Advent feiern

Der Heilige der Woche 

Dem Apostel Johannes, dem „Lieblingsjünger“ von Jesus, gedenken wir am 27. Dezember. Sein Name bedeutet „Gott ist gnädig“.

 

Johannes war der Sohn des Zebedäus und der Salome, Bruder von Jakobus dem Älteren, von Beruf Fischer mit offenbar energischem Charakter. Der brachte ihm von Jesus den Beinamen „Donnersohn“ ein. Johannes wurde als vierter – nach Petrus, Andreas und seinem Bruder – zum Jünger Jesu berufen. Als Erster der Jünger wurde er Zeuge des leeren Grabes am Ostermorgen, als Erster erkannte er den Auferstandenen bei dessen Erscheinung am See Gennesaret.

 

Ausführlich erzählt die Legenda Aurea (populärstes und am weitesten verbreitetes religiöses Volksbuch des Mittelalters) von Johannes‘ Wirksamkeit in Kleinasien, wo er im Artemis-Tempel in Ephesus nicht opfern wollte. Aristodemus, der Oberpriester des Tempels, wollte nach Unruhen Johannes veranlassen, doch zu opfern. Andernfalls müsse er das Gift trinken, an dem zwei Verbrecher vor seinen Augen schon gestorben waren. Johannes schlug das Kreuz über dem Kelch, das Gift entwich als Schlange. Und er trank ohne zu sterben, warf seinen Mantel auf die Verbrecher und diese erwachten zum Leben. Darauf bekehrte sich Aristodemus. 

 

Johannes wurde dann nach den legendarischen Berichten im Jahr 95 – es war die Zeit Verfolgung unter Kaiser Domitian – ergriffen und nach Rom gebracht. An der Porta Latina sollte er das Martyrium im Ölkessel erleiden. Aber das Öl verwandelte sich in ein erfrischendes Bad, er entstieg unversehrt und wurde auf die Insel Patmos verbannt, wo er das Buch der Offenbarung schrieb. Nach dem Tod Domitians konnte Johannes nach Ephesus zurückkehren, wo er mit großen Ehren empfangen wurde und sein Evangelium schrieb.

 

Ältestes Zeugnis der Verehrung Johannes‘ ist die um 200 über seinem Grab in Ephesus errichtete und ihm geweihte Kirche, die Mitte des 6. Jahrhunderts durch Kaiser Justinian I. zur Basilika ausgebaut wurde. Wegen seiner „hohen Theologie“ wird er mit einem Adler dargestellt. Die Schlange im Kelch deutet auf den Versuch hin, Johannes zu vergiften. Am Johannestag wird der nach ihm benannte Wein, die Johannesminne, geweiht; ihn reicht der Priester der Gemeinde, die mit ihm die Liebe Johannes‘ kosten darf und damit vor Krankheiten und Gefahren geschützt wird. jup

 

Bildtext: Johannes auf Patmos von Hieronymus Bosch (um 1450 – 1516). Foto: www.heiligenlexikon.de