An der Zukunft bauen

Frieden. „Ich bin sicher, dass in euch das notwendige Potenzial steckt, um das Land aufzubauen, von dem wir immer geträumt haben.“ Diese Botschaft von Papst Franziskus an Kolumbiens Jugend kam an. Wie Franziskus die Herzen von Klein und Groß bei seinem Kolumbienbesuch erreichte, er-lebte Kelly Rivero Alvarez hautnah. „Die Kinder verehren ihn. Sie lieben seine Freundlichkeit und sein Lächeln. Sie sagen, er ist ein Mann des Friedens.“ Kelly ist für die Pastoralarbeit in der  „Mutter-Herlinde-Moises-Stiftung“ zuständig. Kelly begleitete einige Mitglieder ihrer Gemeinde nach Cartagena, die zur Papstmesse eingeladen waren. 

Medellín /Cartagena. Die Menschen warfen weiße Blumen auf das Papamobil und riefen „Es lebe der Frieden!“ Papst Franziskus wurde bei seiner Versöhnungsmission in Kolumbien überall begeistert empfangen. „Der Papst möchte unserem Land helfen, auf seinem Friedensweg voranzugehen. Er kennt die Kämpfe unter denen die Völker Südamerikas leiden. Er weiß, was die Menschen durchgemacht haben. Wir wünschen uns nur eines: Frieden und Gerechtigkeit für alle, auch für die Bedürftigsten und Armen. Der Papst gibt uns so viel Hoffnung“, betont Kelly Rivero Alvarez.  In Kolumbien haben sich die Regierung und die linke FARC-Guerilla nach fünf Jahrzehnten bewaffneten Kampfs auf die Umsetzung eines Friedensplans verständigt. Der Papst dankte bei seinem Besuch all jenen, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten dafür eingesetzt haben, „der bewaffneten Gewalt ein Ende zu bereiten und Wege der Versöhnung zu finden“. 

Werte für ein gutes Zusammenleben

Kelly setzt mit ihrer Arbeit in der „Fundación Madre Herlinda Moises“, der „Mutter-Herlinde-Moises-Stiftung“ in Pasacaballos an der Karibikküste tagtäglich Schritte für ein friedliches Zusammenleben. Ihr ist bewusst, dass die weit verbreitete Gewalt und Kriminalität im Land mit einem Friedensabkommen nicht einfach verschwindet. „Die FARC-Rebellen haben ihre letzten Waffen abgegeben. Doch die soziale Ungerechtigkeit bleibt der Nährboden für Gewalt. Die Kriminalität in den Städten ist hoch, die Sicherheitslage nach wie vor problematisch. Und wir haben die Korruption als Hemmschuhe für Entwicklung.“ Friede, ist die junge Kolumbianerin überzeugt, fange mit dem persönlichen Verhalten im Alltag, mit kleinen Handlungen an. In Workshops werde deshalb in der Moises-Stiftung schon bei den Kleinsten die Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit gefördert. „Wir vermitteln ihnen die Grundregeln für ein gutes Miteinander. Spielerisch zeigen wir ihnen, dass Respekt, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Fairness ihr Leben reicher machen.“ Werte, um die es neben dem Erlernen des ABC auch in der „Escuela Madre Herlinda“ geht. In der Vorschule mitten im Armenviertel bekommen Kinder die Chance auf Bildung.   

Einsatz für Friede und Gerechtigkeit

Der Papst hat die Bischöfe Kolumbiens aufgerufen, tatkräftig an der Versöhnung mitzuarbeiten. „Wir alle wissen, dass der Frieden eine besondere Form von Mut braucht“, sagte Franziskus. Diesen Mut und Einsatz bringt Margaretha Moises schon seit Jahrzehnten auf. Der Papstbesuch, erklärt sie, sei Balsam auf die Wunden, die der mehr als 50-jährige Bürgerkrieg bei den Kolumbianern hinterlassen habe.  

Gerechtigkeit, Frieden und Bildung sind nach wie vor die großen Themen, denen sich die gebürtige Salzburger Missionarin in ihrer südamerikanischen Heimat widmet. Sie organisiert Friedenskurse, Berufsausbildungen und baute den Kindergarten „La Estrella“ („Der Stern“). Es sind Mädchen und Buben aus den Elendsvierteln der Großstadt Medellín, die hier Liebe und Geborgenheit erfahren, ein warmes Mittagessen bekommen und auf die Schule vorbereitet werden. 

Margaretha Moises wurde am 14. März 1932 in einer kinderreichen Bauernfamilie in Bad Hofgastein geboren. Mit 21 Jahren kam sie als Missionsschwester nach Kolumbien. Die Romero-Preisträgerin gründete ihre eigene Bildungsorganisation CEDAL und kümmert sich seit  dem Tod ihrer Schwester Maria Herlinde als Vorsitzende auch um die „Mutter-Herlinde-Moises-Stiftung“ in Pasacaballos. 

Fotos (ibu): Diese Mädchen und Buben wachsen in Armenvierteln der Großstadt Medellín auf. Im  Moises-Kindergarten „La Estrella“ können sie unbeschwert lachen, spielen und lernen. 

Margaretha Moises mit Kelly Rivero Alvarez, die in der „Moises-Stiftung“ in Pasacaballos die Pastoralarbeit koordiniert.