Gabriela Broksch (links) erläuterte im Salzburger Pastoralrat das Linzer Modell der Seelsorgeteams in der Pfarrleitung. Foto: EDS

Pastoralrat stellt Weichen für Seelsorgeteams

Ehrenamtliche Laien werden in die Pfarrleitung eingebunden

SALZBURG (eds/wk – 18. 3. 2013) / Einstimmig gab der Pastoralrat der Erzdiözese Salzburg in seiner Klausurtagung am vergangenen Wochenende im Benediktinerstift Michaelbeuern grünes Licht für die Einführung von ehrenamtlichen Seelsorgeteams für die Mitarbeit in der Leitung von Pfarrgemeinden mit dem zuständigen Pfarrer. In der Diözese Linz gibt es bereits 46 solche Teams. Der Pastoralrat ist ein wichtiges Beratungsgremium des Erzbischofs.

2001 wurden in der Nachbardiözese die Seelsorgeteams eingeführt, die dort, wo kein Priester mehr vor Ort ist, garantieren, dass die Pfarre lebt. „Sie kümmern sich um die Verkündigung, Diakonie, Liturgie und die Koinonia (Gemeinschaft)“, berichtete Gabriela Broksch. Sie koordiniert in Linz mit Monika Heilmann die Aus- und Weiterbildung sowie Begleitung der Seelsorgeteams. Nach der fünf Module umfassenden Ausbildung werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter vom Pfarrgemeinderat und von der Diözese für fünf Jahre mit der Mitarbeit in der Leitung der Pfarre mit dem zuständigen Pfarrer beauftragt.

In der Erzdiözese Salzburg gibt es auch bereits Erfahrungen in der Mitarbeit von Laien in der Pfarrleitung mit dem zuständigen Pfarrer. So berichtete Theresa Schiestl vom Pfarrverband Werfen, wie dort seit zehn Jahren die Zusammenarbeit der vier Pfarren funktioniert, die sich einen Priester teilen. „Es entwickelte sich eine starke Verbundenheit unter den Pfarrgemeinderäten, das Bildungswerk arbeitet zusammen und die Firmvorbereitung wird gemeinsam gemacht“, sagte Schiestl. Werfen sei von der versorgten zur mitsorgenden Pfarre geworden.

In Salzburg – Leopoldskron/Moos gibt es ein Pfarrteam, das mit Pfarrer Peter Hausberger die Seelsorge leitet. „Die Aufgaben sind nach den Charismen verteilt“, erläuterte Pastoralassistentin Margarita Paulus. In Reith in Tirol hingegen arbeitet seit 20 Jahren Rosina Sampl als Pfarrhelferin mit. „Die Zusammenarbeit muss wachsen, die Leitungsaufgaben ergeben sich“, sagte sie. In Itter wirkt Maria Gumpenberger als Pfarrassistentin und ist dort die „erste Ansprechperson“.

Ausführlich diskutierten Erzbischof Alois Kothgasser und die fast 30 Mitglieder des Pastoralrats über die Zukunft der Pfarren und Pfarrverbände. „Ich halte Seelsorgeteams für wichtig, denn hier wird in Menschen investiert“, sagte Pfarrgemeinderatsreferent Wolfgang Müller. Auch Caritas-Direktor Johannes Dines plädierte dafür, nicht zu sehr an Strukturen festzuhalten, sondern fähige Personen zum Dienst in der Seelsorge zu ermächtigen. Nach der einstimmigen Empfehlung soll bis 2014 in der Erzdiözese mit dem Modell „Seelsorgeteams in der Mitarbeit für die Pfarrleitung mit dem zuständigen Pfarrer“ begonnen werden. Weiters wird sich die Strategiegruppe des Pastoralrats mit der detaillierten Ausarbeitung und Weiterentwicklung des Modells befassen.