7 Orgeln und 7 Glocken

Der Salzburger Dom ist nicht zuletzt aufgrund seiner Stilreinheit und seines besonderen Figuren- und Bildprogramms ein einzigartiges, frühbarockes Gesamtkunstwerk. 

 

 

Salzburg. „Der Salzburger Dom ist eine Wegkirche. Er lädt ein, zu beschreiten.“ Und so lud auch Prof. Franz Paul Enzinger an einem sommerlich heißen Freitag dazu ein, mit ihm den Salzburger Dom mit Andacht zu beschreiten. Begonnen hat die Führung mit der Fassade, es folgte ein Rundgang durch den Dom, bei dem man die Altäre bewundern konnte, schließlich besuchten wir die Krypta, die Unterkirche und zuletzt machten wir Station am Taufbecken in der linken hinteren Hälfte des Salzburger Doms. 

In zehn Jahren feiern wir 400-jähriges Domjubiläum. 1628 hat Fürsterzbischof Paris Lodron den Dom, den wir heute vor uns haben, geweiht. Er ist 100 m lang und fasst 10.000 Menschen. Die Eingänge flankieren der heilige Virgil und der heilige Rupert, die beiden Erbauerbischöfe des Salzburger Doms. Zwischen ihnen stehen die beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus. In der Mitte der Fassade befinden sich die vier Evangelisten und oben Moses und Elias als Repräsentanten des Alten Testaments. An der Giebelspitze finden wir schließlich Jesus Christus, auch Salvator, Erlöser genannt.

Salvator heißt auch die größte Glocke des Salzburger Doms. Sie wiegt 14 Tonnen und hängt im Nordturm. Ingesamt gibt es sieben Glocken. „Mit 35 Tonnen ist das Geläute des Salzburger Doms das gewichtigste in ganz Mitteleuropa. Und Glockenexperten sagen uns, es ist auch das klangschönste“, so Prof. Enzinger. 

Was aber macht den Salzburger Dom so einzigartig? Enzinger nennt als einen Aspekt die Stilreinheit. Der italienische Architekt Santino Solari hatte die Chance, etwas von Grund auf Neues zu schaffen, da der Vorgängerdom gänzlich weggerissen wurde. Außerdem konnte er sich alle Künstler für die Ausgestaltung des Doms selbst aussuchen. Nur so konnte in 14-jähriger Bauzeit ein solch beeindruckendes, frühbarockes Gesamtkunstwerk entstehen. 

Auch das Bildprogramm des Salzburger Doms ist einzigartig: Wenn man durch den Dom nach vorne geht – der Raum erhellt sich immer mehr – findet man im Langhausgewölbe großformatige Fresken, die den Leidensweg und den Tod Jesu darstellen. Dieser Bilderzyklus gipfelt im Hauptaltarbild, das die Auferstehung Christi zeigt. 

Außerdem beherbergt der Salzburger Dom eine unvergleichliche Orgellandschaft. Insgesamt sieben Orgeln bringen ihn zum Erklingen. Die Hauptorgel ist ein Schweizer Fabrikat, weiters gibt es zwei alpenländische und drei italienische Orgeln sowie eine kleine, praktische Orgel auf Rädern. Nicht selten  wurden Messen eigens für den Dom komponiert – zum Beispiel die Missa Salisburgensis von Ignaz Franz Biber. 

Ein besonderes Juwel stellt das bronzene Taufbecken von 1321 mit einem Relief mit 16 Bischöfen dar. Es ist das einzige Stück, das vom Vorgängerdom in den neuen Dom übergegangen ist und Wolfgang Amadeus Mozart wurde darin getauft. 

Prof. Enzingers persönlicher Lieblingsort im Dom ist der Maria-Schnee-Altar, dessen Altarbild eine himmlische und eine irdische Szene in sich vereint. Und nach seinem liebs-ten Hobby gefragt, gibt Enzinger das Domführen an. Sein zweitliebstes Hobby sei das Vespafahren.

Weitere Domführungen: Montag, 20. 8., sowie 22. , 24., 28., 29., 31. 8., jeweils um 14.00 Uhr; Treffpunkt: Vorhalle des Domes.

 

Foto: Ines Hickmann