Caritas gegen neuerlich geplantes Bettelverbot

„Das ist der falsche Weg!“, sagt Caritasdirektor Johannes Dines

SALZBURG (eds – 16.03.13) / Caritasdirektor Johannes Dines spricht sich vehement gegen das neuerlich geplante Bettelverbot in der Stadt Salzburg aus: „Durch Restriktionen, wie der Entwurf der ÖVP für ein Bettelverbot in der Innenstadt, wird das Problem der Armutsmigration nicht gelöst. Bettler werden solange in unserer Stadt sein, solange sich die Situation in ihrer Heimat nicht verbessert. Sie kommen überwiegend in die ‚reichen EU-Länder", um für sich und für ihre Familien den Lebensunterhalt zu erwirtschaften.

Wir verstehen, dass die Begegnung mit der Not dieser Menschen viele Salzburgerinnen und Salzburger betroffen macht und Reaktionen zwischen Mitleid und Abwehr hervorruft. Dennoch dürfen wir in Salzburg vor der Armut nicht die Augen verschließen oder die Bettler aus dem Blickfeld verdrängen. Salzburg muss sich dieser neuen Herausforderung stellen und Lösungen entwickeln.“

Lösungen sind gefragt

Einerseits müsse der Druck auf EU Ebene erhöht werden, damit die Lebenssituation dieser Menschen in ihren Heimatländern verbessert werde. Nur wenn die Menschen wieder eine Lebensgrundlage hätten und ihre Familien ernähren könnten, werden sie auch in ihrer Heimat bleiben, so Dines in einer Presseaussendung.

Laut Caritas seien andererseits auch in Salzburg Maßnahmen und Lösungen notwendig, wie mit den Menschen umgegangen wird. „Aus unserer Erfahrung braucht es Beratung und Betreuung und ein Mindestmaß an Notversorgung. Angesichts der Situation in den Heimatländern gehen wir davon aus, dass die Armutsmigration in den nächsten Jahren noch steigen wird. Darauf lassen Entwicklungen in einigen europäischen Städten schließen“, ist der Caritasdirektor überzeugt. „Ich fordere die Stadt Salzburg auf, nicht die Armen sondern die Armut zu bekämpfen und sich diesem Thema zu stellen. Ein Bettelverbot ist keine Lösung, sondern macht die Betroffenen nur ein zweites Mal zum Opfer.“