Aufeinander schauen

Doppelten Grund zum Feiern in der Kroatischen Gemeinde: Patrozinium und „70 Jahre organisierte Seelsorge für Kroaten in Österreich mit Sitz in Salzburg“. Mit den Gläubigen freute sich Weihbischof Hansjörg Hofer. Er be-grüßte eine große Schar in der St.-Andrä-Kirche: „Es ist eine Freude zu erleben, wie viele Frauen und Männer, Kinder und junge Leute bei euch in die Kirche kommen und mitfeiern.“ Nicht nur zu Festmessen sei das Gotteshaus voll, bestätigt Pfarrer P. Zlatko Spehar: „An den Sonntagen kommen zu den beiden Gottesdiensten bis zu 1.500 Gläubige, darunter 350 Kinder und Jugendliche.

Salzburg-St. Andrä. In seiner Predigt bezeichnete der Weihbischof den Schutzpatron der Gemeinde, den seligen Kardinal Aloisius Stepinac, als hellen Leuchtturm. „Von vielen Seiten wurde er bedrängt. Er jedoch hat den katholischen Glauben mutig bekannt und verteidigt. Unerschrocken ist er für die Rechte der Christen eingetreten bis zu seinem Tod am 10. Februar 1960.“ WB Hofer unterstrich den Einsatz des Kardinals für Fa-milien. „Den Glauben in den Familien lebendig zu halten, zu vertiefen und weiterzugeben, war ihm ein großes Anliegen. Das aber war nicht nur zu seiner Zeit wichtig, sondern genauso heute!  Und so danke ich allen Eltern und auch Großeltern für ihr ehrliches Bemühen um die religiöse Erziehung ihrer Kinder.“ Natürlich sei ihm bewusst, dass es viele „Miterzieher“ gebe. Dazu gehöre auch das Internet mit all seinen Vor- und Nachteilen. „Den rechten Umgang mit dem Internet zu lernen, gehört ganz sicher zu den wichtigen Inhalten der Erziehung.“ Die jungen Leute ermutigte Hofer: „Vertraut auf Gott! Denn er hat mit einem jedem von euch etwas ganz Bestimmtes vor! Er will nämlich, dass euer Leben gelingt!“ 

Für Salzburg unverzichtbar

Das Patrozinium mitgefeiert haben auch der Seekirchener Stiftspfarrer Harald Mattel, P. Karl Löster und P. Bernd Kober aus der Pfarre Salzburg-St. Andrä sowie Bürgermeis-
ter Harald Preuner und Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Der Landeshauptmann dankte allen Seelsorgern der vergangenen 70 Jahre, vor allem dem jetzigen Pfarrer:  „P. Zlatko Spehar ist ein Mann der Brücken schlägt. Er gibt der Kroatischen Gemeinde ein starkes Gesicht nach außen.“  Den tausenden Männern und Frauen in Salzburg mit kroatischen Wurzeln sagte er: „Sie sind für Salzburg unverzichtbar. Sie halten zusammen und schauen aufeinander – in der Familie und in der Gemeinde. Das ist eine Lebenseinstellung, von der können wir viel lernen.“ Als Geschenk überreichte Haslauer eine Statue des Landespatrons, des heiligen Ruperts, an P. Spehar.

70 Jahre Seelsorge für Kroaten 

Auf dem Gebiet der Erzdiözese Salzburg leben heute rund 15.000 kroatische Katholikinnen und Katholiken. Gottesdienste am Samstag bzw. Sonntag werden außer in der Stadt Sazburg in Radstadt und Golling, Mittersill, Zell am See-Schüttdorf, St. Johann im Pongau sowie Mayrhofen, Kitzbühel und Kufstein gefeiert. „Besonders am Herzen liegen uns der Religionsunterricht in kroatischer Sprache und die Vorbereitung der Kinder auf die Sakramente der Buße, hl. Kommunion und Firmung“, so P. Zlatko Spehar, der auch an  die Anfänge vor 70 Jahren verweist: An die hunderttausenden Kroaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg vor der kommunistischen Gefahr ins Ausland flüchteten und an Vilim Cecelja, der sich damals in Salzburg um die Gläubigen kümmerte. Als erster „Seelsorger-Vorsteher“ wurde schließlich Jure Vrdoljak gewählt und Erzbischof Andreas Rohracher hielt per Dekret fest, dass „Euer Hochwürden mit Rechtwirksamkeit vom 1. März 1948 als Seelsorger der katholischen Kroaten in Österreich mit Amtssitz in Salzburg ernannt ist“. 

Seit dieser Zeit begleiteten kroatische Priester die Gemeinde. Ihr Schutzpatron ist der selige Kardinal Aloisius Stepinac. Er war 1946 in Zagreb in einem skandalösen Schauprozess verurteilt worden. Am 10. Februar 1960 starb er mit den Worten seines Wahlspruchs auf den Lippen: „Auf Dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt.” Wie Pater Zlatko bestätigt, wird Kardinal Stepinac von den Menschen sehr verehrt: „In seiner Treue zu Gott, zur römisch-katholischen Kirche, zum Papst und seiner Liebe zum kroatischen Volk ist er für uns alle ein Vorbild.“

Fotos (ibu): Patrozinium und 70 Jahre Kroatische Gemeinde: Pfarrer P. Zlatko Spehar freute sich vergangenen Sonntag über die Gratulanten aus Politik und Kirche – allen voran Weihbischof Hansjörg Hofer.