Authentisch bleiben

Erziehung – was brauchen Kinder? Welche Herausforderungen be-schäftigen Eltern heute? In der neuen Aktionswoche des Katholischen Familienverbandes sollen sich Eltern be-wusst mit der Erziehung auseinander setzen – Susanne Savel-Damm, Leiterin der Partner- und Familienberatung der Erzdiözese, gibt Denkanstöße. 

RB: Kindererziehung – worauf kommt es dabei an?

Savel-Damm: Erleben Kinder Liebe und Geborgenheit entwickeln sie eine gute Bindungsfähigkeit und trauen sich selbstständig zu sein. Bei Wichtigem sollten Eltern konsequent sein – Kinder müssen ein Verhalten oft wiederholen, um es sich einzuprägen. Wenn die Eltern ein Stopp setzen, sollten sie das Bedürfnis des Kindes verstehen und darauf eingehen. Zerbricht das Kind ein Glas, es ist aber zu gefährlich, die Scherben aufzusammeln, sollten Eltern sehen, dass das Kind kooperieren will und es altersgemäß helfen lassen, etwa indem es den Kehrbesen holen kann. Es geht nicht um Er-ziehung, sondern um Be-ziehung. Eltern reagieren intuitiv.

RB: Sind Erziehungsratgeber-Bücher dann nicht nötig?

Savel-Damm: Erziehungsratgeber sind als Anregung hilfreich. Gefährlich wird es aber, wenn das Individuelle verloren geht. Eltern müssen authentisch bleiben und das lässt sich schwer in Ratgeber fassen.

RB: In Salzburg werden Elterntaxis zur Schule diskutiert. Sind Eltern heutzutage zu besorgt um ihre Kinder?

Savel-Damm: Das Überbehütet-Sein und Gluckenverhalten war früher nicht so stark. Ein Über-die-Maßen-besorgt-sein schwächt Kinder, zu viel verwöhnen schränkt sie ein. Wenn die Kinder den Schulweg alleine gehen können, sind sie stolz darauf.

RB: Welche Probleme beschäftigen Eltern heute?

Savel-Damm: In der Beratung merken wir, dass Eltern sich schnell schuldig fühlen. Sie sollten es als Kompetenz sehen, sich Hilfe zu holen. Wichtig ist auch, die Eltern zu entlas-
ten. Es lasten hohe Ansprüche und Druck beim Thema Erziehung auf ihnen. Da wollen wir aufzeigen, es muss nicht perfekt sein. Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen ist auch eine Herausforderung, die zu großem Zeitmangel führt. Es geht schneller, die Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen, anstatt den Schulweg mit ihnen zu üben. Eltern müssen präsent sein: Als Mutter und Vater wahrnehmen, welche Bedürfnisse mein Kind hat und sich darauf einlassen. Das ist bei Stress in Gefahr. 

Foto: Mama und Papa sollten sich in wichtigen Erziehungsfragen einig sein. Herrscht insgesamt in der Familie eine positive Atmosphäre, fallen aber unterschiedliche Meinungen nicht stark ins Gewicht. Foto: Alexandra H./pixelio.de

 

Partner- und Familienberatung, Kleßheimer Allee 93, 5020 Salzburg, Tel. 0662/8047-6700, telefonische Terminvereinbarung, www.familienberatung-sbg.at

 

Anmelden und Sie erhalten per E-Mail

∗ Zehn Erziehungsimpulse für Eltern

∗ Konkrete Fragen und weitere Ausführungen zu diesen Impulsen

∗ Anregungen, wie das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen

gestärkt werden kann 

∗ eine Linksammlung mit weiteren Anregungen rund um die Erziehung und einem Vortrag

Anmeldung mit Namen und Betreff „Gutes Leben“ an info-sbg@familie.at, Tel. 0662/8047-1240