichkeit – wir erinnern uns an das über das Ende der Welt gesagte – auf keinen Fall.

Oder ich sterbe in jene allerletzte Wirklichkeit hinein, die dann auch die allererste, die unfassbare – umfassende wirklichste Wirklichkeit ist, die wir Gott nennen: Diese Möglichkeit – wie alles, was mit Gott zu tun hat – kann nicht positiv rational bewiesen werden, kann freilich auch nicht widerlegt werden.

Ich kann mich aber in einem durchaus vernünftigen, aufgeklärten Vertrauen darauf einlassen, dass ich nicht ins Nichts, sondern in Gott hineinsterbe: vernünftiger, ja, vernünftig erscheint mir dies allemal.

Wie kann ich solches Vertrauen vor meiner Vernunft verantworten?

Wenn ich an so etwas wie „Auferstehung“ glaube, so glaube ich nicht an irgendwelche unverifizierbare Kuriositäten. Aber ich glaube an Gott und weiß warum. Dass Gott Jesus von Nazareth für die Glaubenden nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt hat, rechtfertigt mein Zu-trauen zu ihm auch für mich.

Zeigt doch der auferweckte Jesus Christus, was diesem Gott zuzutrauen ist. Und da scheint es mir nur konsequent, wenn ich mit diesem vertrauenden Glauben an Gott nicht auf halbem Weg anhalte, sondern ihn konsequent zu Ende gehe. Denn wenn Gott wirklich Gott ist, dann ist er nicht nur Alpha sondern auch Omega, dann ist er wie mein Schöpfer so auch mein Vollender. Ich kann mich also in durchaus vernünftigem Vertrauen darauf verlassen, dass ich – wie Jesus von Nazareth – im Tod, mit dem Tod, aus dem Tod in Gott hineinsterbe.

Besser: von ihm aufgenommen werde. Denn der Tod ist meine Sache, die Auferstehung zum Leben kann nur die Sache Gottes sein:

Von Gott selbst werde ich in ihm als die unfassbare, umfassende letzte und erste Wirklichkeit aufgenommen, berufen, heimgeholt, also endgültig angenommen und gerettet. Im Tod, oder besser: aus dem Tod, als einem eigenen Geschehen, gründend in Gottes Tat und Treue.

Das ist die verborgene, unvorstellbare, neue Schöpfertat dessen, der das, was nicht ist, ins Dasein ruft. Und deshalb – und nicht als „supernaturalistischer Eingriff“ gegen die Naturgesetze – ist das für mich ein echtes Geschenk und wahres Wunder.
(Vielleicht muss man diesen Abschnitt zweimal lesen wegen der dichten Aussage!)

Weil es in diesem neuen Leben um die letzte Wirklichkeit, um Gott selbst geht, ist es für mich von vornherein auch selbstverständlich, dass dies eine Angelegenheit des Glaubens ist. Es geht ja um ein Geschehen von Neuschöpfung, welches den Tod als meine letzte Grenze und damit überhaupt meinen Welt- und Denkhorizont sprengt. Bedeutet es doch den definitiven Durchbruch in die wahrhafte andere Dimension des eindimensionalen Menschen: in die offenbare Wirklichkeit Gottes. Und je weniger banal und je tiefer die Wahrheit, umso leichter ist sie zu bezweifeln.

Es ist keine Frage, dass die „reine Vernunft“ sich hier vor eine unübersteigbare Grenze gestellt sieht: da kann ich Kant nur zustimmen.

Das Eingehen aus dem Tod zu Gott kann ich nicht empirisch verifizieren, so wenig wie andererseits ein Eingehen ins Nichts empirisch zu verifizieren ist. Das Eingehen zu Gott ist das Nicht-zu-Erwartende und Nicht-zu-Erweisende, wohl aber das im Glauben zu Erhoffende.

