Beim weiteren Weg mitreden

Der Zukunftsprozess 2018 ist noch in vollem Gange. Derzeit wird an den Diözesanen Leitlinien gearbeitet, die sich mit dem Zukunftsbild der Erzdiözese beschäftigen.  Die Erzdiözese wünscht sich Rückmeldungen und Beteiligung. Im Internet und bei den Dialogveranstaltungen soll mitgeredet werden. Leiter des Zukunftsprozesses ist Prälat Balthasar Sieberer. Er blickt zurück und zeigt auf, worauf man sich diesen Herbst freuen kann. 

 

 

RB: Herr Prälat, bitte beschreiben Sie den Zukunftsprozess 2018.

Prälat Balthasar Sieberer: Es geht primär darum zu hinterfragen, ob wir für die Zukunft gerüstet sind. Nach dem Zweiten Vatikanum hat sich Salzburg 1968 bei der Synode neu orientiert und aufgestellt. Mit dem Zukunftsprozess 2018 hinterfragen wir erneut unsere Arbeit. Derzeit entwerfen wir die Diözesanen Leitlinien, in denen wir pastorale Schwerpunkte und strukturelle Rahmenbedingungen definieren wollen. Wir überlegen wie wir uns in einigen Bereichen neu aufstellen und verbessern können. Ein Herzstück des Zukunftsprozesses sind die Zukunftsprojekte. Menschen sind eingeladen, etwas auszuprobieren.  

 
RB: Der Zukunftsprozess ist auf der Zielgeraden, wie zufrieden sind Sie?

Prälat Sieberer: Voll zufrieden soll man nie sein, sonst wird man träge und faul. Im Prozess selber gibt es in nächster Zeit noch viel zu tun. In den Arbeitsgruppen wird viel gearbeitet und ich sehe schöne Ergebnisse heranreifen. Zudem sind zahlreiche Projekte gut angelaufen. Im laufenden Prozess stellt sich sicherlich auch die Frage nach den Finanzen. Diese sollen aber nicht ausschlaggebend sein. Von der Pastoral her muss entschieden werden, wo man sparen kann und wo investiert werden muss. 

 
RB: Derzeit laufen die Dialogveranstaltun-gen, dabei werden die Diözesanen Leitlinien besprochen. Warum ist Beteiligung dabei so wichtig?

Prälat Sieberer: Die Beteiligung ist beim gesamten Zukunftsprozess 2018 wichtig. Jetzt ist noch alles offen. Wir wollen von den Menschen,vor allem den Pfarrgemeinderäten, den MitarbeiterInnen, von allen Interessierten wissen, was ihre Anliegen sind. Diese werden gesammelt und bei der Erstellung der Leitlinien berücksichtigt. Schließlich diskutiert der Erzbischof die eingegangenen Rückmeldungen und Ideen am 8. und 9. Mai sowie am 19. Juni in St. Virgil zusammen mit rund 100 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

 
RB: 50 Zukunftsprojekte wurden bisher eingereicht. Man kann sie im Internet auf Zukunftsprozess.at finden. Welche der Ideen fanden Sie besonders spannend? 

Prälat Sieberer: Ein Projekt, das im Bereich der Jugend sehr erfolgreich war, ist „ALIVE!“, ein Projekt der Katholischen Jugend Salzburg. Jugendliche haben dabei die Möglichkeit über sich selbst, die Umwelt und Gott nachzudenken. Hier sieht man, dass ein gut durchdachtes Projekt große Kreise ziehen kann. Es waren bereits 8.000 Jugendliche daran beteiligt. Ich bin sicher, dass „ALIVE!“ auch in Zukunft weitergeführt wird.  

 
RB: Können Sie bitte auch ein Projekt-Beispiel aus einer Pfarre nennen?   

Prälat Sieberer: ln der Gemeinde Rußbach Pass Gschütt ist ein  Paradiesgarten entstanden. Dieser soll eine Dauereinrichtung mit Bibel- und Duftpflanzen bleiben, die einen Bezug zum Alten und Neuen Testament haben, eingebettet in bibeltheologische Gestaltungselemente nach den Schöpfungsmythen Gen 1 und 2. Für dieses Projekt gilt, es wird auch in Zukunft bestehen und den Menschen lange Freude bereiten.


RB:  Im September 2018 steht das Zukunftsfest in der Salzburger Altstadt an. Worauf darf man sich freuen?   

Prälat Sieberer: Das Zukunftsfest zu Ruperti vom 22. bis 24. September soll ein buntes Fest werden. Wir werden in einer Ausstellung in der Kollegienkirche einige der Zukunftprojekte vorstellen und aufzeigen wie vielfältig Pastoral sein kann. Außerdem kommt es zu Begegnungen mit Bischöfen aus unseren Partnerdiözesen. Wir wollen nämlich unseren Blick auf die Weltkirche richten. Bewusst weisen wir beim Rupertifest darauf hin, dass der Ursprung dieser Feier beim hl. Rupert liegt.   

Bildunterschrift: Prälat Balthasar Sieberer, einer der bekanntesten Priester der Erzdiözese, leitet den Zukunftsprozess 2018. „Noch ist alles offen und wir freuen uns auf rege Beteiligung und viele Ideen, sei es im Internet auf www.zukunftsprozess.at, wie auch bei den Dialogveranstaltungen zu den Diözesanen Leitlinien, die in den Regionen unserer Erzdiözese stattfinden.“