Geschichte

Das erste Domkapitel

Nachdem Abt-Bischof Virgil am 25. September 774 den ersten Dom in Salzburg geweiht hatte, wurde dort ein Domklerus benötigt. Man kann hier jedoch noch nicht von einem Domkapitel im späteren Sinne sprechen. Seit 817 führten die Kanoniker nach der Regel (= canon) des Metzer Bischofs Chrodegang ein gemeinschaftliches Leben. 1122 errichtete Erzbischof Konrad I. ein neues Kanonikerstift, dessen Zahl er auf 24 festsetzte und die Domherren verpflichtete, die Augustiner-Chorherrenregel zu befolgen. Durch die päpstliche Bulle vom 22. September 1514 wurde das Augustiner-Chorherrenkapitel in ein weltpriesterliches Domstift umgewandelt, dem auch 24 Kapitulare angehörten. Gleichzeitig wurden zwölf Chorvikare am Dom angestellt. Erzbischof Paris Graf Lodron erließ am 19. September 1628 das grundlegende Statut, in dem die Kriterien der Aufnahme in das Kapitel festgesetzt wurden. Dieses blieb bis zur Auflösung des Domkapitels 1806 in Geltung.

Im alten Domkapitel gab es einen Dompropst, einen Domdechant, der die Regierungsgeschäfte führte, einen Domkustos, einen Domscholastikus, dem die Domstiftsschule anvertraut war, und einen Stadtpfarrer. Die Domherren hatten das Recht, den Erzbischof in freier und geheimer Wahl zu wählen. Das Domkapitel war der größte Wirtschaftskörper des Landes. Es hatte zahlreiche Patronatsrechte über Pfarreien, Jagdrechte, Liegenschaften und in der Stadt 15 Kanonikalhöfe.

Das neue Domkapitel

Nachdem das erste Domkapitel als reichsunmittelbare Institution 1806 untergegangen war, fand am 25. März 1825 die Errichtung des neuen Domkapitels statt. Diesem gehören zwölf Domherren an. Das mit päpstlichem Breve vom 23. April 1823 zugestandene kanonische Wahlrecht des Erzbischofs wurde bis 1918 ausgeübt. Seit dem 1933 zwischen der Republik Österreich und dem Apostolischen Stuhl geschlossenen Konkordat präsentiert dieser dem Domkapitel zu Salzburg drei Kandidaten, aus denen es in freier und geheimer Wahl einen Erzbischof erwählen muss.
 

Die Amtskleidung der Domherren besteht aus einem schwarz-rot gesäumten Talar mit roten Knöpfen, einer kirschroten Mozetta, einem ebensolchen Birett und einem Kapitelkreuz, das Kaiser Franz I. am 25. März 1827 gestiftet hat. Es ist ein goldenes Tatzenkreuz und wird an einem rotem Seidenmoiréband getragen. Die Insignien des Kaisers Franz I. sind am Mittelschild des Tatzenkreuzes in Email in Gold eingelassen. Die gegenwärtig gültigen Statuten des Domkapitels hat Erzbischof Dr. Karl Berg am 1. Jänner 1984 in Kraft gesetzt. 

Das Dom-Kapitel besteht zur Zeit aus zwölf Kanonikern, die folgende Ämter bekleiden:

  • Weihbischof Dr. Andreas Laun OSFS, Dompropst
  • Prälat Dr. Hans-Walter Vavrovsky, Rektor von St. Virgil, Domdechant
  • Prälat Balthasar Sieberer, Domkustos, Generaldechant, Dompfarrer der Stadt Salzburg und Leiter des Seelsorgeamtes
  • Apostolischer Protonotar Prälat Dr. Matthäus Appesbacher, Bischofsvikar für die Institute des geweihten Lebens und die spirituellen Bewegungen
  • Prälat Martin Walchhofer, Pfarrer in Salzburg-Gnigl und Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke (Missio)
  • Prälat Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer
  • Prälat Dr. Hansjörg Hofer, Generalvikar, Seelsorger in Rehhof
  • Prälat Dr. Johann Reißmeier, Bischofsvikariat für die Weltkirche und die Ständigen Diakone
  • Dr. Gottfried Laireiter, Regens des Priesterseminars
  • KR Dr. Franz Padinger, geistlicher Assistent der Kath. Aktion
  • OStR Dr. Raimund Sagmeister, Rektor des katechetischen Amtes und Professor an der Pädagogischen Hochschule
  • MMMag. Kons.Rat Roland Kerschbaum, Diözesankonservator

        Emeriti

  • Apostolischer Protonotar Prälat Dr. Johannes Neuhardt
  • Prälat Egon Katinsky 
  • Prälat Sebastian Manzl


Aufgaben des Dom-Kapitels

Das Domkapitel ist ein Priesterkollegium, das im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils für das geistliche Wohl der ganzen Diözese Verantwortung trägt (Christus Dominus 18), das für die mitbrüderliche Sorge für die Priester und die Pflege der Gemeinschaft zuständig ist (Presbyterorum Ordinis 8). Außerdem hat es die Aufgabe des Kollegiums der Konsultoren, das in bestimmten personellen und ökonomischen Fragen zu hören ist, dem unter Umständen die Wahl eines Diözesanadministrators zufällt und dem ein neu ernannter Bischof sein Ernennungsdekret bei der Besitzergeifung der Diözese vorzulegen hat. Als Priestergemeinschaft sind die Domkapitulare zur gemeinsamen Feier des Stundengebetes, der Konventmesse und der feierlichen sonntäglichen Domliturgie verpflichtet. Ebenso ist die Erhaltung der Domkirche ihre Aufgabe. Wenigstens viermal im Jahr sind halbtägige Besprechungen abzuhalten. 

E-Mail-Kontakt:
domkapitel@zentrale.kirchen.net

Domdechant
Prälat Rektor Dr. Hans-Walter Vavrovsky
A-5010 Salzburg 62, Kapitelplatz 2
Tel.: 0664/ 3965640

E-Mail: hans.walter.vavrovsky@virgil.at

Sekretariat:
Barbara Kirchgasser
St. Virgil Salzburg, Ernst-Grein-Straße 14
A-5026 Salzburg
Tel. 0662/65901-513
E-Mail: barbara.kirchgasser@virgil.at

Weiterführende Informationen:
Salzburger Dom
Dommuseum
Dommusik