Auch die Auferstehung Jesu ist ja nicht durch historische Argumente („leeres Grab“) bewiesen worden: da versagte die traditionelle Apologetik stets. Weil ich es hier mit Gott und das heißt per definitionem mit dem Unsichtbaren, Unbegreifbaren, Unverfügbaren zu tun habe, ist nur eine Form des Verhaltens angemessen, herausgefordert: gläubiges Vertrauen, vertrauender Glaube, aber ein durch die Vernunft geprüftes, aufgeklärtes Glauben und Vertrauen. Am Glauben vorbei führt kein Weg zum ewigen Leben. Schon die Auferweckung Jesu war kein beglaubigtes Mirakel; sie selber war Gegenstand des Glaubens.

Glaubend traue ich diesem Gott alles, auch das Letzte, auch die Überwindung des Todes zu. Der allmächtige Schöpfer, der aus dem Nichts ins Sein ruft, vermag auch aus dem Tod ins Leben zu rufen.

Dem Schöpfer und Erhalter des Kosmos und des Menschen und nur ihm ist zuzutrauen, dass er auch bei Tod und Sterben über die Grenzen alles bislang Erfahrenen hinaus noch ein Wort mehr zu sagen hat: dass ihm wie das erste so auch das letzte Wort gehört. Wer ernsthaft an den ewigen und lebendigen Gott glaubt, glaubt auch an Gottes ewiges Leben, an sein ewiges Leben. Wenn ich mein Credo mit dem Glauben an „Gott, den allmächtigen Schöpfer“ anfange, so darf es auch ruhig mit dem Glauben an „das ewige Leben“ beenden.

aus“ Existiert Gott?“ von Hans Küng
zusammengestellt von Pfarrer Augustin Wanger

Der nächste Teil hat das Thema:
„Gott durch Jesus Christus – der Sohn Gottes



Advent 2005                  
                         ...
Ein herzliches Danke an alle, die auch dieses Jahr ihre Türe öffnen und ein Fenster gestalten!

Sie ermöglichen, dass sich Menschen Zeit nehmen, sich auf den Weg durch unsere Gemeinde zu machen und einander zu begegnen.

 

Fußwallfahrt von Elixhausen nach
St. Wolfgang am 26. Oktober 2005

Pilgern ist in. Vielleicht, weil inszenierte Erlebnisangebote halt doch die Inszenierung erleben lassen und nicht die Realität.

Vielleicht, weil vielen alle fertigen Antworten suspekt geworden sind und sie sich gerne selbst auf den Weg in die Natur und ins Innere machen. Vielleicht auch, weil zunehmend mehr Menschen merken, dass die käufliche Befriedigung von Bedürfnissen, die man ohne Werbung gar nicht hätte, eines sicher nicht kann: nämlich den Hunger auf Leben stillen.

Dazu kommen noch viele Zweitmotive, die den Wallfahrten immer schon anhafteten, Gemeinschaft erleben, auch Spaß haben, die eigenen Grenzen ausloten, …

Und so staunten Hermann Dürnberger und ich nicht schlecht, als wir sahen, was aus unserer spontanen Idee nach einer Sonntagsmesse gewor­den war:

24 Personen machten sich um 6 Uhr morgens, ortskun­dig geführt von Karl Heinz Matl, von Elixhausen auf den Weg. Er führte uns durch die wohlbekannte Landschaft über Tiefenbach, Eugendorf und Thalgau zum Mondsee. Doch welch anderer Blick, wenn man 500m neben der Autobahn viel Zeit hat, Ein­drücke zu sammeln!

Nach einer Gebetsrast und einer ungewollt ausgiebigen Mittagspause in Scharfling ging´s zu einer besinnlichen Viertelstunde ins Kloster Gut Aich. Von dort begann der Anstieg auf den Falkenstein. Auch wir trugen wie schon Zehn­tausende vor uns einige Steine hinauf als Sym­bole für die Belastungen, die ein Leben auch so mitbringt, und denen man manchmal nicht anders Herr wird, als sie Gott hinzulegen …

Beim schon etwas beschwerlichen Abstieg nach St. Wolfgang erschien plötzlich eine in Sonne getauchte, fast paradiesisch bunte Herbstlandschaft, die einem den anderen, den ganz von Staunen und Freude erfüllten Blick aufs Leben nahe brachte.

