Arbeiten, wenn andere frei haben

Verständnisvolle Familie und Freunde brauche es beim Sonntagsdienst, meint Jannine Niedermüller, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg.

Salzburg. Jedes zweite Wochenende übernimmt sie Tag- (von 6.45 bis 19.30 Uhr) oder Nachtdienst (19.00 bis 7.15 Uhr). „Am Wochenende fällt dieselbe Arbeit an wie unter der Woche. Allerdings finden keine geplanten Untersuchungen und Operationen statt. Nur akute Fälle werden aufgenommen“, erklärt die Krankenschwester.  Auch das Personal ist am Wochenende reduziert. 

 

An Sonntagen zu arbeiten, während Familie und Freunde frei haben, sei schwierig. „Man bekommt aber auch viel zurück“, erzählt die 25-Jährige strahlend von ihrer Arbeit. „Die Menschen schätzen es und sind froh, dass wir am Wochenende für 
sie da sind. Wenn sie einem das sagen, macht es auch viel wieder gut.“ Wer am Sonntag arbeitet, hat unter der Woche frei. „Ich habe den Ausgleich und kann mich an meinem freien Tag gut entspannen.“

 

Auf den Sonntag aufpassen

 

„Wir sind denen, die am Sonntag arbeiten, zu großem Dank verpflichtet“, sagt Marie-Luise Zuzan, Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes Salzburg. Ärzte, Krankenschwestern, Busfahrer, Menschen in der Gastronomie ermöglichen es, dass viele andere ihren Sonntag gestalten können. 

 

„In unserem Kulturkreis ist der Sonntag ein ganz besonderer Tag.“ Er dient der Erholung und wird gerne mit der Familie verbracht. „Fragt man Kinder nach ihren Wünschen, stehen gemeinsame Aktivitäten mit Mama und Papa ganz oben, noch vor Materiellem“, so Zuzan. Auch in Gemeinden ist der freie Tag für das Vereinsleben wichtig – ebenfalls eine große Bereicherung für Familien, die Gemeinschaft und jeden Einzelnen. Für christliche Familien ist der erste Tag der Woche ein schönes Miteinander beim Feiern des Gottesdienstes. 

 

Doch der Sonntag als freier Tag sei auch immer wieder in Gefahr: „Es macht nicht glücklicher, wenn ich am Sonntag einkaufen kann. Es gibt immer wieder Diskussionen, in Tourismusregionen haben Geschäfte auch offen, aber es sollte nicht überhand nehmen“, warnt die Vorsitzende.

 

Bildtext: Blutdruck überprüfen, Temperatur messen – diese Arbeiten müssen täglich gemacht werden, auch an Sonntagen, erklärt Krankenschwester Jannine Niedermüller (im Bild). Foto: Barmherzige Brüder Salzburg

 

Den Sonntag feiern

„Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie“ – das sagt der Philosoph und evangelische Theologe Albert Schweitzer. Der Arbeitsalltag wird immer flexibler, umso wichtiger sind bewusste Ruhepausen und Taktgeber für die Einzelperson, die Familie und die gesamte Gesellschaft. Der Sonntag ist für den Menschen da: Den Alltag loslassen, zur Ruhe kommen, sich schönen Dingen zuwenden, Begegnungen und Aktivitäten genießen, miteinander feiern und Kraft tanken.

 

Das Aktionswochenende des Katholischen Familienverbandes Salzburg widmet sich am 28./29. Oktober dem Sonntag. Den Mitmachenden stellt sich die Aufgabe der besonderen Gestaltung des Sonntags: Der Sonntag, 29. Oktober, wird mit mindestens einem Familienmitglied oder Freund ganz besonders begangen. Das gehört natürlich gut vorbereitet. Der Familienverband liefert Gestaltungsimpulse und über den Tag verstreute kleine „Verweilstellen“.

 

Sie erhalten per E-Mail:

∗ Gedanken, warum der Sonntag für alle Menschen von Bedeutung ist

∗ Anregungen zur besonderen Gestaltung des Sonntags

∗ Gedankenanstöße – „Verweilstellen“ zu bestimmten Tageszeiten und evtl. auch an bestimmten Orten mit bestimmten         Menschen

∗ eine Linksammlung mit Informationen zur Sonntagsallianz und Wandertipps für Erwachsene und Kinder


Melden Sie sich an: per E-Mail info-sbg@familie.at oder unter Tel.: 0662/8047-1240