Auferstehung heißt Reue, Umkehr, Versöhnung und Gerechtigkeit

Erzbischof Kothgasser spricht in der Osterpredigt vom Neuanfang in der Kirche

SALZBURG (eds/wk – 4. 4. 2010) / „Auferstehung mitten im Leben heißt in dieser Stunde konkret: Reue, Umkehr, Versöhnung und Gerechtigkeit“, sagte Erzbischof Dr. Alois Kothgasser heute am Ostersonntag, 4. April, in seiner Predigt im Dom zu Salzburg. Der Salzburger Oberhirte wies darauf hin, dass derzeit viel Dunkel in der Kirche erlebt werde: „Verantwortliche in der Kirche überschreiten von Gott gesetzte Grenzen“, sie fügten jungen wehrlosen Menschen großes Leid und Schmerz zu. Es werde noch viel Zeit und Einsatz brauchen, um diese Wunden zu heilen und der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen.

Der Erzbischof berichtete in der Osterpredigt von einem Erlebnis eines Stadtpfarrers bei der Spendung der Krankensalbung. Dieser Priester habe von einem großen Augenblick gesprochen, wenn ein Mensch von diesem Leben in das andere hinübergeht. Diese Augenblicke würden in ihm den Glauben stärken, dass er Gott begegnen und über den Tod hinaus leben werde. Der Pfarrer sei überzeugt gewesen, dass Gott in seinem Leben gegenwärtig und wirksam ist und er ihn daher auch in der Todesstunde nicht allein lassen werde.

Der Erzbischof bekräftigte, dass wir gerade heute den Glauben an die Auferstehung mitten im Leben brauchen. „Denn das Gegenteil wäre Untergang“. Wenn wir wissen, dass Menschen Mitmenschen missbrauchen, dass Priester, Ordensleute und Verantwortliche in der Kirche von Gott gesetzte Grenzen überschreiten, dass sie wehrlosen Kindern und jungen Menschen körperliche, seelische und geistige Schmerzen zugefügt haben, „dann wird viel Zeit und Einsatz notwendig sein, um diese Wunden zu heilen und der Wahrheit und Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen“, sagte Erzbischof Kothgasser.

Auch der Leidensweg Jesu sei von Verrat, Verleugnung, Schmähung, Spott und Gewalt geprägt. Umso bedrückender und belastender sei es, „dass Jesu Leidensweg in vielen Menschen auf unterschiedliche und erschreckende Weise auch heute weiter geht“, so der Salzburger Oberhirte. „Auferstehung mitten im Leben heißt in dieser Stunde konkret: Reue, Umkehr, Versöhnung, Gerechtigkeit“.

Das viele Gute, das Christen und Christinnen, das die Kirche an vielen Orten, vielen Menschen, Kindern und Jugendlichen tut, dürfe nicht übersehen werden. „Aber wir brauchen nach der Zeit der Läuterung Auferstehung, Auferstehung zur Wahrhaftigkeit, zur Glaubwürdigkeit auf dem Weg der Nachfolge Jesu im Dienst an den Menschen“, stellte der Erzbischof fest. Ostern sei die Zeit eines neuen Anfangs, der zum Leben führt.
 

Osterpredigt 2010 von Erzbischof Kothgasser (39,04 KB)