Ein kurzer Wortgottesdienst in der Kirche und die Eintragung ins über 200 Jahre alte Pilgerbuch rundeten einen ausgefüllten Tag ab, der uns eines ganz gewiss nahe legte: schon heute den 26. Oktober 2006 freizuhalten - so Gott will.

Johann Neumayer


... wir denken an alle, die mithelfen und die sich darum bemühen, im Wort, im Zeichen, im Verschenken von Zeit, Geld und Zuwendung das Bild einer geschwisterlichen Gemeinde Wirklichkeit werden zu lassen.

... wir denken an alle, die bei der Gestaltung der Gottesdienste, Feiern und Feste mithelfen.

... wir denken an den Pfarrgemeinderat, den Pfarrkirchenrat und die Gruppen und Kreise, die das Leben unserer Gemeinde mitgestalten.

Und sagen ein herzliches DANKE!


UNSERE WEIHNACHTSGOTTESDIENSTE:

Sa. 24.12.: Hl. Abend
07.15 Uhr Rorate
16.00 Uhr Kindermette
23.00 Uhr Feier der Hl. Nacht - CHRISTMETTE

So. 25.12.: HOCHFEST DER GEBURT DES HERRN – Weihnachten
09.00 Uhr Festgottesdienst

Mo. 26.12.: HL. STEPHANUS
09.00 Uhr Festgottesdienst

Di. 27.12.:   HL. JOHANNES - 7.15 Uhr Messe

Fr. 30.12.:   FEST DER HEILIGEN FAMILIE - 7.15 Uhr Messe

Sa. 31.12.:  Silvester - 17.00 Uhr Amt für die Pfarrgemeinde

So. 01.01.:  HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA
19.00 Uhr Festgottesdienst

Di. 03.01.:   07.15 Uhr - Messe

Fr. 06.01.:   Erscheinung des Herrn – Hl. Drei Könige
                   9.00 Uhr Festgottesdienst mit den Sternsingern

Vorschau auf wichtige Gottesdiensttermine im nächsten Jahr:
22. Jänner, 10 Uhr, Ökumenischer Gottesdienst in der Honteruskirche
29. Jänner, 10 Uhr, Täuflings- und Familiengottesdienst im „Festsaal zur Nachbarschaft“ mit Pfarrkaffee

Kinderkirche: 4. Februar, 4. März, 1. April, 6. Mai, 3. Juni, 1. Juli 2006
Familiengottesdienst: 29. Jänner, 26. Februar, 26. März, 30. April,
                                28. Mai, 25. Juni 2006


Kommt und seht:

Neues begann
macht euch auf den Weg
ihr braucht die Nacht
nicht zu fürchten:
ihr könnt dem Stern
und den Träumen trauen...

Sucht nicht
bei den Mächtigen
nicht bei denen
die Grenzen ziehen
Mauern bauen
Urteile sprechen
Waffen schmieden
das Alte verwalten
den Fortschritt nicht wagen ...

Kommt und seht

Neues beginnt:
Machtlos
im Schoß der Mutter
aller Menschen Zukunft.

(Eleonore Beck)

In der Hoffnung,
dass Er kommt,
als Kind,
dass Seine Liebe bei uns ankommt,

wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
und ein gutes Neues Jahr

und die Mitglieder des Pfarrgemeinderates


 
Das Sakrament der Taufe empfingen:
30.01.2005            Kreuzberger Alexander, Katzmoosstraße 49
20.02.2005            Pichler Markus Rupert, Kapellenweg 4
20.02.2005            Strasser Lukas, Mühlenweg 2
10.04.2005            Obertscheider Philipp, Mooshamstraße 26
22.05.2005      Föll Simone, Ringstraße 8
29.05.2005            Aigner Katharina, Girlingstraße 9
12.06.2005            Grof Magdalena Sophie, Moosstraße 9
19.06.2005            Ebner Hannah, Gartenstraße 345, Siezenheim
19.06.2005            Staufner Angelika, Kralgrabenweg 7, Salzburg
11.09.2005            Sassler Sebastian Michael, Wiesstraße 5E
18.09.2005            Sas-Zaloziecki Roman, Hainedtstraße 2
18.09.2005            Steiner Nico, Aubergstraße 1
09.10.2005            Prähauser Luise Christina, Ursprungstraße 6
16.10.2005            Augustin Emily Maria, Ehrenbachstraße 28A
18.12.2005      Pongruber Johannes, Hangstraße 10

