Erzbischof Kothgasser feierte im Dom das Requiem für Hans Katschthaler. Foto: EDS

„Dankbar für ein erfülltes Leben“

Salzburg nahm im Dom Abschied von Hans Katschthaler

SALZBURG (eds/wk – 13. 7. 2012) / Nach einer Trauersitzung des Salzburger Landtags begann heute um 11 Uhr im Dom das Requiem für den verstorbenen Alt-Landeshauptmann Hans Katschthaler. „Wir sind dankbar für sein erfülltes Leben, Katschthaler hat sich immer zu seinem katholischen Glauben bekannt und auch danach gehandelt“, sagte Erzbischof Alois Kothgasser in seiner Predigt. Am Requiem nahmen neben der Trauerfamilie rund 2000 Trauergäste, Finanzministerin Maria Fekter, die Landesregierung, der Landtag, sowie mehrere Landeshauptleute und Abordnungen der Bezirke sowie zahlreiche Fahnenabordnungen teil.

Domdechant Prälat Hans Walter Vavrovsky dankte Brigitte Katschthaler und ihrer Familie: „Du hast unendlich viele Opfer gebracht, damit dein Mann daheim gepflegt werden und dort auch sterben konnte“. Hans Katschthaler starb am Tag genau 30 Jahre nach seinem Vater, am 5. Juli 2012.

Erzbischof Kothgasser verwies auf das Leben des Verstorbenen, das in einer einfachen Familie in Embach im Pinzgau begonnen hatte. Er und sein Bruder konnten studieren. Hans Katschthaler wurde Lehrer und Professor und schließlich Präsident des Landesschulrates. Von 1974 bis 1996 war er Mitglied der Landesregierung, davon ab 1989 als Landeshauptmann. „Alles was er tat, hat er mit Einsatz und Ausdauer getan“, so der Erzbischof. Der Nationalpark Hohe Tauern und der Neubau des Klosters der Bethlehemschwestern auf der Kinderalm in St. Veit waren nur zwei Beispiele für seinen Einsatz. „Katschthaler wollte immer menschlich ein Helfer sein und politisch ein Gestalter. Beides hat er ohne Zweifel in seinem langen politischen Wirken realisiert“.

„Der Verstorbene schätzte den kulturellen, sozialen, caritativen und pädagogisch-pastoralen Beitrag der Kirche für unser Land“, stellte der Salzburger Oberhirte fest. Die Versöhnung mit den vertriebenen Protestanten war ihm genauso ein Anliegen wie der Dialog mit den anderen Religionen. Von 2002 bis zu seinem Tod war Katschthaler mit hohem Verantwortungsbewusstsein Präsident von Pro Oriente. Der Erzbischof wies schließlich darauf hin, dass bei allem öffentlichen Wirken der Verstorbene zuallererst ein liebender Ehemann, Vater und Großvater war, der mit seiner Gattin Brigitte heuer noch die Goldene Hochzeit gefeiert hatte.

„Wir sollten uns bewusst sein, dass der Abschied von Hans Katschthaler kein endgültiger ist“, sagte Erzbischof Kothgasser. Er sei uns vorausgegangen, dorthin, wo Jesus einen Platz für die Menschen bereitet hat. Begraben wird der Verstorbene nach eigenem Wunsch morgen in aller Stille in seinem Heimatort Embach.

Predigt des Erzbischofs beim Requiem für Hans Katschthaler (28 KB)