20 Millionen Klimaflüchtlinge

Klimakatastrophen führen siebenmal häufiger zur Flucht von Menschen als Konflikte, Vulkanausbrüche oder Erdbeben.

Madrid/Nairobi. Zum Start der Weltklimakonferenz in Madrid berichtet die internationale Hilfs-organisation Oxfam von einer Zunahme der Zahl der Klimaflüchtlinge. „Klimakatastrophen waren in den letzten zehn Jahren die Hauptursache für Binnenvertreibungen, die schätzungsweise 20 Millionen Menschen pro Jahr aus ihren Häusern vertrieben haben“, heißt es in einem in Nairobi veröffentlichten Bericht mit dem Titel „Forced from home“. Besonders gefährdet seien Menschen in armen Ländern: „80 Prozent der im letzten Jahrzehnt Vertriebenen leben in Asien, wo über ein Drittel der ärmsten Menschen der Welt lebt.“

Trotz dieser Entwicklungen habe die internationale Gemeinschaft kaum Fortschritte gemacht, kritisierte Oxfam weiter. Vor allem müsse man den armen Ländern helfen, „sich von den Verlusten und Schäden zu erholen, die sich aus der Klimakrise ergeben“. Zudem forderte die Organisation die Gipfelteilnehmer auf, rasch für eine wirksame Reduzierung der Emissionen zu sorgen.

Zu den Hauptursachen für Flucht zählt Oxfam klimabedingte Dürren, Wirbelstürme, Überschwemmungen und Waldbrände. Diese führten siebenmal häufiger zur Flucht von Menschen als Konflikte, Vulkanausbrüche oder Erdbeben. Der Bericht nennt für das Jahr 2012 noch 188 „klimabedingte Katastrophen“, für 2018 insgesamt 1.518, also mehr als achtmal so viele.

Handeln gegen Not in Afrika

Vor einer „nie dagewesenen Hungersnot“ insbesondere in Afrika warnte die Organisation „SOS-Kinderdörfer weltweit“ zum Beginn der Weltklimakonferenz. Die internationale Staatengemeinschaft müsse rasch gegen die weitere Erderwärmung handeln, denn deren „verheerende Folgen“ seien vor allem für die Menschen in Afrika schon heute eine „Frage von Leben und Tod.“ Als aktuelles Beispiel führte die Hilfsorganisation Simbabwe an, das vor einer beispiellosen Hungersnot stehe. Ursache sei eine der schlimmsten Dürren der vergangenen Jahre, so Addmore Makunura, Leiter der Organisation vor Ort.    kap

Foto: Die zunehmende Dürre in weiten Teilen unserer Welt treibt immer mehr Menschen in die Flucht aus ihrer Heimat.

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