Das Sakrament der Ehe spendeten sich:
Maislinger Mario                Moser Claudia
Flöckner Christian              Flöckner Marina, geb. Neuhofer
DI Sponer Mark                 Mag. Ziegler Evelyn
Oberholzner Rupert            Oberholzner Sabine, geb. Wilflingseder
Baumgartner Andreas         Frauenlob Julia
Gmachl Franz                     Baumgartner Justina

Zum Herrn heimgegangen sind:
Ringelschwendner Franz                      Moser Maria
Eder Maria                                          Winnerroider Gertraud
Ausweger Johanna                               Schmidhuber Franz
Matl Albin                                           Kehrer Richard
Jordan Caroline

 

20 Jubelpaare feierten am 23. Oktober das Gelingen ihrer Beziehung und ihres Ehejubiläums beim Festgottesdienst ...

und in der Bibliothek.

Wir wünschen weiterhin alles Gute!

 

10 Jahre Frauentreff Elixhausen

Am 14. Oktober feierte der Frauentreff Elixhausen ein schönes Fest anlässlich des 10jährigen Bestehens dieser Einrichtung. Es wurden ein bunter Überblick der Arbeit – auch mit Ausstellung von Arbeiten und Fotos – als auch ein Einblick in die vielfältige Arbeit des Teams geboten.

Der Frauentreff ist eine wichtige Kontaktstelle für Frauen - auch neu zugezogene - im Ort, sowie auch als Bildungseinrichtung im Rahmen des Generationendorfes sehr wertvoll, wie auch Bürgermeister HR DI Bruno Wuppinger lobend feststellte. In diesem Sinne laden wir auch alle interessierten Frauen ein, bei unseren Treffen einmal unverbindlich mitzutun.

Dass auch Ausbildung und fachliche Kenntnisse dahinter stecken, wurde bei der Zerti­fikatsverleihung an die derzei­tige Leiterin des Frauentreffs, Frau Eva Maria Lederer, durch Frau Mag. Edeltraud Zlanabitnig-Leeb vom Katholischen Bildungswerk Salzburg, deutlich. Es handelt sich um ein Zeugnis, das die er­folgreiche Teilnahme an verschie-denen Modulen, die zur Leitung einer Erwachsenenbildungseinrichtung von großem Vorteil sind, bestätigt.
Nach Dankesworten an alle Mitarbeitenden klang dieser Abend bei internationalen Reigen-tänzen, herrlichem Buffet und Austausch zahlreicher Erinner-ungen der in großer Schar erschie-n-en Teilnehmerinnen lang-sam aus.
Eva Maria Lederer
Im Bild: Rosemarie Armstorfer, Eva Maria Lederer, Helga Woglar,
Gründerinnen: Elke Lenglachner, Mag. Gabriela Zehentner; BM DI Bruno Wuppinger

 

Katholisches Bildungswerk Elixhausen 

Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2006:
Fr. 17. März 2006, 19,30 Uhr
„Auf Spuren des Judentums“ Fotopräsentation und Gespräch mit HR Mag. Karl Witzmann
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Bibliothek Elixhausen.

Sa. 20. Mai 2006, 16 Uhr
Erstmals ein Erzählcafé mit „Erinnerungen an die Zeit vor dem Staatsvertrag“ im „Festsaal zur Nachbarschaft“

Im Juni bietet der Biologe Dr. Hans Neumayer eine „Erkundung des Ursprunger Moores“ an.

Nähere Auskünfte über die einzelnen Veranstaltungen erhalten Sie anhand der Einladungen des Katholischen Bildungswerkes Elixhausen.



