Am Ende ist nur eines wichtig: Menschlichkeit

Menschen auf einem Stück Lebensweg begleiten. Diesem Auftrag haben sich die mobilen Palliativteams der Caritas verschrieben

 

 

RB: Frau S., wie geht es Ihnen? 

Frau S.: Ich bin sehr schwach und habe große Schmerzen – ohne Schmerztherapie würde es gar nicht mehr gehen. Ich kann nur mehr Breinahrung essen und das Sitzen macht große Probleme. 

RB: Was bedeutet die Betreuung durch das Palliativteam für Sie? 

Frau S.:  Durch das Team bin ich gut mit Schmerzmitteln versorgt. Gott sei Dank.  Ich kann Ihnen sagen, ich war so tief unten, dass ich nicht mehr wollte. Da sind mir die Besucherinnen und Besucher des Teams wie Engel vorgekommen. Aber es ist nicht nur das, es ist die Empathie, die so gut tut. Da ist jemand mit dem ich sprechen kann, da finde ich wieder Sinn. Großartige Menschen, die mir gut zureden und mir das Gefühl geben, gut aufgehoben zu sein. Ich war mein Leben lang sehr selbstständig und stark – so hilflos zu sein, das kenne ich eigentlich nicht. Wenn das Team nicht gekommen wäre, wäre ich heute nicht mehr da. 

RB: Was ist das Wichtigste in Ihrer Situation? 

Frau S.:  Das Wichtigste ist, keine Schmerzen zu haben. Und Menschlichkeit. Die Ausstrahlung dieser Leute, die zu mir kommen. Dass es auch einmal lustig ist oder ich ein wenig Ablenkung bekomme. 

RB: Wie geht es Ihnen finanziell? 

Frau S.: Gott sei Dank bin ich jetzt endlich von der Rezeptgebühr befreit worden. Die vielen Medikamente und Heilbehelfe, die ich brauche – das ging in die Hunderte von Euro. Ich hatte schon Angst, die Wohnung zu verlieren. Im Moment ist es kalt in der Wohnung. Die Kosten für die Elektroheizung kann ich mir nicht leisten. Schön wäre ein Heizstrahler für das Wohnzimmer, in dem ich mich rund um die Uhr aufhalte. Und ein Sitzkissen oder ein elektrischer Sessel, das würde mir sehr helfen.

RB: Was möchten Sie dem Team sagen? 

Frau S.:  Was die Begleitung des Palliativ-Teams für mich bedeutet, kann man gar nicht in Worte fassen. Eigentlich müsste ich alle umarmen und in ein riesengroßes Herz packen. Das ist Palliativ. Aus dem kann ich immer wieder Kraft schöpfen. Danke für alles. Die Leute meinen es gut und ehrlich mit mir. Am Ende ist nur eines wichtig: Die Menschlichkeit. Alles, was an Menschlichkeit kommt, tut gut, das hält mich aufrecht. 

RB: Was raten Sie Menschen, die in einer ähnlichen Lage wie Sie sind?

Frau S.:  Zögern Sie nicht, holen Sie sich Hilfe durch das Palliativ-Team. 

Astrid Eckhardt-März/red

 

Der letzte Weg

Die mobilen Palliativteams der Caritas begleiten schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen. Mit der Diagnose einer schweren Krankheit ist nichts wie es einmal war – für die Betroffenen selbst, aber auch für ihre Familien. Der Wunsch vieler Patientinnen und Patienten ist es, selbstbestimmt im eigenen Zuhause betreut zu werden. Die mobilen Palliativteams der Caritas machen es möglich. Ausgebildete Palliativfachkräfte betreuen die Kranken, in enger Abstimmung mit den Palliativärztinnen und -ärzten unter der fachlichen Leitung von Gabriela Oberegger und den behandelnden Hausärztinnen und -ärzten. Im Fokus stehen dabei die Schmerztherapie und die Behandlung krankheits- und therapiebedingter Symptome. Dazu kommen oft die Angst vor Veränderung und vor dem Abschied. Gabriela Oberegger: „Die Geburt eines Kindes stellt ein Ereignis dar, auf das wir uns lange und sehr intensiv vorbereiten. Die Auseinandersetzung mit dem Tod hingegen findet in unserem Leben meist wenig Platz – wegen der Angst vor der Ungewissheit, vor der Furcht jemanden zur Last zu fallen, vor Schmerzen oder aus unterschiedlich anderen Gründen“, weiß die Ärztin. „Neben einer adäquaten Schmerz- und Symptomtherapie ist uns die psychosoziale Begleitung ein großes Anliegen. Durch Begegnungen auf Augenhöhe kann es gelingen, das Thema Sterben ein Stück mit ins Leben zu holen.“ „Nicht dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben (Cicely Saunders)“, sei das Ziel der mobilen Palliativ, bekräftigt Oberegger. Die Caritas Salzburg bietet im gesamten Bundesland eine Betreuung durch fünf mobile Palliativteams an. Spenden helfen der Caritas mit diesem Angebot für schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen dazusein.

Tipp: Diesem Rupertusblatt liegt ein Spendenzahlschein bei.  

 

Foto 1: Empathie und Menschlichkeit sind bei der Begleitung durch die Palliativ-Teams unersetzlich. Sie verhelfen schwer kranken Menschen dazu, kostbare Zeit im eigenen Zuhause verbringen zu
können. 

Foto 1: RB/Caritas/wildbild

Foto 2: Gabriela Oberegger ist seit Jänner die ärztliche Leiterin des mobilen Palliativteams der Caritas Salzburg.

Foto 2: RB/Holitzky

 

 

 

 

 

Pallativ Hospiz, Caritas, Mobiles Hospiz, Salzburg, 20150828, (c)wildbild