Antworten für die Jugend

Junge Kirche.  Erzbischof Franz Lackner ernannte den Seekirchner Pfarrer Harald Mattel zum Bischofsvikar für die junge Kirche. Mit dem Rupertusblatt spricht Mattel über seine neue Aufgabe, Kraftorte und Herausforderungen in der Kinder- und Jugendpastoral. Das Wichtigste: Mit den richtigen Antworten am richtigen Ort für junge Leute da sein.

RB: Was macht ein Bischofsvikar für „Junge Kirche“?

Harald Mattel: Jeder Bischofsvikar bekommt vom Bischof ein spezielles Aufgabengebiet übertragen. In diesem Bereich ist er dessen Vertreter. Zu meinen Hauptaufgaben wird es gehören, den gesamten Bereich der Kinder- und Jugendpastoral in der Erzdiözese Salzburg gut zu vernetzen und zu unterstützen.

 

RB: Werden Sie weiterhin Pfarrer von Seekirchen bleiben? 

Mattel: Ja. Eine Pfarrverwalterin wird mich in der Pfarre unterstützen.

 

RB: Was waren die prägendsten Stationen Ihres Lebens?

Mattel: Alle meine Stationen haben mich geprägt, daher fällt es mir schwer, etwas hervorzuheben. Gerne erinnere ich mich an meine Kindheit in der Heimatpfarre Bad Vigaun. Schon während meiner Schulzeit im Borromäum habe ich mich als  Jungschargruppenleiter engagiert, bei Diözesanlagern und Ministrantentagen mitgemacht und auch für die Pfarre Lager organisiert. Während meines Theologiestudiums absolvierte ich dann ein freiwilliges soziales Jahr im Linzer Kinderspital. Auch in meiner Praktikumszeit in St. Gilgen und als Kooperator in Seekirchen habe ich viel gelernt. Dankbar bin ich für die Zeit als Jugendseelsorger und meine Zeit als Pfarrer in Maxglan und Taxham in der Stadt Salzburg.

 
RB: Sie engagieren sich ehrenamtlich beim Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes. Wie kam es dazu? 

Mattel: In den Monaten im Kinderspital merkte ich, das ist ein Bereich, der mich interessiert. Ich wollte schon immer Menschen in Ausnahmesituationen begleiten. Da hat sich die Notfallseelsorge angeboten.

RB: Wo tanken Sie Kraft für die vielen Aufgaben?

Mattel: Zum einen brauche ich immer wieder Zeit für mich. Dann gehe ich eine Runde spazieren oder mache an meinem freien Tag einen Ausflug. Meine Priestergemeinschaft, in der wir uns regelmäßig treffen, ist mir sehr wichtig geworden. Und es gibt einen Ort, an den es mich immer wieder für längere Zeit hinzieht, auch für meine Exerzitien: Taizé.

 
RB: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in der Kinder- und Jugendpastoral?

Mattel: Heutzutage kann man nicht mehr davon ausgehen, dass Kinder und Jugendliche automatisch eine religiöse Erziehung erfahren. Eine religiöse Verwurzelung wie noch vor 50 Jahren ist oft nicht mehr gegeben. Daher stehen wir vor der Herausforderung, jungen Menschen Erlebnis- und Erfahrungsräume zu bieten, wo sie Beheimatung in der Kirche finden können.

 

RB: Papst Franziskus hat für Herbst eine Jugendsynode angesetzt. Was erwarten Sie?

Mattel: Ich finde es spannend, dass Papst Franziskus – mittels einer Umfrage – zuallererst einmal hinhört wie Jugendliche Kirche und Welt erleben und denken. Erst dann gilt es zu überlegen, wie man ihren Bedürfnissen begegnet. Ihm geht es nicht darum, ein Konzept über die jungen Menschen zu stülpen. Ich bin überzeugt, dass bei der Jugendsynode neue Ideen und Zugänge auf aktuelle Herausforderungen und Fragen gefunden werden. Die Jugendsynode wird kein Abschluss sein, sondern ein Startsignal für neue Impulse.

 
RB: Was wünschen Sie sich für die „Junge Kirche“ von Salzburg?

Mattel: Ich wünsche mir, dass wir die Sorgen und Nöte, aber auch die Erwartungen der Jugendlichen erkennen und ernst zu nehmen. Entscheidend ist, dass es uns gelingt, mit den richtigen Antworten am richtigen Ort für junge Menschen da zu sein. Und zwar in der Vielfalt, in der sich die junge Kirche seit vielen Jahren in unserer Diözese präsentiert.

Zur Person

Mag. Harald Mattel wurde 1977 in Bad Vigaun geboren. Er besuchte das erzbischöfliche Gymnasium Borromäum und studierte anschließend Theologie an der Universität Salzburg. Von 2002 bis 2003 absolvierte er sein Pfarrpraktikum und Diakonatsjahr in St. Gilgen. Seine Priesterweihe empfing Mattel 2003 im Salzburger Dom. Zunächst wirkte er als Kooperator in Seekirchen und war dann Jungschar- und Jugendseelsorger in der Erzdiözese. Von 2008 bis 2015 war Mattel Pfarrer in Salzburg-Maxglan, zusätzlich ab 2012 bis 2015 Pfarrprovisor in Taxham. Seither wirkt er als Pfarrer in Seekirchen. Ehrenamtlich engagiert sich Harald Mattel im Kriseninterventionsteam des Salzburger Roten Kreuzes.

Foto (Lochschmidt): „Die Kirche  soll Heimat, Erlebnis- und Erfahrungsraum für junge Leute sein.“ Dafür macht sich Harald Mattel künftig als Bischofsvikar für die junge Kirche in der Erzdiözese stark.