Termine:
12. und 26. Jänner
09. und 23. Februar
09. und 23. März
06. und 20. April
jeweils 19.30 Uhr im Pfarrhof mit Mag. Dr. Johann Neumayer

Team des Katholischen Bildungswerkes Elixhausen:
Dr. Irmingard Demitsch, Hangstraße 8, Tel.: 624 187
Constanze Friedl, Buchenstraße 5, Tel.:480 368
Dr. Hans Neumayer, Obergrubstraße 18, Tel.: 481 208
alle 5161 Elixhausen



Sternsingen - alter Brauch mit aktueller Bedeutung

Zur Geschichte des Sternsingens

Dreikönigsumzüge, Dreikönigsspiele und auch das Dreikönigssingen bereicherten das christliche Brauchtum über die Jahrhunderte hinweg. Von diesen Bräuchen sind lediglich das "Dreikönigssingen", besser bekannt unter "Sternsingen", bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Es hat heute nach wie vor einen hohen Stellenwert im weihnachtlichen Festkreis. In Österreich ist das Sternsingen seit den fünfziger Jahren eng mit der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar verbunden.

 

Das Sternsingen hat seinen Ursprung in vorchristlichen Bräuchen. In den Raunächten wurde in Häusern und Ställen geräuchert, um Mensch und Tier vor dem Einfluss böser Geister zu schützen. Die finstere Zeit der Wintersonnenwende wurde als bedrohlich und lebensfeindlich erfahren. Der Sehnsucht nach Licht, Wärme und Lebenskraft wurde in vielfältigen Bräuchen und Ritualen Ausdruck verliehen. Das Neujahrsansingen gilt als eine der Wurzeln des christlichen Dreikönigssingens. Die Bräuche um den Jahreswechsel wurden christianisiert. Dies war gar nicht schwierig, da die Lichtsymbolik, die ihnen innewohnte, sehr gut zur Geburt Christi (= das Licht der Welt) passte. Die Figuren der Heiligen Drei Könige inspirierten die Menschen von Beginn an, Umzüge und Theaterspiele zu veranstalten. Bis zur heutigen Zeit sind traditionellerweise Drei Könige und ein Sternträger unterwegs, um die Geburt Christi zu verkünden.

 

Die biblische Erzählung und ihr Stellenwert

Doch zurück zu den Anfängen. Um die Bedeutung und Langlebigkeit des Sternsingens erklärlich zu machen, ist es notwendig, die Geschichte der Drei Heiligen Könige näher zu betrachten.

Nur zwei der vier kanonischen Evangelien thematisieren die Geschichte der Geburt Jesu. Im Lukasevangelium wird über die Verkündigung der "Ankunft des Erlösers" an die Hirten berichtet. Das Matthäusevangelium berichtet über den Besuch und die Huldigung von Magiern aus dem Osten und richtet sich an jüdisches Publikum. Es soll nachweisen, dass sich die Verheißungen des Alten Bundes erfüllt haben. Stilistisch sehr kunstvoll schafft es der Autor, jüngere Überlieferungen mit den Prophezeiungen der Vorväter zu verbinden. In Matthäus 2, 1-12 werden z.B. Texte aus Michäus zitiert und Psalmverse des Isaias inhaltlich wiedergegeben.

Die Geburt Christi wurde von den Christen ursprünglich am 6. Jänner gefeiert. Im Jahre 354 n. Chr. erklärte Liberius, Bischof von Rom, den 25. Dezember zum Geburtstag des Herrn. Ab dem Jahre 376 war dieser neue Termin für die ganze Westkirche verpflichtend. Die Ostkirche feiert bis heute die Geburt des Gottessohnes am 6. Jänner. Auch in der Westkirche war dieser Termin ein kultisch sehr bedeutender Tag und konnte nicht aufgegeben werden. Fortan sollte an diesem Tage die Geburtserzählung des Matthäus verdeutlichen, dass sich die Herrlichkeit Gottes den Heiden - in Gestalt der Magier - offenbart hat. Hinzu kam die Taufe Christi im Jordan, die Geschichte seiner geistigen Wiedergeburt also. In der Westkirche liegt der Schwerpunkt des Festes auf dem Gedächtnis der Magierepisode, doch nimmt man am Epiphanietag auch die Weihe des Taufwassers vor.

