Aus christlicher Identität heraus

Österreichweite Tagung der Direktoren und Schulerhalter der katholischen Privatschulen.

Salzburg. Ordensschulen sind ein wichtiges „widerständlerisches“ Zeichen in einer Gesellschaft, die den Wert des Menschen immer mehr an dessen Leistung und Brauchbarkeit festmache: Das hat Rudolf Luftensteiner, Leiter des Bildungsreferats der Ordensgemeinschaften Österreich, bei dem Treffen der Schulerhalter und Direktoren katholischer AHS und BMHS dargelegt. Es brauche Bildungseinrichtungen, „in denen jeder Mensch als geliebtes Kind Gottes, Würde, Schutz und Ansehen erfährt“, so Luftensteiner. Ordensschulen seien derartige Orte der Würde, des Schutzes und der Wertschätzung jedes Menschen in seiner Einzigartigkeit.

Die dreitägige Tagung stand unter dem Motto „Präsenzkraft als Schlüssel für Lern-Beziehungen“. Der Wirtschaftstrainer Werner Rauchenwald ermutigte die Schulverantwortlichen, nicht nur auf Lösungen und Ziele zu fokussieren, sondern sehr bewusst auch die Prozesse, die dorthin führen, wahrzunehmen. Er empfahl den rund 60 Teilnehmenden, auf Teamgeist, Stille und Präsenz zu setzen, die einen Zugang zur Intuition und somit gute Entscheidungen ermöglichten. 

Mensch im Mittelpunkt

P. Hubert Lenz von der Hochschule Vallendar stellte den Menschen als Beziehungswesen in den Mittelpunkt. „Wir leben davon, dass ein anderer mich bejaht“, sagte der Pallotinerpater. Im christlichen Kontext sei dieser „andere“ zunächst einmal immer Gott. „Diese Liebe können wir weder durch Leistung verdienen noch durch Schuld aufheben oder zerstören.“ 

Einer der weiteren Referenten, Jochen Krautz von der Bergischen Universität Wuppertal, kritisierte das aktuell gängige „technokratische Bildungssystem“, das sich an der allgegenwärtigen Marktlogik orientiere und so zu Konkurrenzdruck führe. Zählen würde dabei nur das Messbare. „Dass wir Menschen als Maschinen behandeln, ist nicht neu, aber gegen alle christlichen, humanistischen und aufgeklärten Prinzipien“, so Krautz. Vor allem Ordensgemeinschaften und die Kirche sieht der Bildungsexperte deshalb in der Pflicht, hier Alternativen zu schaffen und sich gegen eine Pädagogik zu stellen, die im Kern gegen die Grundintention der Verfassung über die Würde des Menschen gerichtet sei.  

Foto: Schultagung mit Rudolf Luftensteiner, Bereichsleiter Bildung und Ordensschulen bei den Ordensgemeinschaften Österreich, Maria Plankensteiner, Schulamtsleiterin der Diözese Innsbruck, Michael Haderer, Privatschulreferent der Diözese Linz, Anton Eder, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren ordenseigener Schulen (v. l.).

Foto: RB/Kaineder

 

 

Schultag 2019 AHS und BMHS