Impulse zum Pilgern & Wallfahren


Eine Wallfahrt zu machen oder einen Pilgerweg zu gehen heißt nicht nur, einen religiös bedeutsamen Ort aufzusuchen. Es bedeutet vielmehr einen Weg in das eigene Innere zuzulassen, der von einer Offenheit für die Wirklichkeit und Vertrauen in Gott gekennzeichnet ist.
Eine Wallfahrt, ein Pilgerweg können sowohl allein als auch in Gemeinschaft unternommen werden. Hier verwirklicht sich „im Kleinen“ unser lebenslanges Unterwegs-Sein. Zugleich geht es um eine Erfahrung der Gegenwart Gottes, der auf allen Wegen bei uns ist.
In den folgenden Texten werden verschiedene Etappen eines solchen Weges beschrieben. Diese Gedanken mögen Sie auf Ihrem Weg, in Ihren Wahrnehmungen und beim Formulieren eigener Gebete unterstützen.

1. Vorbereiten
Nach dem Entschluss zu einem solchen Weg ist ein Mindestmaß an Vorbereitung nötig. Dabei gilt: je einfacher, desto besser. Nichts Beschwerliches sollte unnötig belasten, weder äußerlich noch innerlich.

2.  Aufbrechen
Die ersten Schritte führen aus dem Alltag heraus in eine Offenheit und Unbekümmertheit, in eine sorgsame und dankbare Aufmerksamkeit für das, was ist. Ich habe Zeit und Vertrauen: Es wird gut.

3.  Gehen
Der Weg selbst ist das Ziel. Was jetzt ist, zählt. So wandere ich durch die Landschaft und entdecke immer wieder, wie ich auf meinem Lebensweg unterwegs bin.

4.  Ankommen
Die Ankunft bewirkt Freude und Erleichterung. Der Ort ist erreicht, zu dem ich wollte. Aber was soll nun geschehen? Das werden die nächsten Schritte zeigen, die in aller Kürze noch vor mir liegen.

5.  Eintreten
Ich stehe an einer Schwelle, die ich überschreite, um ins Innere zu kommen. Dort lassen mich die Äußerlichkeiten des Raumes staunen, bewundern – und manchmal verwundern sie mich. Was hat all das zu bedeuten? Es ist ein heiliger Ort. So führt mich der letzte Schritt in ein Inneres, wo Gott auf mich wartet.

6. Beten
Ich bin ganz da. Ich spreche und schweige, ich höre und spüre, Gott ist da. Er spricht in der Stille, in Zeichen, in Worten, in meinen Gedanken. Ich trage vor ihn meine Bitten, meinen Dank, meine Freude, mein Leid und all die Menschen, denen ich verbunden bin. Gott nimmt uns an.

7.  Abreise
Der Abschied von diesem Ort ist zugleich wie ein Aufbruch zurück (bzw. voran) in den Alltag. Dorthin ruft uns Gott, damit wir teilen, was wir empfangen haben: ein bisschen Hoffnung, ein bisschen Lebensfreude, ein bisschen Liebe. Gott geht mit uns. So sind Wallfahrt, Pilgerweg oder Alltag nur unterschiedliche Etappen auf unserem einen Weg mit und zu ihm.
 

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