 

Die Heiligen Drei Könige waren weder heilig, noch handelte es sich um drei Könige. Das Evangelium spricht sehr neutral von "Magiern aus dem Morgenland" (auch die Übersetzung: "Sterndeuter aus dem Osten" ist gebräuchlich), die einem Stern folgend den Erlöser suchten. Es gibt keine Auskunft über ihre Herkunft und Anzahl. In den ersten frühchristlichen Kunstwerken, welche die Erzählung aufnahmen, wurden zwischen zwei und zwölf Personen dargestellt.

Papst Leo der Große meinte, dass es dem gesunden Menschenverstand entspräche, dass drei Gaben auf drei Überbringer hinweisen würden. Von nun an blieb man bei der Zahl "Drei". Erst ab dem 10. Jahrhundert werden die Magier auf Bildern als Könige mit Kronen auf den Häuptern dargestellt.

Die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar sind seit dem 6. Jahrhundert gebräuchlich. Sie haben symbolische Bedeutung. "Kaspar" hat seinen Ursprung im Persischen und bedeutet "Schatzmeister". "Melchior" kommt aus dem Hebräischen und heißt "Mein König ist Licht". "Balthasar", das babylonische "Balatsu-ucur" heißt übersetzt "Beschütze sein Leben". C + M + B schreiben die Sternsinger mit geweihter Kreide an die Türen der besuchten Haushalte. Hier handelt es sich um den Segenswunsch: "Christus Mansionem Benedicat", Christus beschützt dieses Haus.

Die Könige verkörpern die drei Lebensalter, Jüngling, Mannesalter und Greis. Bei den meisten Darstellungen ist es der Greis - ihm selbst würde die meiste Ehre gebühren - der sich am tiefsten neigt, um seine Demut und Ehrerbietung zu zeigen. Der Kontakt mit dem Orient macht im 16. Jahrhundert "Kaspar", den jüngsten König, zum Mohren. Dies fand in unseren Breiten leicht Eingang in den Brauch, da eine "Schwarzmaskierung" in den Jahresanfangsbräuchen durchwegs üblich war. Es ist aber nicht eindeutig zu sagen, wer "wirklich" der schwarze König ist.

 

Im Matthäusevangelium finden wir Angaben über die Geschenke der Magier, Gold, Weihrauch und Myrrhe. Dies waren zur damaligen Zeit Geschenke für einen König. Über die Bedeutung dieser Gaben gibt es zahlreiche Angaben. Aus der "Legenda aurea" von Jakobus a Voragine (die beliebtesten mittelalterliche Sammlung von Heiligenlegenden) sind einige Hinweise über die Bedeutung der königlichen Geschenke herauszulesen: St. Bernhard spricht darin, dass die Könige Gold opferten wegen der Armut Marias, Weihrauch, um den bösen Geruch des Stalles zu vertreiben, und Myrrhe, um die Glieder des Kindes zu stärken und gegen die bösen Würmer. Oder: Gold als Zins, weil Christus der oberste König ist, Weihrauch als Opfer, weil er Gott ist, und Myrrhe für ein Begräbnis, da er sterblicher Mensch ist.

 

Es ranken sich auch zahlreiche Legenden um die drei Gaben der edlen Besucher. Man erzählt z.B., dass "seit Adams Zeiten Gold, Weihrauch und Myrrhe in einer Schatzhöhle verborgen gewesen wären". Einer syrischen Überlieferung zufolge hätten die Könige in Bethlehem aus Mariens Händen die Windeln Jesu empfangen, die später schneeweiß aus den Flammen des Feuers hervorgegangen wären. Auch wollte man wissen, dass die Magier nicht von einem Stern, sondern von Engeln an die heilige Stätte geführt worden wären. Als Sternenkundige waren die drei Weisen eng mit der Welt der Überirdischen verbunden. (Sterne galten als mächtige Wesen, die auf die Geschicke der Menschen einwirkten.)

 

Heiligenverehrung im Mittelalter

Die intensive Dreikönigsverehrung erfasste die Menschen des Mittelalters. Auch wenn die Magier niemals offiziell heilig gesprochen wurden, so hatten sie doch in der Volksfrömmigkeit eine herausragende Bedeutung. Sie wurden als mächtige Patrone bei Krankheit, Feuer oder Diebstahl angerufen. Ihrer langen beschwerlichen Fahrt wegen wurden sie auch als Schutzpatrone der Reisenden verehrt. Diese intensive Verehrung steht in engem Zusammenhang mit dem Auftauchen der angeblichen Reliquien der Magier.

