Festspiele-Auftakt mit Kardinal Schönborn

Intendant Pereira präsentiert erstmals die „Ouverture spirituelle“

SALZBURG (eds/kap – 5. 7. 2012) / Die Salzburger Festspiele beginnen heuer religiös: Eine „Ouverture spirituelle“ mit Sakralmusikzyklus und religionsbezogenen Gesprächen verlängert den Veranstaltungsreigen um eine Woche. Am 20. Juli starten die Veranstaltungen mit einem interreligiösen Gespräch zwischen Kardinal Christoph Schönborn und dem Rabbiner Arthur Schneier, bis zum 29. Juli folgen weitere „Disputationes“ und insgesamt zwölf Konzerte, in denen weltberühmte Dirigenten wie John Eliot Gardiner, Claudio Abbado oder Zubin Mehta Sakralmusik von Haydn, Händel, Mozart u.a. interpretieren.

Pläne zu einem Festival geistlicher Musik habe er schon lange verfolgt, sagte Intendant Alexander Pereira bei einem Pressegespräch in Wien. Die Umsetzung - ab heuer mit Hilfe des Herbert-Batliner-Europainstituts - passe zu einer Stadt wie Salzburg. Sie sei „mit ihren wunderschönen Kirchen geradezu prädestiniert dafür, den liturgischen Werken, die zunächst aus den ihnen zugedachten sakralen Räumen in den Konzertsaal verbannt und von dort immer mehr an den Rand gedrängt wurden, wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen“.

Die inhaltliche Seite der Ouverture hat Ex-Vizekanzler Erhard Busek als Präsident des Batliner-Europainstituts maßgeblich mitgeprägt. Busek spricht mit Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler auch die Eröffnungsworte am Freitag, 20. Juli, 17 Uhr, in der Aula der Uni Salzburg, bevor Kardinal Schönborn und der aus Wien stammende New Yorker Rabbi Schneier unter der Moderation von Heinz Nußbaumer über Religion und Kultur als „Europas Ouverture“ diskutieren.

Der Wiener Erzbischof nimmt tags darauf auch an einer weiteren Veranstaltung zum Thema „Schöpfer und Geschöpf“ teil, das ab 10 Uhr in der „SalzburgKulisse“ (Hofstallgasse 1) stattfindet. Gemeinsam mit den davor referierenden Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, der Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und dem Schweizer Theologen Hans Weder bildet Schönborn ab 12 Uhr eine Gesprächsrunde über die Frage nach dem Woher des Menschen und der Welt.

„Spiritualität in der Kultur“ lautet das Thema des zweiten Gesprächsvormittags der „Ouverture spirituelle“. Am 25. Juli sprechen ab 10 Uhr am selben Ort der Dirigent Franz Welser-Möst, die Judaistin Susanne Plietzsch, „Kulturtheologe“ Givanni Netzer und Hanno Loewy von der „Association of European Jewish Museums“.

Im Musikprogramm der „Ouverture spirituelle“ begegnen sich - wie Alexander Pereira erläuterte - christliche und jüdische Sakralmusik. Den Auftakt am 20. Juli bildet Haydns „Die Schöpfung“, dirigiert von John Eliot Gardiner um 20.30 Uhr im Großen Festspielhaus. Weiters stehen Händels „Der Messias“, Schuberts „Messe in Es-Dur“, Mozarts „Litaniae“ und Bruckners „Te Deum“ am Programm.

Intendant Pereira, der bis 2. September mit 232 Vorstellungen in 45 Tagen an 15 verschiedenen Spielorten für „Festspiele in XXL“ sorgt, will auch in den nächsten Jahren den Dialog zwischen dem christlichen Glauben und anderen Weltreligionen in den Mittelpunkt stellen. 2013 stehe der Buddhismus, 2014 der Islam im Blickfeld.

Programmdetails im Internet: www.salzburgerfestspiele.at