Aufruf zur Ruhe und Vergebung

Bombenanschläge auf katholische Kirchen und Hotels in Sri Lanka – der Papst versichert seine Nähe in Gedanken und Gebeten

Colombo/Vatikan. Sri Lanka. Mehr als 300 Tote und Hunderte Verletzte sind nach Terroranschlägen auf drei katholische Kirchen und Luxushotels am Ostersonntag in Sri Lanka zu beklagen.  Der Papst versicherte der Bevölkerung des asiatischen Inselstaates  seine Nähe in Gedanken und Gebeten.

Der Erzbischof von Colombo, Kardinal Albert Malcolm Ranjith, hat nach der tödlichen Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels zur Besonnenheit aufgerufen. Er habe noch am Sonntag die Kirche in Colombo aufgesucht, in der eine Bombe rund 50 Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Danach habe er die Gläubigen zur Ruhe gemahnt, „damit nicht Selbstjustiz geübt wird und die Beerdigungen stattfinden können“, sagte der Kardinal: „Ich habe an die Katholikinnen und Katholiken appelliert, dass sie dem Beispiel Jesu Christi folgen, der am Kreuz jenen vergeben hat, die ihn kreuzigten.“

Bei der Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels in verschiedenen Orten auf Sri Lanka starben nach vorläufiger Bilanz mehr als 300 Menschen. Zum Zeitpunkt der Explosionen feierten die Gläubigen gerade die Ostermesse. Aus Sicht des Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka waren die Terrorakte nicht vorherzusehen. „Nein, wir waren überrascht, denn seit zehn Jahren gab es kein solches Ereignis hier“, sagte der Kardinal. Und er fügte hinzu: „Die Lage war alles in allem eher friedlich, und die Touristen kamen gerade zurück ins Land, die Wirtschaft erholte sich, wir hatten viele Hoffnungen.“ Es habe zwar einige Spannungen zwischen der islamischen Gemeinschaft und der (buddhistischen) Mehrheit gegeben, „aber ich hätte nicht gedacht, dass die Lage so dramatisch sei, um ein Attentat von dieser Art zu haben“.

Die Regierung Sri Lankas macht eine einheimische radikal-islamische Gruppe für die Anschläge verantwortlich. Demnach soll die Gruppe National Thowheeth Jama‘ath die Selbstmordattentate verübt haben. Außerdem erklärte ein Regierungssprecher, die Attentäter hätten Unterstützung von einem internationalen Netzwerk gehabt.

Nähe in Gedanken und Gebeten

Papst Franziskus verurteilte die Attentate als unmenschliche Taten, die nie zu rechtfertigen sind. „Ich rufe alle auf, nicht zu zögern, dieser mir lieben Nation jegliche nötige Hilfe anzubieten.“  kap

Foto: Die St.- Anthony-Kirche in Colombo ist verwüstet und das Dach nur noch ein Gerippe. / Foto: RB/archdiocese of colombo