Im Mittelalter entwickelte sich ein reger Reliquienkult. Menschen pilgerten zu den Wirkungsstätten und Gräbern verehrter Heiliger. "Im Bannkreis der Heiligen wollten sie Kraft und Hoffnung für das eigene Leben schöpfen."

Die mutmaßlichen Gebeine der Magier wurden von der römischen Kaiserin-Mutter Helena gefunden. Im 6. Jahrhundert wurden sie von Byzanz (dem heutigen Istanbul) nach Mailand gebracht, das zu einem bedeutenden Wallfahrtsort wurde. Mailand wurde von Friedrich I. Barbarossa zerstört, die Gebeine nach Köln gebracht, wo sie nun in einem kostbaren Schrein von Nicolas von Verdun ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Nun begann ein reges Wallfahrtsleben. Die Namen der Gasthöfe rund um den Dom zeugen noch von dieser Zeit: "Gasthof zum Mohren", "Goldener Stern", "Gasthof zur Krone".

 

Von szenischer Darstellung zum Singen auf der Gasse

Im Mittelalter war es üblich, den Gottesdienst mit dramatischen Szenen zu beleben, um den Menschen die Heilsgeschichte plastisch vor Augen zu führen. Nach dem Vorbild der bereits etablierten Osterspiele entwickelten sich auch Weihnachts- und Dreikönigsspiele. In der Literatur herrscht Uneinigkeit darüber, ob das Dreikönigssingen, das im 15. und 16. Jahrhundert seinen Ausgang nahm, ein eigenständiger Brauch, oder eine Fortführung der mittelalterlichen Spiele war. Zumindest aber wurde das Sternsingen von den alten Bräuchen inspiriert. Schüler und Studenten waren die ersten Sternsinger. Da sie meist materielle Not litten, erhielten sie von den Stadtvätern und Landesherren Sonderprivilegien. Dazu zählte das Singen auf der Gasse an Sonn- und Feiertagen und zu gegebenem Anlass. Der Dreikönigstag war ein solcher Anlass. Wahrscheinlich wurde das schon früher übliche Neujahrs-Ansingen umfunktioniert. Drei als Könige verkleidete Schüler, meist in Begleitung ihres Lehrers, zogen durch die Gassen und baten um eine Gabe. Die wichtigste Requisite, der Stern, durfte nie fehlen. Die Texte und Lieder der Sternsinger hatten überregional eine einheitliche Form. Diese erstaunliche Tatsache ist auf den im 16. Jahrhundert üblichen "Flugblattdruck" zurückzuführen.

 

Es gibt noch alte Notizen, Belege und Regelungen, die auf die Stern­singerei hinweisen. "1552 erlaubte die Stadt Eggenburg/Niederösterreich dem Schulmeister und seinen Assistenten, mit dem Stern zu gehen, doch müsse er selbst mitsingen und verhüten, dass Unfug, Rumor oder andere Unzucht vorkomme; er solle auch zeitlich zur Bierglockenzeit aufhören."

Doch schon bald waren es nicht nur Schüler, die diesen Brauch pflegten. In den Dörfern und Märkten waren es vor allem die Handwerker, die Sternsingen gingen. Aus Bergen/Norwegen wird berichtet, dass es zu einem Konflikt zwischen Domschülern und Handwerkern kam, weil beide Gruppen als Sternsinger herumzogen. Die Schneidergesellen jedoch hatten keine Genehmigung.

 

Das Sternsingen erfasste in kürzester Zeit den halben Kontinent. Aus verschiedensten Dokumenten geht hervor, dass das Sternsingen im deutschsprachigen Osten, in Skandinavien, England und Frankreich nachzuweisen ist.

