Erzbischof Kothgasser lernte in der Partnerdiözese San Ignacio in Bolivien heuer auch die Probleme der Armen kennen. Foto: EDS

Armut ist ein himmelschreiendes Unrecht

Hirtenbrief des Salzburger Erzbischofs zur Aktion „Sei so frei“ im Advent 2009

SALZBURG (eds/wk – 25. 11. 2009) / „Es ist himmelschreiendes Unrecht, dass 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut leben“, schreibt Erzbischof Dr. Alois Kothgasser in seinem Hirtenbrief zur Aktion „Sei so frei“ der Katholischen Männerbewegung. Der Hirtenbrief wird am 1. Adventsonntag, 29. November, in den Kath. Pfarrgemeinden der Erzdiözese Salzburg verlesen. Der Einsatz für Gerechtigkeit und gegen Armut in der Aktion „Sei so frei“ sei äußerst notwendig.

In der Adventszeit empfinden wir „Situationen von Ungerechtigkeit intensiver als zu anderen Zeiten des Jahres“, betont der Erzbischof. Auch Jesus selbst sei an einem nicht geburtgerechten Ort unter Hirten, einfachen und armen Menschen, geboren worden. „Würde Jesus heuer, zu Weihnachten des Jahres 2009, geboren werden, er käme mit hoher Wahrscheinlichkeit unter den 1,2 Milliarden Armen zur Welt“, so der Wortlaut des Hirtenbriefs.

Die Frohe Botschaft, die der Engel den Hirten verkündet, könne nicht von diesen weltweiten Ungerechtigkeiten entkoppelt werden. Frieden und Gerechtigkeit bedingen sich gegenseitig. „Der Einsatz für mehr Gerechtigkeit ist Mitarbeit am Aufbau des Reiches Gottes“, stellt der Salzburger Oberhirte fest. Im Kampf gegen die Armut sei die Aktion „Sei so frei“ der Katholischen Männerbewegung (KMB) seit mehr als 50 Jahren ein bewährtes Werkzeug.

Heuer steht ein Bildungsprojekt in Mosambik im Zentrum der Adventsammlung der KMB: Ein Ziegel dient als Sitzbank, geschrieben wird auf dem Boden oder den Knien. Doch das wirklich Besondere ist: Die Schülerinnen sind erwachsene Frauen und lernen gerade lesen und schreiben. Viele der Frauen haben Kleinkinder, die sie auch in den Kurs mitnehmen müssen. Trotzdem sind sie hoch motiviert, denn sie wissen: Bildung ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft. „Sei so frei“ möchte mit dem Bildungsprogramm 1.000 Frauen in 40 Dörfern unterstützen.

Erzbischof Kothgasser dankt allen, die mit ihrer Spende zu Frieden und Gerechtigkeit beitragen. „Mit Gottes Hilfe kann jede und jeder von uns die Welt ein Stück gerechter machen“, versichert er. In diesem Zusammenhang würdigt der Bischof auch die Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ der Katholischen Jugend, die Aktion „Fairer Nikolaus“ und die Verkündung der Frohen Botschaft durch die Sternsinger. „Mein großer Dank gilt allen, die auf diese Weise ein kraftvolles Zeugnis ihres Glaubens geben“, so Alois Kothgasser. „Die weihnachtliche Frohbotschaft von der Nähe Gottes zu uns Menschen stillt unseren Hunger und gibt uns Hoffnung auf eine gerechtere Welt in Frieden“, schließt der Erzbischof.

Informationen: Mag. Wolfgang Heindl, Tel. 0662 8047 7557; www.seisofrei.at