Bei 142 Rat holen

Telefonseelsorge. Am 10. September ist Weltsuizidpräventionstag. Die Telefonseelsorge Innsbruck lenkt die Aufmerksamkeit auf ge-fährdete Jugendliche  und rät: auf Warnsignale achten, Zuhören, kein vorschnelles Trösten.

Innsbruck. Häufig seien Kinder und Jugendliche nicht dazu fähig, ihr Leid zu beschreiben und sie scheuten sich davor, sich an Erwachsene zu wenden. „Kaum ein Jugendlicher mit Suizidgedanken ruft bei unserer Hotline 142 an“,  erklärt Astrid Höpperger, die Leiterin der Telefonseelsorge Innsbruck. Die Telefonseelsorge würde aber von Eltern nach Suizidversuchen oder erfolgten Suiziden ihrer Kinder  kontaktiert. 

 Warnsignale wie Aufsässigkeit, Wutausbrüche, Interesselosigkeit und Zurückgezogenheit seien oft „normale“ Begleiterscheinungen der Pubertät und schwer zu deuten. Wichtig sei ein „Zuhören mit Einfühlungsvermögen und Respekt“, wobei Suizidgedanken durchaus offen angesprochen werden sollten. Es gehe auch darum, „vorsichtig Hoffnung zu wecken, dass sich die Situation ändern kann“. Vorschnelles Trösten sei nicht hilfreich, sondern das Aufzeigen von Stärken und Fähigkeiten. „Vielleicht gelingt es, Ideen zu entwickeln, wie sich die schwierige Situation ein wenig erleichtern lässt“, so Höpperger. 

Rat holen können sich Betroffene bei vertraulichen Stellen wie der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 142 oder unter www.onlineberatung-telefonseelsorge.at.                      

kap

Foto (Archiv): Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Suizide die zweithäufigste Todesursache nach Unfällen. Bei Warnsignalen verstärkt Aufmerksamkeit zeigen rät die Telefonseelsorge Eltern, Vertrauenspersonen und Freunden.