„Alles auf Gott hin orientieren“

Neupriester. Seit vielen Jahren gab es in Österreich keine Priesterweihe mehr im byzantinischen Ritus. Jetzt wurde John Alexander Reves (42), US-Amerikaner mit ukrainischen Wurzeln in der Wiener Barbarakirche von Kurienerzbischof Cyril Vasil zum Priester geweiht. Reves ist Leiter des Byzantinischen Gebetszentrums in Salzburg.

Salzburg/Wien.  Kardinal Chris-toph Schönborn übersandte dem Salzburger zur Priesterweihe ein Kreuz, das der Wiener Erzbischof einst von Patriarch Daniel aus Rumänien erhalten hatte. „Der Kardinal hat mir aufgetragen, mich für die Einheit der Christen zu engagieren“, so Reves.

Im Auftrag der „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ war John Alexander Reves vor 17 Jahren nach Salzburg gekommen. Er lernte hier seine Frau Mirella kennen, mit der er mittlerweile zwei Kinder hat – Anastasia (7) und Nikolai (4). Vor fünf Jahren wurde Reves zum Diakon geweiht und absolvierte sein Theologiestudium im Theologischen Institut in Gaming/Niederösterreich. „Mein Anliegen ist es, den spirituellen Reichtum der Ostkirche mit der Kirche hier in Salzburg zu teilen“, betont der Neupriester, der mit seiner Familie in Hallein lebt. 

Ostkirchen bekannt machen 

Das Ostkirchliche Zentrum in Salzburg öffnete 2008 seine Pforten und ist heute als „Metochion“ (kleines Kloster) in der „Home Mission Base“ der Loretto-Jugend im Bärengässchen 8 unweit der Markuskirche angesiedelt. Das Zent-rum ist ein Ort des Gebets und des Glaubens in ostkirchlicher Tradition, das sich gelebter Ökumene verpflichtet hat. Von Anfang an wurde großer Wert auf Kontakte und Begegnungen mit orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Christen gelegt. Reves bezeichnet es als sein „geistliches Programm“, die Liturgie zu feiern, den spirituellen Reichtum der Ostkirchen bekannt zu machen, und das innerliche Mönchtum zu leben. „Es kommt darauf an, alles auf Gott hin zu orientieren.“

Wer in Salzburg an der Ostkirchlichen Liturgie teilnehmen will, ist  mittwochs um 12.00 Uhr in die Kapelle im Haus Bärengässchen 8 eingeladen. Jeden Sonntag wird um 19.00 Uhr in der Markuskirche die Göttliche Liturgie gefeiert, allerdings in ukrainischer Sprache. Darüber hinaus bietet John Reves Ikonenmalkurse an – jeden Freitagvormittag im Bärengässchen.