Humus für Kommunikation und Begegnung – „Stadtteilgarten Itzling“
 
SALZBURG (epd/ah) / „Es soll ein umkompliziertes Zusammensein beim gemeinsamen Tun sein“, sagt Christina Pürgy vom ABZ (Arbeiter/innen-Begegnungs-Zentrum) und Koordinatorin des Projektes „Initiative Stadtteilgarten Itzling – zum selber pflanzen“. GärtnerInnen aus acht Nationen beackern seit Beginn dieses Sommers in der Kirchenstraße rund 20 Beete. So kommt es, dass in Itzling schon bald bosnische Kürbisse gedeihen, falls es die natürlichen Bedingungen zulassen. Die Stadt Salzburg stellte das Areal für die Umsetzung dieser Idee zur Verfügung und unterstützt das Projekt finanziell.
 
Im „Stadtteilgarten Itzling“ stehen das Gärtnern und die Beschäftigung mit den Pflanzen im Vordergrund, betont Pürgy. Beim Kaffeeklatsch werden Tipps und Tricks ausgetauscht, zum Beispiel wie der Beet-Nachbar mit Schneckenplagen umgeht. „Bei den Gesprächen kann es dann schon vorkommen, dass die Herkunft oder die eigene Kultur zum Thema werden“, berichtet die Koordinatorin. Jedoch treffe man sich nicht vordergründig deswegen, um zu debattieren, wie es einem als Migrant hier in Salzburg ergeht. „Die Teilnehmer kommen aufgrund ihrer Tätigkeit als Gärtner zusammen“, sagt Pürgy. Männer und Frauen aus Albanien, dem Kosovo, Bosnien, Vietnam oder Österreich gehen gemeinsam ihrer Leidenschaft, der Gartenarbeit, nach. Vor allem in der Stadt, wo ein Mini-Balkon oftmals das höchste der Gefühle darstellt und Grünflächen eher rar gesät sind, steigt bei vielen Gartenfreunden das Bedürfnis nach einem eigenen Areal zum Bepflanzen.
 
Die Idee des „Interkulturellen Gartens“ wurde 1996 in Deutschland geboren. Familien aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen bekamen die Möglichkeit, auf öffentlichen Flächen einen Hausgarten anzulegen. Die Begegnung mit Mitmenschen war die logische Konsequenz daraus.
 
In Itzling fiel der Startschuss für den "Stadtteilgarten" im Mai 2008 mit einem Informationsabend. Seitdem gedeiht und wächst das Projekt. „Zweimal im Monat finden Kerntreffen statt“, sagt Pürgy. Dabei werde über alles Mögliche gesprochen. „Ich nenne es ‚Die grüne Sprache der Menschheit’“, schmunzelt die junge Frau.
 
Wer nun Lust bekommen hat aufs „Garteln“ sowie auf interessante Begegnungen, die/der kann sich unter folgender Nummer bei Christina Pürgy melden: 0676/8746-6725. „Im Sommer/Herbst 2008 wollen wir ein Hochbeet anlegen“, freut sich Pürgy jetzt schon.
 
 
Fotos: Am 18. Juli 2008 wurde der „Stadtteilgarten Itzling“ feierlich eröffnet. Fotos: ABZ.