50 Jahre voll im Leben

Freiwilliges Soziales Jahr.  Den runden Geburtstag feiert heuer das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ): Seit 50 Jahren wird das Jugendprojekt angeboten. Junge Menschen leisten dieses Freiwilligenjahr, weil sie sich sozial engagieren möchten und ihre Fähigkeiten und Grenzen entdecken wollen.

Salzburg/Linz. Die Initiative für das Freiwillige Soziale Jahr ging von der Katholischen Jugend aus. Die Gründungsideen waren unter anderem die Hilfe zur Entfaltung der Persönlichkeit durch Weckung und Förderung sozialer Verantwortung, die Weckung der sozialen Berufe und Hilfe zur richtigen Berufswahl sowie  Hilfe und Unterstützung eines überlasteten Pflegepersonals.

 

1968 war es dann so weit und der „Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste“ wurde gegründet. Die Gründungsorganisationen waren die Katholische Jugend Österreich, die Katholische Jungschar Österreich, die Österreichische Kolpingfamilie, der PfadfinderInnenverband und die Marianische Kongregation. Das erste FSJ-Büro entstand in Wien. 22 TeilnehmerInnen wurden an zehn Einsatzstellen in Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, Salzburg und Tirol vermittelt. 

 

Zeit für Veränderungen

 

1976 wechselte das FSJ-Büro seinen Standort nach Linz, wo bis heute die Geschäftsführung und Verwaltung sitzen. Gleichzeitig erhöhten sich TeilnehmerInnen- und Einsatzstellenzahlen stetig. So hat sich seit der Gründung bis Anfang der 80er Jahre die TeilnehmerInnenzahl mehr als verdoppelt. Wegen des kontinuierlichen Anstiegs wurde eine Regionalstelle in Graz gegründet. 

 

Der Sozialeinsatz in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, in einem Altenheim, in einer Kinder- oder Jugendeinrichtung oder in einer Sozialeinrichtung wird pädagogisch begleitet. FSJ-Seminare mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, fachliche Einführung und Berufsorientierung ergänzen das Jahr. Seit 1999 ist der Name „Freiwilliges Soziales Jahr“ markenrechtlich geschützt. Hohe Standards hinsichtlich Bildungsprogramm, Begleitung der Jugendlichen und Auswahl der Einsatzstellen zählten von jeher zu den wichtigsten Prinzipien des Vereins. So wurde die Bildungsarbeit kontinuierlich ausgebaut und die TeilnehmerInnen erhielten nun auch ein Abschlusszertifikat. 

 

FSJ auch der Politik ein Begriff 

 

Im Jahrgang 2006/07 leisteten erstmals über 200 junge Frauen und Männer ein FSJ. Durch intensive Arbeit war mittlerweile das FSJ auch in der Politik ein Begriff. Bemühungen um gesetzliche Verankerung der Familienbeihilfe trugen erste Früchte. So erhielten die Jugendlichen erstmals monatlich 150 Euro Sonderförderung vom Staat. Steigende Zahlen führten zur Gründung neuer Regionalstellen in Wien, Salzburg und Innsbruck. 

 

Der Erfolg geht weiter 

 

Seit 2012 ist das FSJ im Freiwilligengesetz als Ausbildungsverhältnis verankert. Vorteile wie Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung, Familienbeihilfe sowie Taschengeld und Anrechenbarkeit für den Zivildienst führten zu einem weiteren Bewerbungsboom. Derzeit leisten fast 600 junge Menschen den begleiteten Sozialeinsatz. 

 

Bildtext: Mit Kindern spielen – für sie da sein; für die Kinder und die Jugendlichen seit jeher eine Bereicherung. Fotos: FSJ

 

TIPP: Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste, Freiwilliges Soziales Jahr 
Regionalstelle Salzburg: Katholische Jugend, Kapitelplatz 6/3, 5020 Salzburg, Raphaela Seemann, Tel. 0676/8776 3922, office.salzburg@fsj.at, www.fsj.at, www.facebook.com/fsj.at

 

Fakten: 


∗ Einsatzdauer: 10 oder 11 Monate (inkl. 18 Seminartage, Urlaub), max. 34 Stunden/W.
∗ Taschengeld: 245,-- Euro/Monat netto
∗ Sozialleistungen: Sozialversicherung, Familienbeihilfe, Jugendticket, Verpflegung und Unterkunft
∗ Anrechenbar als Zivildienst