Die Zeiten waren schlecht und so gingen im Laufe des Dreißigjährigen Krieges ausgediente Soldaten Sternsingen, um ihr Überleben zu sichern. Auch all jene, die keine Arbeit fanden oder sich nicht mehr in die Gesellschaft eingliedern konnten, "arbeitsscheues Gesindel", wie abfällig gesagt wurde, suchten mit Sternsingen ihr Auskommen zu finden. So berichtet 1697 beispielsweise der Rentenmeister von Burghausen/Oberbayern: "Viel unnützes Gesindel als abgedankte Soldaten und Abdecker und dergleichen gehen als Sternsinger umher und beschweren die Untertanen. Benamste Personen sind mit dem liebseligen Brot oder anderer Gab nit zufrieden, sondern wollen nur Haar (Flachs) oder Geld, verlangen gleich 2 dn. oder gar einen Kreuzer ansonsten sie gleich mit Abbrennen und anderem sehr bedrohlich sind".

 

Lebendiges Brauchtum der Gegenwart

Der Brauch des Sternsingens wurde oft in Misskredit gebracht, verboten oder nur mit Sondergenehmigungen gestattet. Dem an Macht zunehmenden rationalistischen Denken und der Aufklärung war es vorbehalten, rigoros in bestehende brauchtümliche Tradition einzugreifen, sie gewaltsam zu unterbinden oder zu verändern. Die Aufklärung schnitt so den Faden mancher brauchtümlicher Überlieferung ab. Es gelang kleinen Umzugsbräuchen deshalb eher, den scharfen Geist rationaler Nüchternheit zu überdauern. So überlebte das Sternsingen.

Auch die Wirrnisse zweier Weltkriege und die soziokulturellen und politischen Umwälzungen unseres Jahrhunderts konnten an der Lebendigkeit des Brauches nichts ändern. Dank engagierter Pfarrer wurde das Sternsingen in vielen österreichischen Gemeinden wieder- und neubelebt. Was sich verändert hat, ist die Verwendung der Gelder. Die Sternsinger der Katholischen Jungschar machen sich unter dem Motto "Hilfe unter gutem Stern" auf. Sie besuchen Menschen der Pfarrgemeinden mit ihren Liedern und Segenswünschen. Die Gelder, die gegeben werden, sind heute nicht mehr für die Sternsinger selbst gedacht, sondern für Menschen, die unsere Solidarität, unser Interesse und unsere materielle Hilfe dringend nötig haben.

Quelle: http://www.dka.at/sternsingen/brauchtum/

 


Unsere Sternsinger sind vom 1. bis zum 6. Jänner 2006 unterwegs.

Die „Hl. 3 Könige“ und wir bitten um Ihre Unterstützung.


Mit diesem Geld werden im Jahr 2006 folgende Projekte besonders gefördert:
Mariannridge/Südafrika - Aufbruch in eine bessere Zukunft
Caquetá/Kolumbien - Pastoralarbeit für den Frieden
Kidapawan/Philippinen - Biolandbau sichert Überleben




Bonus nützen – Pfarre stützen!
Frühzahlerbonus - Es zahlt sich aus!
Seit 1990 gibt es die Möglichkeit einer Bonusvergütung, wenn der Kirchenbeitrag bereits am Anfang des Jahres zur Gänze einbezahlt wird. Dadurch ergeben sich für "alle Beteiligten" Vorteile:

·        Weniger Beitrag für das Mitglied.
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Verwaltungseinsparung und Zinsen für den Kirchenbeitrag

Wussten Sie dass …
·          2005 bereits 128.323 Personen, also 53,94% aller Mitglieder,
       die den Bonus angeboten bekamen, den Frühzahlerbonus nützten?

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Sie sind herzlich eingeladen auch mitzumachen.
Wie hoch Ihre persönliche Ersparnis ist, darüber informiert Sie die Kirchenbeitrags-Information, die Sie jährlich im Jänner/Februar erhalten – und ebenso, wie Sie mit einem Abbuchungsauftrag verlässlich die Bonusaktion nützen können.
Ihre Kirchenbeitragsstelle gibt Ihnen gerne Auskunft.
Montag bis Donnerstag von 7:45 bis 13:00 Uhr, Freitag von 7:45 - 12:00 Uhr
5010 Salzburg, Kaigasse 18/2
Tel: 0662 / 80 47- 3270 Fax: 0662 / 80 47- 3259
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