„Mit Papst Franziskus auf dem Weg der Erneuerung der Kirche“

Stellungnahme von Erzbischof Alois Kothgasser zum neugewählten Papst Franziskus

SALZBURG (eds/wk – 14. 3. 2013) / Erzbischof Alois Kothgasser freut sich sehr über die Wahl des argentinischen Kardinals Jorge Mario Bergoglio zum Papst. Hier seine Stellungnahme:

„Voll Freude und Dankbarkeit grüße ich Papst Franziskus, den die Kardinäle zum Nachfolger von Benedikt XVI. auf den Stuhl Petri gewählt haben. Kardinal Jorge Mario Bergoglio war schon bisher einer der herausragenden Persönlichkeiten im Kardinalskollegium. Es ist ein starkes Zeichen, dass ein Bischof aus Lateinamerika, ein Argentinier mit italienischen Wurzeln, zum Papst gewählt wurde.

Ein Jesuit, der sich den Papstnamen „Franziskus“ gibt, setzt damit schon ein programmatisches Signal. Als Erzbischof von Buenos Aires galt er bereits bisher als „Kardinal der Armen“. Ein Bischof mit tiefer Frömmigkeit, dialogorientiert, zugleich aber auch entschieden und mutig, wenn es etwa um Fragen der sozialen Gerechtigkeit, um die Würde des Menschen geht. Kein Mann vieler Worte, aber was er sagt, hat Gewicht und Bedeutung.

Damit können wir voll Zuversicht und Gottvertrauen unseren Weg in der Nachfolge Christi weitergehen, wohl wissend, dass Gottes Geist uns führt und leitet, so wie er dies auch bei den Kardinälen im Konklave getan hat.

Uns allen ist bewusst, dass die stets gültige Forderung an die Kirche „Ecclesia semper reformanda“, dass also die Kirche immer der Erneuerung bedarf, nicht dem Papst allein übertragen ist, sondern wir alle ihn dabei mit all unseren Kräften unterstützen sollen. Dies kann aber nur dann gelingen, wenn jeder einzelne von uns bei sich selbst mit der Erneuerung im Sinn von Umkehr und Hinwendung zu Christus beginnt. Das noch von Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Glaubens“ soll uns Ansporn und Ermutigung sein, diesem Anspruch in unserem Leben und Tun auch gerecht zu werden.

Viele drängende Aufgaben erwarten den Heiligen Vater, die angegangen werden müssen. Themen wie Neuevangelisierung, die Sorge um geistliche Berufungen, die weitere Umsetzung der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils, die Sorge um die Armen, um Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt, um nur einige zu nennen, stehen als große Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im Fokus der Kirche. Ich möchte Papst Franziskus I. versichern, dass wir ihn bei all seinen Bemühungen nicht nur mit unseren Gebeten, sondern auch mit apostolischem Eifer unterstützen werden.“

In der Erzdiözese Salzburg wurden nach Bekanntgabe des neuen Papstes gestern Abend 15 Minuten alle Kirchenglocken geläutet. Drei Tage lang werden die Kirchen und kirchlichen Gebäude beflaggt. Am kommenden Sonntag wird am Ende des Pfarrgottesdienstes in den Gemeinden zum Dank für die Wahl ein feierliches Te Deum („Großer Gott, wir loben dich“) gesungen. Auch am Tag der Amtseinführung von Papst Franziskus, am Dienstag, 19. März, werden die Kirchen beflaggt. Zum genauen Zeitpunkt der Amtseinführung werden noch einmal die Kirchenglocken läuten.